Warum Katzen Katzengras brauchen

Katzengrass
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Die meisten Katzen knabbern gern an Gras. Für Wohnungskatzen bedeutet Katzengras ein Stück Natur. Aber das Nahrungs-Ergänzungsmittel ist noch aus einem anderen Grund wichtig: Es hilft Katzen beim Herauswürgen von verschluckten Haaren. Ohne Unterstützung kann der Haarball lebensgefährlich werden.

Die intensive Fellpflege führt dazu, dass Katzen immer wieder abgestorbene Haare verschlucken. Sie putzen sich selbst, aber auch ihre Artgenossen. Ihre raue Zunge ist mit kleinen Widerhaken versehen, in denen die Haare hängen bleiben. Kleinere Mengen scheiden gesunde Katzen mit dem Kot wieder aus. Größere verdichten sich im Magen zu einer Art fester Wurst. Katzen müssen diese Haarknoten hochwürgen und erbrechen, um sie loszuwerden.

Katze im Gras
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Nicht nur reine Wohnungskatzen brauchen Katzengras. Auch Freigänger profitieren davon. Immerhin verdrücken sie nicht nur ihr eigenes Fell. Sie verspeisen zusätzlich das eine oder andere Beutetier mit Haut und Haaren. Allerdings bedienen sich Katzen mit Ausgang meistens ohnehin draußen auf der Wiese.

Warum Haarballen gefährlich sind

Scheidet die Katze die Haare nicht aus, drohen Verdauungsprobleme (Verstopfung). In seltenen Fällen kann es zu einer Magenschleimhautentzündung oder sogar zu einem Darmverschluss kommen. Das ist lebensgefährlich.

Anzeichen für einen Darmverschluss:

  • erfolgloses Würgen (Würgebewegungen und Würgegeräusche)
  • Schwäche, Apathie und Lethargie
  • wässriger Durchfall
  • Erbrechen des Darminhalts

Zeigt Ihre Katze diese Symptome, suchen Sie bitte sofort einen Tierarzt auf.

Wie das Katzengras hilft

Mit Katzengras sorgen Sie dafür, dass es nicht soweit kommt. Die Pflanzenfasern sind gewissermaßen eine Würgehilfe. Sie unterstützt Katzen dabei, die Haare auszubrechen.

Topf mit Katzengras als Verdauungshilfe
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Katzengras kaufen: Worauf Sie achten sollten

Es gibt Katzengras fix und fertig zu kaufen. Wichtig ist, dass die Pflanzen ungiftig und nicht gedüngt sind. Die Halme sollten außerdem möglichst weich sein. Zyperngras gibt es in unterschiedlichen Sorten. Manche sind zu hart. Wenn Katzen an zu scharfkantigen Halmen knabbern, kann es zu Verletzungen im Mundbereich kommen. Testen Sie am besten mit den Fingern, wie sich das Katzengras anfühlt.

Zwerg-Zyperngras (Cyperus alternifolius Nana) ist meistens zart und gut geeignet.

Weizen, Hafer und Gerste werden im Handel ebenfalls für Katzen angeboten. Diese Getreide-Schößlinge sind ungefährlich und werden zum Knabbern gern genommen.

Katzengras selbst ziehen

Wer Katzengras lieber selbst ziehen möchte, findet in der Zoohandlung schnellkeimende Saatschalen. Online gibt es größere Mengen an Samen zu kaufen. Achten Sie darauf, das Katzengras in unbehandelter Gartenerde auszusäen. Sie dürfen es nicht düngen.

Eine Wiese für Stubentiger

Wer seinen Katzen eine besondere Freude machen möchte, stellt ihnen eine kleine Katzenwiese im Haus zur Verfügung. Bepflanzen Sie dazu eine große, flache Kiste. Die Katzen lieben es, am Katzengras und an der Erde zu schnuppern. Außerdem nutzen sie die Gelegenheit gern, um sich ins Gras zu legen. Damit sich die Halme wieder erholen, sollten Sie das Gras nach einer gewissen Zeit vorübergehend wegstellen.

