Influencer sein – eine Gratwanderung

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Der Traum vom schnellen, angenehm verdienten Geld ist heute für viele Realität. Oder doch nicht? Schnell und angenehm – angenehm sicher, aber schnell klappt nicht immer so schnell. Viele junge Menschen wollen heute Influencer werden, denn ihre Vorbilder führen anscheinend ein tolles Leben mit coolem Lifestyle mit exklusiven Reisen und Produkten für lau. Doch nicht jeder wird auch erfolgreich als Influencer. Viele scheitern am Aufwand oder am eigenen Erscheinungsbild, denn meist sind Influencer junge, gutaussehende und fitte Personen. Auch wenn bei der Optik gerne nachgeholfen wird durch Apps und Filter.

Influencer werden – warum eigentlich nicht?

An sich ist die Idee ja wirklich schön: Man verdient Geld, indem man sein Leben und seinen Lifestyle vorführt. Man bekommt Produkte zum Testen und bewirbt sie, wenn sie einem gefallen. Aber hier fängt schon der Haken an: Viele Influencer bewerben wahllos alles, was sie angeboten bekommen. Daher sieht man in sehr vielen Influencer-Accounts immer wieder die gleichen Marken, die mittlerweile so langsam einen schlechten Ruf haben. Auch durch die anhaltende Kritik von Oliver Pocher in der Corona-Krise an der Skrupellosigkeit vieler Influencer hat die Branche einen ordentlichen Knacks bekommen. Dabei ist es doch gar nicht so schwer, die Balance zu halten: Einfach nicht für jedes Produkt werben, sondern kritisch bleiben! Sich die Firmen und Shops genauer ansehen, die als Kooperationspartner anklopfen! Ebenso mal schauen, ob nicht schon eine ordentliche Sättigung an Werbung für eine Marke vorhanden ist.

Wer wirklich langfristig erfolgreich sein will als Influencer, auch über die jungen Jahre hinaus, dann, wenn man nicht mehr so knackig und faltenfrei daherkommt, der muss frühzeitig strategisch denken und sich nicht blind auf jeden Deal stürzen. Gute Tipps, wie man sich als Influencer sinnvoll und strategisch aufbaut und worauf Firmen achten, sind rar. Alle schwimmen momentan auf einer Welle mit, die bald abebben kann.

Doch das Marketing über Influencer ist durchaus langfristig sinnvoll. Die Firmen erreichen so Kunden in allen Nischen. Die Werbung wird von normalen Menschen – keinen Promis – gemacht und diese können die Produkte ausgiebig vorstellen, nicht wie in der TV-Werbung nur ein paar Minuten lang. Es gibt sehr viele Vorteile, die für Influencer-Marketing sprechen. Doch ein Unternehmen/eine Firma muss auch auf ihr Image achten und darf ihren Wert nicht verwässern. Gute Tipps, wie man die geeigneten Influencer für seine Marke findet, bekommt man hier.

Sucht man sich seine Influencer/Werbepartner sorgsam aus, nach ihrem Image, ihrer Zielgruppe und ist nicht wahllos auf Masse aus, feiert man langfristige Erfolge.

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Viel Aufwand, viel Schein – Influencer im Nebenberuf?

Die meisten erfolgreichen Influencer arbeiten aktuell hauptberuflich nur noch als Influencer, was zugegebenermaßen dem Rest der Gesellschaft merkwürdig vorkommt. Ein Leben für die Werbung ist immer noch etwas ungewöhnlich. Warum macht man nichts anderes? Der eine Grund ist der Aufwand. Um wirklich erfolgreich zu sein, muss man auf Instagram (das Hauptportal für Influencer) täglich Stories posten. Das eigene Leben und die eigene Person müssen immer absolut vorzeigbar sein. Die Wohnung modern und aufgeräumt. Das eigene Aussehen muss etwas hermachen. Daher nutzen viele Influencer die Filter von Instagram, denn kein Mensch, sieht ständig aus wie frisch aus dem Ei gepellt. Hinzu kommen zahlreiche Beauty-Apps, mit denen man sich schöner, jünger und schlanker zaubern kann. Das machen viele, um dem Konkurrenzdruck gerecht zu werden. Aber ist das wirklich nötig? An sich nicht unbedingt, denn die Follower lieben auch Authentizität und Menschen mit Fehlern, Makeln, mit denen sie sich wirklich identifizieren können.

Da es aktuell noch so ist, dass viel gemogelt und Fotos bearbeitet werden, ist der zeitliche Aufwand für ein erfolgreiches Instagramprofil sehr hoch. Selbst sehr schlanke, gut aussehende junge Frauen bearbeiten ihre Bilder mit mehreren Apps und verwenden sehr viel Zeit dafür, wie eine Sarah Harrison vor kurzem zugegeben hat. An sich wäre das nicht nötig. Der Erfolg der Influencer beruht gar nicht so sehr auf Perfektion, sondern eher auf der Neugierde auf ein anderes Leben. Die Menschen schauen gerne anderen beim Alltag zu. Das begann mit Doku-Soaps im TV und Reality-Formaten wie “Die Fussbroichs” oder “Big Brother”. Heute schauen die Leute ihren Idolen via Instagram in ihren Stories zu.

Mehr kritische Auswahl, mehr Niveau, mehr Inhalte

Es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis die Influencer-Welt nicht mehr ganz so oberflächlich geartet ist. Dann wird Influencer-Marketing erst so richtig interessant. Wenn Menschen, die anspruchsvoll sind und kritisch, bestimmte Produkte empfehlen, so hat dies viel mehr Gehalt und eine langfristigere Wirkung als wenn jedes junge hübsche Mädchen dieselben Beauty-Produkte bewirbt wie alle ihre Influencer-Kolleginnen.

Influencer haben eine große Reichweite und können natürlich auch mehr Inhalte teilen als nur Beauty-Themen, Fitness und Ernährungstipps. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und werden bislang noch kaum ausgeschöpft. Wir sind gespannt, wohin die Reise geht.

 

 

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