Angst vor Einbruch? Haus und Wohnung mit einfachen Mitteln schützen

Einbruch
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Mit diesen 10 Vorsichtsmaßnahmen machen Sie sich bei Einbrechern unbeliebt.

Eingeschlagene Fenster, aufgebrochene Türen, zerstörte Einrichtungsgegenstände. Alle drei Minuten passiert in Deutschland ein Einbruch. 2016 wurden in Deutschland 151.000 Einbruchdiebstähle gemeldet. Etwa die Hälfte werden laut Focus von November bis Januar verübt. Tageslicht schreckt die Täter nicht ab: 57,9 % wählen einen Zeitraum zwischen 10 und 20 Uhr, um sich Zutritt zum Privateigentum anderer Menschen zu verschaffen. Das Risiko, jemandem zu begegnen, ist dann am kleinsten. Allerdings gibt es auch dreiste und unvorsichtige Zeitgenossen. Bei jedem 10. Einbruch sind Hausbewohner anwesend. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Eigentum vor Diebstahl und Vandalismus schützen können.

Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
http://www.polizei-beratung.de

Nach einem Einbruch fühlen sich die Opfer in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Fremde sind in die eigene Privatsphäre eingedrungen, haben alles zerwühlt. Wer weiß, ob sie wiederkommen. Unruhe und Angst werden zu Alltagsbegleitern. Die psychischen Folgen nach einem Einbruch sind immens. Lassen Sie es nicht soweit kommen.

Bei Ihnen würde sich ein Einbruch sowieso nicht lohnen? Es gibt keine Wertsachen in Ihrem Zuhause? So denken viele. Aber zum einen kennt der Täter Ihre finanziellen Verhältnisse nicht, wenn er bei Ihnen „einsteigt“. Zum anderen besitzt fast jeder heutzutage ein Smartphone, einen mp3-Player, einen Laptop und vielleicht zusätzlich ein Tablet. Diese Dinge sind leicht mitzunehmen und schnell zu verkaufen. Das reicht den meisten schon. Vielleicht horten Sie keinen wertvollen Schmuck. Aber wenn ein Erbstück von geringem materiellen Wert verschwindet, kann Ihnen diesen Verlust niemand ersetzen. Finden Täter tatsächlich nichts von Wert, kann es sein, dass sie aus Wut und Frust Ihr Eigentum demolieren.

Einbruch in Privatwohnungen: Spontantäter

In 80 % der Fälle sind es Gelegenheitsdiebe, die bei Privatpersonen einsteigen. Sie schauen herum und suchen ein geeignetes Objekt. Ist offensichtlich niemand zu Hause, versuchen sie, sich Zutritt zu verschaffen. Das muss schnell gehen. Denn die meisten wollen nicht von Hausbewohnern, Passanten oder Nachbarn überrascht werden. In rund 8 Sekunden verschaffen sich die Täter Zutritt. Ein Einbruch dauert durchschnittlich 5 Minuten. Diese Informationen bieten wertvolle Ansatzpunkte, wie Sie Haus und Wohnung effektiv sichern können.

 

Tipp 1: Täuschen Sie Anwesenheit vor.

Egal, ob Sie im Urlaub oder nur für ein paar Stunden unterwegs sind: Lassen Sie Haus oder Wohnung bewohnt aussehen. Diesen Eindruck erzeugen Sie beispielsweise durch Schuhe vor der Eingangstür, hochgezogene Jalousien, Spielzeug im Garten und gesund aussehende Pflanzen auf den Fensterbänken. Umgekehrt signalisieren ein perfekt aufgeräumtes, verwaist wirkendes Grundstück, ein Haus mit heruntergelassenen Jalousien und überquellendem Briefkasten: Wir machen Urlaub! Das ist eine Einladung für Spontantäter.

