Zecken bei Katzen: Entfernen & vorbeugen

Zecken sitzen vor allem in Gras und Laub, lauern im Gestrüpp oder treiben sich im Unterholz herum. Die kleinen Blutsauger mögen es warm, feucht und dunkel. Ihre Opfer sind Warmblüter. Läuft eine Katze vorbei, springen sie auf. Mit ihren scharfkantigen Mundwerkzeugen schneiden sie die Haut ein. Dadurch entsteht eine kleine Wunde, in der sie sich festsaugen. Schmerzen versursacht ein Zeckenstich nicht. Dafür sorgt der betäubende Speichel, den sie absondern. An sich sind Zecken ungefährlich. Allerdings übertragen die Spinnentiere gefürchtete Krankheiten. Darum sollten sie so schnell wie möglich entfernt werden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Zeckenbefall bei Katzen.

Wenn Katzen Freigang haben, bleiben Zecken nicht aus. Das gilt auch, wenn sie in einem katzensicher eingezäunten Garten unterwegs sind. Ab einer Außentemperatur von 7 ° Celsius sind die lästigen Krabbler aktiv. Das heißt, zwischen März bis November ist mit Zecken zu rechnen. Danach fallen sie in Winterstarre. Die Parasiten sind nur wenige Millimeter groß. Bevor eine Zecke zusticht, sucht sie nach einem geeigneten Platz. Dabei lassen sie sich problemlos absammeln. Sie bevorzugen die gefäßreichen Partien am Kopf und am Hals der Katze. Auch Schultern und Schwanzwurzel sind beliebte Ziele. Es dauert zwischen zwei und zehn Tagen, bis sich eine Zecke mit Blut vollgesogen hat. Anschließend lässt sie sich fallen.

Vollgesogene Zecke: Nach Blutmahlzeit bereit zum Eierlegen          
Vollgesogene Zecke: Nach Blutmahlzeit bereit zum Eierlegen; Foto: (c) JerzyGorecki / Pixabay

 

Zecken entfernen – Die wirksamsten Methoden

Haben sich die Parasiten bereits festgesaugt, lassen sie sich gut mit einer Zeckenzange, einem Zeckenhaken, einer Zeckenkarte oder einer Pinzette entfernen. Geübte Katzenhalter holen sie mit den Fingern heraus. Die Zecke sollte beim Entfernen auf keinen Fall gedreht werden. Am besten fasst man sie so hautnah wie möglich an und zieht behutsam und kontinuierlich. Leichtes Ruckeln kann beim Lösen helfen. Achtung: Den Körper nicht quetschen! Beim Zusammendrücken des Tieres können sonst gefährliche Flüssigkeiten unter die Haut der Katze gelangen. Das sollte unbedingt vermieden werden. Versuchen Sie, das komplette Tier zu entfernen.

Manchmal bleiben Zecken-Reste in der Haut stecken. Es handelt sich dabei meistens um Teile des Stechapparates. Der Körper der Katze stößt sie in der Regel von selbst ab.

Katze kratzt sich nach Zeckenbiss
Juckreiz nach Zeckenstich; Foto (c) rihaij / Pixabay

 

Zecken vorbeugen – Chemische Prophylaxe?

Tierärzte empfehlen meistens Spot-on-Präparate speziell für Katzen, um Katzen vor Zeckenstichen zu schützen. Diese Mittel werden in den Nacken oder zwischen die Schulterblätter geträufelt. Dazu wird das Fell gescheitelt, damit das Präparat direkt auf die Haut trifft. Die gewählte Stelle muss für die Katze unzugänglich sein. Sie darf die Flüssigkeit nicht herunterlecken. Andere Katzen sollten von dem behandelten Tier ferngehalten werden, um ein Ablecken zu vermeiden. Halter dürfen das frisch behandelte Tier vorübergehend nicht streicheln. Die frisch mit einem Spot-on-Präparat behandelte Katze darf auch nicht mit im Bett schlafen. Das potente Nervengift wirkt nicht nur auf Parasiten. Etwa 24 bis 48 Stunden dauert es, bis sich das Medikament auf der gesamten Haut verteilt hat.

 

Nur bei gesunden Katzen über 12 Wochen anwenden

Achtung: Diese Prophylaxe-Mittel dürfen ausschließlich bei gesunden Katzen verwendet werden. Spot-on-Präparate sind nicht geeignet für Tiere mit Hautverletzungen oder Hautkrankheiten. Junge Kätzchen unter 12 Wochen dürfen damit nicht in Berührung kommen. Sonst besteht Lebensgefahr! Bei älteren Katzen ist das Gewicht die Berechnungsgrundlage. Ihre Katzen leidet unter einer chronischen Krankheit? Holen Sie vor der Verabreichung von Zeckenmitteln unbedingt den Rat Ihres Tierarztes ein.

Kätzchen im Baum
Für abenteuerlustige Kätzchen ungeeignet: Kein Spot-on-Präparat für Katzen unter 12 Wochen , Foto: (c) Kessa / Pixabay

Kein Permethrin für Katzen

Achten Sie beim Kauf von Zeckenschutzmitteln darauf, dass kein Permethrin enthalten ist. Dabei handelt es sich um einen starken Wirkstoff gegen Parasiten. Er wirkt als Kontakt- und Fraßgift. Hunde vertragen diesen Wirkstoff im Allgemeinen gut. Für Katzen ist Permethrin giftig. Ihnen fehlt ein Enzym zum Abbau. Darum dürfen Sie keinesfalls Zecken-Präparate, die für Hunde gedacht sind, bei Ihrer Katze anwenden.

Leben in einem Haushalt Hund und Katze als dicke Freunde zusammen? Dann ist das Risiko zu hoch, dass die Katze den Hund an der Applikationsstelle ableckt. Steigen Sie besser auf ein Mittel um, das für beide Tiere verträglich ist.