Katzen im Katzengras
Katzengras: Ein Stück Natur in der Wohnung / Michaela Hövermann

Grünlilien als Alternative?

Grünlilien (Chlorophytum comosum) sind pflegeleicht und problemlos zu vermehren. Wegen ihrer luftreinigenden Funktion werden die grasähnlichen Pflanzen gern in Büros oder in Raucher-Wohnungen eingesetzt. Genau das ist ein Problem: Die Pflanzen holen die Giftstoffe aus der Luft und speichern sie in ihren Blättern.

Leben Sie in einer verkehrsreichen Gegend? Rauchen Sie? Wohnen Sie in der Nähe des Industriegebiets? Dann halten Sie Ihre Katze von Ihren Grünlilien fern. Sonst nimmt sie sämtliche Giftstoffe auf. Bieten Sie ihr lieber gesundes, ungiftiges Katzengras an.

Dicke Katze liegt neben Katzengras
Katzengras: Besonders wichtig bei Übergewicht und Bewegungsmangel

Katzengras pflegen

Alle Sorten Katzengras sind überaus pflegeleicht. Stellen Sie den Blumentopf möglichst hell auf und halten Sie die Erde leicht feucht. Ein schwerer Übertopf verhindert, dass die Katzen das Katzengras beim Schmusen umstoßen.

Wenn die Katze das Katzengras nicht anrührt

In der Regel mögen Katzen Katzengras. Lässt Ihre Katze die Halme links liegen? Es gibt noch andere Möglichkeiten, ihr zu helfen, die lästigen Haarballen loszuwerden:

  • Bürsten Sie Ihre Katze regelmäßig.
  • Kämen ist in Zeiten des Fellwechsels besonders wichtig. (Bei langhaarigen Rassekatzen ist die Fellpflege von Menschenhand ohnehin Pflichtprogramm.) Befreien Sie Ihren samtpfötigen Hausgenossen behutsam von losem Unterfell. Achtung nicht übertreiben: Manche Bürsten holen sehr viel Unterwolle heraus. Das kann dazu führen, dass Sie Ihre Katze versehentlich kahl bürsten. Nehmen Sie ab und zu nur eine einfache Bürste oder gleiten Sie mit feuchten Händen über das Fell Ihrer Katze. Daran bleibt wirklich nur loses Haar hängen.
  • Bieten Sie Ihrer Katze Malzpaste an. Malzpaste beinhaltet Öle und Ballaststoffe, die beim Ausscheiden von Haarballen helfen.
  • Versuchen Sie es mit Anti-Hairball-Snacks mit Ulmenrinde. Die nordamerikanische Rotulme heißt auf Englisch „slippery elm“. Der Name ist Programm: Ulmenrinde sorgt für eine verstärkte Schleimbildung im Verdauungstrakt. Dadurch werden Haare glitschig („slippery“) und können einfacher über den Darm ausgeschieden werden. Zusätzlich besitzt die Ulmenrinde entzündungshemmende Eigenschaften. Die Snacks finden Sie online und offline in Zoofachgeschäften.
  • Geben Sie einen halben Teelöffel Öl über das Nassfutter. Das ist ein sehr effektives Mittel, um Verdauungsproblemen durch Haarballen vorzubeugen. Allerdings sollten Sie vor dieser Maßnahme unbedingt Rücksprache mit Ihrem Tierarzt halten.

Michaela Hövermann

 

Michaela Hövermann ist freiberufliche Texterin und Journalistin. Nach Beendigung ihres Studiums im Jahr 2000 hat sie ihren Traum wahrgemacht und angefangen zu schreiben. Ihre Schwerpunkte sind unter anderem Wirtschaft und Karriere, Technik, Sicherheit, Pädagogik, Psychologie, Liebe, Beziehung und Partnerschaft sowie Gesundheitsthemen. Portfolio: https://michaelahoevermann.contently.com/

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