Bitten Sie Freunde, Familienangehörige oder Nachbarn um Unterstützung. Es hilft, wenn der Briefkasten täglich geleert, Pflanzen bewässert und die Rollläden passend zur Tageszeit hochgezogen und heruntergelassen werden. Aktivität auf dem Grundstück wird nicht unbemerkt bleiben. Vielleicht ist Ihr Nachbar sogar bereit, sein Auto während Ihrer Abwesenheit vor Ihrer Tür zu parken.

 

Tipp 2: Setzen Sie Licht zur Abschreckung von Einbrechern ein.

Bewegungsmelder
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Licht ist ein wirkungsvolles Mittel zur Abschreckung von Dieben. Anspringende Bewegungsmelder lassen Nachbarn und Passanten aufmerken. Die Täter wollen unerkannt bleiben. Stehen sie im Licht, ist das Risiko zu hoch, wiedererkannt zu werden. Im Innern der Räume erzeugen beispielsweise TV-Simulatoren, die über Zeitschaltuhren gesteuert werden können, wechselndes Licht. Zusätzlich können Lampen zu programmierten Zeiten oder mit entsprechenden Apps via Smartphone eingeschaltet werden.

 

Tipp 3: Schließen Sie Fenster und Türen nachts und beim Verlassen des Hauses (ab).

Zwei Drittel aller Einbrüche finden durch die Fenster statt. Wenn Sie das Haus verlassen, sollten sie gekippte Fenster immer schließen. An wärmeren Tagen lassen viele Menschen die Fenster dauerhaft in Kippstellung. Diese von außen zu öffnen, ist ein Kinderspiel. Das kostet selbst Laien nur wenige Sekunden. Das einzige, was man tun muss, ist den Fenstergriff drehen.

Türen sollten Sie generell zweimal abschließen, um es Einbrechern schwerer zu machen.

 

Tipp 4: Entfernen Sie Leitern und sonstige „Einstiegshilfen“.

Lassen Sie keine Leitern ungesichert liegen oder stehen. Problematisch können ebenfalls Rankhilfen, Gartenmöbel und

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Gerüste sein. „Einstiegshilfen“ wie diese werden von Einbrechern gern genutzt, um Balkone und höher gelegene Fenster zu erreichen. Mülltonnen und Papiercontainer, die leicht beklettert werden können, sollten möglichst nicht frei zugänglich auf dem Grundstück stehen. Gibt es dafür keinen Schuppen, platzieren Sie Ihre Abfallbehältnisse wenigstens nicht einladend unter den Fenstern.

 

Tipp 5: Aufmerksame Nachbarn und Hunde können einen Einbruch verhindern.

 

Wachsamer Nachbar kann Einbruch verhindern
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Abschreckende Wirkung kann schon ein leuchtend gelbes Schild mit der Aufschrift „Vorsicht! Wachsamer Nachbar“ haben. Es ist Teil der polizeilichen Präventionsarbeit und kann online hier gratis heruntergeladen oder kostenlos bei Beratungsstellen abgeholt werden.

Hunde sind bei Dieben unbeliebt, denn sie gelten als unberechenbar. Dementsprechend kann lautes Gebell durchaus eine abschreckende Wirkung auf Einbrecher haben. Sie haben keinen Vierbeiner zu Hause, der Ihr Grundstück bewacht? Greifen Sie zu einem Trick: Ein Warnschild mit der Aufschrift: „Vorsicht, bissiger Hund“ in Kombination mit einem elektronischen Wachhund, der Hundegebell täuschend echt simuliert, wirkt Wunder.

Tipp 6: Sichern Sie sämtliche Zugangswege zu Haus und Wohnung: Rüsten Sie mechanischen Einbruchsschutz für Fenster und Türen nach.