Hund und Katze sind dicke Freunde
Enge Freunde teilen alles: Auch bei Hunden darauf achten, dass der Zeckenschutz für Katzen nicht giftig ist; Foto: (c) Free-Photos / Pixabay

Zecken-Halsband für Katzen?

Ein Zecken-Halsband ist für eine Katze wegen des hohen Verletzungsrisikos nur bedingt geeignet. Es muss dauerhaft getragen werden. Streicht die Katze durchs Gebüsch, kann das Halsband sich darin verfangen. Schlimmstenfalls erhängt sich die Katze daran. Wer auf dieses Hilfsmittel nicht verzichten möchte, sollte ein Halsband mit Sollbruchstelle kaufen. So kann es einreißen, falls die Katze hängenbleibt. Nachteilig ist dann höchstens, dass das Halsband bei einem Verlust ersetzt werden muss. Achten Sie darauf, dass das Halsband explizit für Katzen zugelassen ist. 

Was noch erwähnt werden muss: Viele dieser Halsbänder stinken bestialisch. Schon für menschliche Nasen ist der Geruch kaum auszuhalten. Wir besitzen zwischen fünf und zwanzig Millionen Riechzellen, Katzen rund 60 Millionen. Man kann sich vorstellen, wie entsetzlich der Gestank für die sauberen Tiere sein muss.

Kokosöl: Natürliches Mittel gegen Zecken

Nicht jeder Halter möchte seine Katze mit einer Chemiekeule behandeln. Ungefährlich sind Spot-on-Produkte nämlich selbst für gesunde Katzen nicht. An der Applikationsstelle kann es zu Haarausfall und Juckreiz kommen. Manche Katzen zeigen neurologische Symptome wie Depressionen oder sie erbrechen und speicheln vermehrt. Dazu kommt, dass die Parasiten immer häufiger Resistenzen gegen Spot-on-Präparate entwickeln.

100 % natürliches Kokosöl gilt bei vielen Tier- und Wanderfreunden als Geheimtipp: Einfach dreimal die Woche Kopf, Bauch, Rücken und Schwanz der Katze mit einer etwa erbsengroßen Portion Kokosöl einreiben. Fertig ist der perfekte Zeckenschutz. Das Fell sieht kurz nach der Anwendung leicht fettig aus. Aber das bessert sich bereits nach kurzer Zeit. Die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure ist ein sehr wirksames Antizecken-Mittel. Selbst wenn die Katze ihr Fell ableckt, ist das absolut ungefährlich. Sie und Ihre Kinder können sie unbesorgt streicheln, mit ihr spielen und kuscheln. – Und Sie ersparen Ihrem geliebten Vierbeiner den Kontakt mit einem Nervengift, das ohnehin von Jahr zu Jahr weniger Wirkung auf die Parasiten zeigt.

Wirkt gegen Zecken: Kokosöl
Kokosnuss-Öl: Natürlich und wirkungsvoll gegen Zecken; Foto: (c) moho01 / Pixabay

Erkranken Katzen durch Zeckenbisse?

Der Stich einzelner Zecken bleibt für Katzen in der Regel folgenlos. An der Wunde kann es zu einer Entzündung kommen. Diese heilt nach ein paar Tagen von selbst wieder ab. Leidet die Katze allerdings unter einem massiven Zeckenbefall, ist Blutarmut (Anämie) eine mögliche Konsequenz. Darum gilt: So schnell wie möglich raus mit den Zecken.

Lyme-Borreliose bei Katzen?

Bei Katzen ist Borreliose selten. Eine Infektion kann auftreten, wenn die Zecke mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi infiziert und etwa 18 Stunden festgesaugt war. Erkrankte Katzen zeigen in der Regel Lähmungserscheinungen. Manchmal dauern diese nur wenige Tage an, wiederholen sich aber nach Tagen oder Wochen erneut. Sollte Ihre Katze derartige Symptome zeigen, gehen Sie sofort zum Tierarzt. Teilweise leiden betroffene Tiere unter geschwollenen Gelenken. In seltenen Fällen kommt es zu Nierenproblemen bis zum Nierenversagen.

Weitere mögliche Symptome

  • Steifheit beim Laufen
  • Gelenkschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Starker Durst
  • Mühe beim Atmen
  • Empfindlichkeit bei Berührungen
  • Fieber
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Herzfehler und Herzblockaden
In seltenen Fällen erkranken Katzen an Borreliose; Foto: (c) Hanish / Pixabay

Behandlungsmöglichkeiten

Wird die Krankheit rechtzeitig diagnostiziert, helfen Antibiotika. Die tierärztliche Behandlung dauert vier Wochen. Leider lassen sich die Symptome bei manchen Tieren nicht vollständig beheben. Manche Katzen leiden weiter unter Gelenkschmerzen, obwohl die Bakterien beseitigt sind.

Katzen können nicht wie Hunde gegen Borreliose geimpft werden. Daher ist der beste Schutz gegen Borreliose ein schnelles Ziehen der Zecken.

 

Kein Grund zur Panik

Eine Zecke ist kein Grund, in Panik zu verfallen. Wenn sie schnell herausgezogen wird, passiert in den meisten Fällen nichts. Darum sollten Sie Ihr Tier nach jedem Freigang sorgfältig absuchen. Bürsten kann helfen, krabbelnde Parasiten aus dem Fell zu holen. Prüfen Sie die Lieblingsplätze Ihres Tieres. Falls die Katze mit im Bett schläft, ist in Frühling und Sommer helle Bettwäsche sinnvoll. Darin sind die dunklen Spinnentiere leichter zu entdecken.

Michaela Hövermann

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