Dysmorphophobie – die nicht begründete Angst des Hässlich-Seins

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Von der Störung betroffene Menschen nehmen ihr Gesicht wie auch ihren Kopf oft als missgestaltet wahr. Beispielsweise gehen sie dabei davon aus, eine zu kleine oder zu große Nase zu haben. Aber auch Hautprobleme, wie Akne oder Narben, empfinden Personen mit Dysmorphophobie als besonders abstoßend.

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Sozialer Rückzug oft eine Folge der nicht begründeten Angst des vermuteten Hässlich-Seins

Demgemäß ist dieser Personenkreis stark damit beschäftigt, sich mit dem vermutlichen Schönheitsfehler verhältnismäßig viel zu beschäftigen. Bedingt durch das stetige Beschäftigen mit dem Makel gewinnen Betroffene immer mehr den Eindruck, von der Umwelt als hässlich und weniger attraktiv als andere Menschen wahrgenommen zu werden. In der Regel fühlen sich Patienten mit Dysmorphophobie ständig von anderen Menschen angestarrt. Ihre Befürchtungen in Bezug auf ihre anscheinend vorliegenden Entstellungen gehen dahin, dass die Umwelt sie ablehnen oder weniger wertschätzen könnte. Die stetige Angst vor Zurückweisung ist auch der Grund für das Zurückziehen von ihrem kompletten Sozialumfeld. Daraus resultiert zumeist eine völlige Isolierung.

Welche Ursachen kommen für eine Dysmorphophobie in Frage?

Als Ursachen für das Auftreten einer unbegründeten Angst des Hässlich-Seins kommen oft ein in der Kindheit erlebtes Mobbing, aber auch Zurückweisungen Gleichaltriger, in Betracht. In späteren Jahren spielen ferner medial vermittelte Ideale, was schön ist und was nicht, eine bedeutende Rolle zur Entwicklung dieses Phänomens.

Allgemein werden gerade Menschen mit derartigen Wahrnehmungsstörungen von Außenstehenden als besonders attraktiv eingeschätzt. Deshalb hat vermehrt der Freundes- und Bekanntenkreis Schwierigkeiten, das Verhalten der betroffenen Person nachzuvollziehen.

Auch Viktoria Ritter, die als Psychologin an der Universität in Frankfurt/Main tätig ist, kennt diese Problematik. Bei ihren Forschungen bezüglich der Dysmorphophobie konnte sie vermehrt ein verstärktes Feingefühl für ästhetische Proportionen bei Personen mit dieser Störung feststellen. Demzufolge ist dieser Personenkreis in der Lage, bereits kaum merkbare Differenzen der eigenen Optik sofort wahrzunehmen.

Dass die Dysmorphophobie allerdings tatsächlich eine Erkrankung ist, lässt sich im Allgemeinen erst relativ spät erkennen. Denn wer stellt sich nicht selbst gelegentlich die Frage, ob er oder sie eigentlich schön ist.

 

Silvia Göritz

 

Über Silvia Goeritz 10 Artikel
Silvia schreibt bereits seit ihrer Jugend. Damals waren es vornehmlich Gedichte und Kindergeschichten. Im Verlaufe der Jahre hat sich ihr Interesse auf die Bereiche Gesundheit - insbesondere Psychologie, Technik - Computer/Laptop, Smartphones und Haushalttechnik sowie Reisen und Tiere ausgeweitet. Silvia ist gelernte Sekretärin, Bürosachbearbeiterin sowie PC-Betreuerin. Im weiteren Verlauf hat sie sich in Fernlehrgängen als Texterin weiterqualifiziert. Sie verfasst neben Ratgeber auch Texte für Blogs, Webseitentexte sowie Destinations- und Produktbeschreibungen. Website: http://www.kreativetexterin.de/

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