Jedes Haus hat Schwachstellen. In erster Linie sind das die direkten Zugangswege: Fenster und Türen. Betroffen sind Haustüren, Wohnungstüren, Balkontüren, Terrassentüren und Garagentore. Das gilt für Einfamilienhäuser ebenso wie für Mehrfamilienhäuser. Die beliebteste Einbruchsmethode ist das Aufhebeln von Fenstern und Türen mit einfachen Hebelwerkzeugen wie Schraubendreher und Keil oder Brecheisen. Vierfünftel aller Einbrüche werden auf diesem Weg verübt. Diebe können das Werkzeug unauffällig am Körper tragen. Das Aufhebeln verursacht keinen Lärm und hinterlässt kaum auffällige Spuren.

Einbruchhemmende Fenster und Türen

Wirkungsvollen Schutz gegen das Aufhebeln bieten einbruchhemmende Fenster und Türen, die nach DIN EN 1627 geprüft und zertifiziert wurden. Noch hat sich das in Deutschland allerdings nicht durchgesetzt. Rüsten Sie herkömmliche Fenster mit mechanischer Sicherheitstechnik nach. Empfehlenswert sind Pilzkopfzapfen (nach DIN 18104 Teil 2 geprüft/zertifiziert und montiert) und Aufschraubsicherungen. Rund 5 % der Einbrecher schlagen die Scheiben ein, fassen durch das Loch und drehen den Fenstergriff herum. Das können Sie durch einbruchhemmende Fensterscheiben oder abschließbare 100-Nm-Fenstergriffe (Klasse FG-S-1 gemäß DIN 18267) verhindern.

Eine sichere Eingangstür installieren

Wer durch die Tür einbrechen will, versucht, den Profilzylinder abzubrechen und zu entfernen. Wenn der herausgezogen ist, lässt sich die Tür mühelos öffnen. Sorgen Sie darum unbedingt für eine sichere Eingangstür. Dazu tragen diese Kriterien bei:

  • Einbruchhemmendes Türblatt
  • Mehrfache Absperrmöglichkeit (nach mehreren Seiten)
  • Einbruchhemmendes Schloss mit extra geschützten Profilzylinder inklusive Abdeckung
  • Durchgängige, im Mauerwerk verankerte Schließleiste
  • Zusatzschloss mit Sperrbügel, sodass die leicht geöffnete Tür nicht komplett aufgestoßen werden kann
  • Türspion mit Weitwinkel

Ist die Garage mit dem Haus verbunden, sollte die Zugangstür zum Wohnbereich ebenfalls gesichert werden.

 

Tipp 7: Installieren Sie eine elektronische Alarmanlage.

Die Polizei empfiehlt Verbrauchern Einbruchmeldeanlagen (EMA) mit Grad 2, um Wohnungen und Häuser zu schützen.

Schutz vor Einbruch und Diebstahl
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Außerdem sollte gewährleistet sein, dass die Einbruchmeldeanlage mit einer Notruf- und Servicestelle verbunden ist, die tatsächlich 24 Stunden besetzt ist. Dann sind Sie auf der sicheren Seite, falls sich jemand in Ihrer Abwesenheit Zutritt zu Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung verschafft. Ein Alarm allein nutzt nichts. Die Menschen sind so sehr an Falschalarme gewöhnt, dass kaum jemand noch Notiz nimmt, wenn ein Alarm losgeht. Achten Sie bei der Anschaffung auf eine VdS-Zertifizierung. Damit sind Sie auf der sicheren Seite. VdS bedeutet „Vertrauen durch Sicherheit“. Dahinter verbirgt sich ein weltweit anerkanntes Sicherheitsunternehmen.

 

Tipp 8: Schützen Sie sich mit einem Live-Einbruchschutz.

Wer nicht nur auf eine klassische Alarmanlage setzen will, kann ein Alarmsystem mit einem Live-Einbruchschutz kombinieren. Geht ein Alarm los, schaltet sich der zuständige Mitarbeiter in der Notruf- und Serviceleitstelle live per Audio- oder Videoübertragung dazu. Liegt tatsächlich ein Einbruch vor, vertreibt er die Täter durch laute Ansprache und alarmiert sofort die Polizei.

