Fahrradkindersitz oder Fahrradanhänger – was ist besser?

Fahrradanhänger oder Kindersitz
TJENA / Pixabay

Kinder lieben Abenteuer. Daher lohnt es sich, Auto oder Kinderwagen hin und wieder gegen das Fahrrad zu tauschen und gemeinsam über Asphalt und Feldwege zu brausen. Bleibt nur noch die Frage: Wie transportiere ich mein Kind am besten? Reicht der klassische Fahrradkindersitz oder soll es besser ein Fahrradanhänger sein? Lesen Sie hier über die Vorteile und Nachteile von beiden Systemen.

Vorteile Kinderfahrradsitz für hinten:

  • Unkomplizierter Wortwechsel: Befindet sich das Kind direkt hinterm Sattel, müssen Sie sich nicht ans Ende Ihrer Kräfte brüllen, wenn Sie Ihr Kind auf eine schnatternde Entenfamilie aufmerksam machen wollen. Auch umgekehrt können Sie schneller reagieren, wenn Ihr Kind Sie mit Warum-Fragen löchert oder nach einer Radfahrpause verlangt.
  • Überall parken: Möchten Sie Ihr Fahrrad abstellen, benötigen Sie nur einen schmalen Stellplatz.
  • Links, rechts, Kurve: Die Manövrierfähigkeit des Fahrrads ist besser, wenn Ihr Kind im Fahrradsitz sitzt. Auch das Bremsen fällt leichter.
  • Geringes Gewicht: Sie müssen kein Profisportler sein, um Ihr Kind auf dem Fahrrad mitzunehmen. Der Fahrradsitz wiegt wenig (ca. zwischen 2 bis 4 kg) – einzuplanen ist zusätzlich das Gewicht des Kindes.

Fahrradsitz Kinder

Nachteile Kinderfahrradsitz für hinten:

  • Kippgefahr: Die meisten Unfälle mit Kindern auf dem Elternfahrrad passieren tatsächlich beim Aufsitzen, wenn das Fahrrad keinen guten Stand hat. Deshalb: Dem Kind den Helm schon aufsetzen, bevor es in den Sitz gehoben wird.
  • Unbequem: Beim Radausflug kann es schon mal passieren, dass Sie Ihren kleinen Mitfahrer in den Schlaf ruckeln. Eine bequeme Schlafposition ist auf dem Fahrradsitz jedoch kaum möglich. Auch ein unerwarteter Regenguss kann die Freude auf dem Freiluft-Rücksitz rasch trüben.

Vorteile Fahrradanhänger:

  • Losradeln kurz nach der Geburt: Mit Zusatzausstattung wie einer Hängematte oder einer Babyschale können Sie schon einige Wochen nach der Geburt ins Grüne radeln. Beobachten Sie jedoch die individuelle Entwicklung Ihres Kindes und verzichten Sie im ersten Lebensjahr auf zu lange Ausfahrten.
  • Zwei Kinder? Kein Problem: Spezielle Duo-Modelle bieten Platz für zwei Kinder, Wickeltasche und kleine Einkäufe. Auch Schnuffel und das Lieblingsbuch können mit, ohne verloren zu gehen.
  • Sicherheit durch Seitenwände: Bei einem Aufprall können die Seitenwände als zusätzlicher Puffer dienen und bieten mehr Schutz. Voraussetzung: Es handelt sich um TÜV/GS-geprüfte Anhänger mit 5-Punkt-Sicherheitsgurt (der natürlich fest sitzen muss) und das Kind trägt Helm.
  • Wind- und Wetterschutz: Im Fahrradanhänger ist das Kind vor ungemütlicher Witterung geschützt und kann ungestört ein Schläfchen halten.
  • Buggy und Fahrradanhänger in einem: Besitzen Sie einen Fahrradanhänger, können Sie getrost auf einen Buggy verzichten. Ideal mit zwei Kleinkindern, für groben Untergrund und im Urlaub.

 

 

Nachteile Fahrradanhänger:

  • Wohin damit? Wenn es etwas gibt, das der Fahrradanhänger braucht, dann ist es Platz. Die Unterbringung des sperrigen Anhängers stellt viele vor eine schwierige Aufgabe.
  • Hohes Eigengewicht: So praktisch es ist, bis zu zwei Kinder auf einmal mitzunehmen, so viel Herausforderung stellt das an Ihre sportliche Leistung dar. Geht es über längere Strecken oder bergauf, kann auch ein guter Radler an seine Grenzen gelangen. Tipp: Mit dem E-Bike schaffen Sie diese Hürde problemlos.
  • Preis: Gute Modelle sind kaum unter 300 Euro zu haben. Für Duo-Fahrradanhänger mit Zubehör kann es schon sein, dass Sie einen vierstelligen Betrag hinblättern müssen. Sind Sie viel unterwegs und nutzen den Anhänger zusätzlich als Kinderwagen-Ersatz, kann sich die höhere Investition jedoch bald lohnen.

Fazit

Bei Stadtfahrten oder kurzen Strecken punktet der flexible Fahrradsitz. Bei längeren Touren auf dem Radweg wird hingegen der bequeme Fahrradanhänger schnell zum Liebling. Gehören Sie zur sportlichen Sorte und können es nach der Geburt kaum erwarten, als Familie zu radeln, dann geht das nur mit Anhänger. Beim Kinderfahrradsitz müssen Sie sich so lange gedulden, bis Ihr Kind stabil sitzen kann. Das ist mit rund 9 bis 10 Monaten der Fall. Dann jedoch wird Ihr Schützling jede Ausfahrt auf dem Fahrradthron genießen – und Sie müssen nicht für zusätzlichen Stauplatz sorgen. Wofür Sie sich letztendlich auch entscheiden: Helm rauf und los geht’s! Quietschvergnügtes Lachen garantiert!

 

Regina Langreiter

Regina Langreiter ist freie Texterin, zweifache Mama und wohnt inmitten der österreichischen Alpen. Kaum verwunderlich, dass sie sich den Themen Bergsport und Familie verschrieben hat und ihr Wissen und ihre Leidenschaft gerne in authentische Texte verpackt.

https://www.aufgetextet.at

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