Gartenkalender: Winterpause und Pläne für den Saisonstart

Gartenarbeit im Winter
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Im Januar ist für viele Hobbygärtner die arbeitsärmste Zeit, weil es für die meisten Gartenarbeiten zu kalt ist. Wer Lust hat, kann also mit dem Gärtnern pausieren und wird trotzdem nicht viel verpassen. Für rastlose Grünfinger gibt es dennoch jede Menge Tätigkeiten, die auch im Winter erledigt werden können.

Nach der Saison ist vor der Saison, das gilt auch für Gartenfreunde. Selbst wenn draußen Froststarre herrscht und die Beete schneebedeckt sind, kann das Gartenhobby ausgeübt werden. Nach monatelanger körperlicher Tätigkeit an der frischen Luft tun sich viele ohnehin schwer damit, Spaten und Schere ruhen zu lassen. Das ist auch gut so, denn die Werkzeuge sollten nach dem ausgiebigen Gebrauch auch gewartet und gepflegt werden. Demzufolge ist im Winter hierfür eine günstige Zeit.

Gartengeräte reinigen

Bei Schaufel, Spaten und allen anderen Geräten aus Metall ist zuerst eine grobe Reinigung der Eisenteile angesagt. Erdreste und andere Verschmutzungen können Sie dann mit einer Spachtel abkratzen, bei hartnäckigen Stellen helfen Drahtbürste und Stahlwolle. Danach kann man alles mit lauwarmem Seifenwasser abwaschen, auch die Kunststoffteile sowie Stiele und Griffe aus Holz. Angeraute Holzstiele sollten Sie mit Schmirgelpapier abreiben und anschließend mit Leinöl einreiben. Bei wackeligen Stielen an Schaufeln oder Rechen müssen die Schrauben nachgezogen oder die Befestigung erneuert werden. Sind die Stiele bereits angebrochen oder beschädigt, ist es ratsam, diese gleich auszutauschen.

Gartenwerkzeug reinigen
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Bevor man alles wieder einräumt, lohnt es sich, das Gerätehaus auszufegen und Halterungen oder Aufbewahrungsmöglichkeiten für Werkzeuge und Kleinteile in Ordnung zu bringen. Dabei finden sich meist noch weitere Arbeiten: Schubkarrenreifen aufpumpen, abgelaufenes Saatgut aussortieren oder gleich richtig ausmisten – bestimmt finden Sie noch viele weitere Dinge, die Sie schon längst erledigen wollten.

Austausch mit Gartenfreunden

Für viele Gartenliebhaber ist das die schönste Winterbeschäftigung: Gartenbücher und Pflanzenkataloge wälzen, in Zeitschriften schmökern oder sich mit Gleichgesinnten in Internetforen austauschen. Gartengestaltung kann auch in der Theorie sehr spannend sein. Selbst wenn die Umsetzung fraglich ist, kann man dennoch Pläne schmieden für eine Neugestaltung in die Jahre gekommener Gartenecken. Pflanzenbestellungen dürfen Sie auch jetzt schon aufgeben, da gute Versender die getopften Schätze natürlich erst rausschicken, sobald es das Wetter zulässt. Samentüten haben ohnehin kein Problem damit, in Postpaketen durch das Land zu reisen.

Auch das Versenden selbst gesammelter Saat an Gartenfreunde ist eine beliebte Winterbeschäftigung. In Vereinen oder Foren zusammengeschlossene Pflanzenliebhaber organisieren sogar manchmal Samentauschpakete, die nach einer Liste von Teilnehmer zu Teilnehmer weiter geschickt werden. Jeder Empfänger nimmt nach Belieben Saatgut heraus, legt etwas Neues dazu und schickt das Paket weiter. Dadurch kommt man zu Raritäten oder Pflanzen, die man bis dahin noch nicht auf der Wunschliste stehen hatte.

Frostfreie Tage im Winter nutzen

In manchen Jahren sind die Temperaturen im Januar mild genug, dass erste Gartenarbeiten im Freien erledigt werden können. Zum Beispiel das Schneiden von Sträuchern und Obstbäumen. Wichtig ist, dass Sie diese Arbeiten wirklich nur bei frostfreiem Wetter angehen und ausschließlich unempfindliche Bäume und Sträucher schneiden. Dazu gehören heimische Laubgehölze wie Hasel, Liguster, Hainbuche oder Holunder. Robuste Gartengehölze wie Flieder, Weigelie oder Bauernjasmin dürfen ebenfalls geschnitten werden, sofern es aus Platzgründen nötig ist.

Vor- und Nachteile beim Winterschnitt

Wenn der Rückschnitt nicht dringend erforderlich ist, kann man die Gehölze jedoch auch im Sommer schneiden. Ein guter Zeitpunkt ist für alle Gehölze jeweils nach ihrer Blütezeit. Dann geht nämlich die Wundheilung besser vonstatten und der Blütenansatz fürs nächste Jahr wird nicht beeinträchtigt. Gleiches gilt für die Obstbäume. Hier ist ebenfalls der Sommerschnitt schonender für die Pflanze. Das Schneiden im Winter ist aber nicht direkt schädlich und bringt andere Vorteile: man erkennt den Habitus der Pflanze deutlicher und kann dadurch Wuchsfehler besser korrigieren. Außerdem ist im Winter meist mehr Zeit zur Verfügung, weil sonst nicht so viel zu tun ist im Garten.

Wildwuchs entfernen

Wenn man ohnehin dabei ist, die Sträucher zu durchforsten, kann man auch die Hecke nach unerwünschtem Aufwuchs absuchen. Häufig gehen zwischen den Sträuchern Baumsämlinge auf, die hier schon aus Platzgründen nicht dauerhaft bleiben können. Bemerkt man die jungen Eschen- oder Ahornsämlinge zu spät, lassen sie sich nur unter großem Kraftaufwand entfernen. Mit etwas Übung können Sie solche Arten im unbelaubten Zustand gut erkennen, da diese oft andersfarbiges Holz oder unterschiedlich aussehende Knospen haben. Ist der Boden gefroren, sollten Sie die Pflanzen markieren und beim nächsten Tauwetter entfernen.

Gartenarbeiten im Jahreslauf planen

Für die wenigsten Gartenarbeiten gibt es einen einzigen richtigen Zeitpunkt. Vielmehr geht es darum, alle Tätigkeiten in einen sinnvollen Ablauf einzuordnen, der nicht nur für die Gartenpflanzen gut ist, sondern auch dem Gartenbesitzer ausreichend Spielraum lässt, alle Pflichten zu vereinbaren. Erfahrene Gärtner planen ohnehin mehrmals pro Woche etwas Zeit für regelmäßig wiederkehrende Gartenarbeiten wie Rasenmähen oder Jäten ein. Größere Projekte wie Umgestaltungen oder umfangreiche Schneidearbeiten sollten aber eigens im Kalender eingetragen werden, damit dann wirklich die erforderliche Zeit dafür frei ist. Mit einer vorausschauenden Planung kann das Gärtnern zu einer entspannenden Lieblingsbeschäftigung werden – durch das ganze Jahr hindurch.

Martina Meidinger

Martina Meidinger ist Landschaftsgärtnerin und Gartenbuchautorin. 2009 hat sie den Gartenkulturführer gegründet, ein Veranstaltungsmagazin für Gartenfreunde in Bayern, für das sie nach wie vor als Texterin und Redakteurin tätig ist. Wenn sie nicht gerade im Garten ackert, bearbeitet sie ihr Lieblingsthema an der Tastatur.

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