 

Tipp 9: Verraten Sie Urlaubspläne nicht in sozialen Medien

Facebook & Co: Keine Ferienbilder vor der Heimkehr posten
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Es ist praktisch, auf Facebook gleich sämtliche Kontakte über Ihre Abwesenheit zu informieren. Gleichzeitig ist das eine Einladung für Diebe. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie Ihren Urlaub nicht in sozialen Netzwerken öffentlich machen.

Posten Sie Schnappschüsse Ihrer Reise und Selfies ebenfalls nicht sofort, sondern erst nach Ihrer Rückkehr. Ausnahme: Jemand hütet Ihr Haus während Sie unterwegs sind. Schreiben Sie das am besten bei Ihren Postings mit dazu.

 

Tipp 10: Lagern Sie Bargeld, wertvollen Schmuck und andere Wertsachen in einem Tresor.

Geld in einem Fake-Buch, unter dem Kopfkissen, im Marmeladenglas oder im Kleiderschrank aufzubewahren, ist keine gute Idee. Die Täter kennen alle gängigen Verstecke. Sinnvoller ist die Anschaffung eines Tresors oder Wertschutzschranks. Dieser sollte laut Helmut Rieche von der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir“ in Berlin ein Eigengewicht von mindestens 200 Kg besitzen. Leichtere Tresore werden womöglich einfach mitgenommen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Safe von Ihrer Versicherung anerkannt wird. Eine gute Orientierungshilfe bietet – wie beim mechanischen Einbruchschutz und Einbruchmeldeanlagen – auch hier eine VdS-Zertifizierung. Größere Summen Bargeld sind in einem Bankschließfach besser aufgehoben.

 

Fakten zum Einbruchdiebstahl:

Im März 2017 wurde von der Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine Umfrage zum Thema „Wohnsicherheit und

Einbrüche passieren nicht nur in der Dunkelheit
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Einbruchdiebstahl“ durchgeführt. Auftraggeber war der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). 1.002 Personen ab 18 Jahren, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden, nahmen an der repräsentativen Befragung teil. Darunter befanden sich Hauseigentümer, Vermieter und Mieter. Die Ergebnisse können hier im Detail nachgelesen werden.

  • Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch lag 2016 bei 3.250,- €.
  • Etwa jeder dritte Befragte fürchtet sich davor, Opfer eines Einbruchs zu werden. Dabei ist die Sorge von Hausbewohnern größer (43 %) als die von Wohnungsbewohnern (28 %).
  • Mehrheitlich setzen Menschen Rollläden an den Fenstern (56 %) ein, um sich vor Einbrüchen zu schützen. 46 % nutzen Bewegungsmelder auf dem Grundstück. Mechanische Sicherungsmöglichkeiten werden dagegen sehr wenig genutzt. Abschließbare Fenstergriffe haben nur 23 % der Befragten installiert. Auf Querriegelschlösser oder ein zweites Türschloss vertrauen 17 %. Gerade einmal 13 % der Umfrage-Teilnehmer haben eine Kette an der Eingangstür.
  • 5 % der Befragten besitzen eine Alarmanlage.
  • Vermieter sind nicht prinzipiell dazu verpflichtet, in Sicherungstechnik zu investieren oder die Kosten dafür mit zu tragen. 44 % der Befragten will kein Geld in fremdes Eigentum stecken.

 

Aufklärungsquote bei Einbruch

Selbst wenn Sie einen Tresor besitzen, sollten Sie den Einbruchschutz nicht vernachlässigen. Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen liegt nur bei 16,9 %. „Aufgeklärt“ bedeutet, dass ein Tatverdächtiger ermittelt wurde. Ob diesem die Tat letztendlich wirklich nachgewiesen werden kann, ob es einen Prozess mit Verurteilung gibt und ob das entwendete Eigentum zurückgegeben wird, spielt dabei laut Spiegel keine Rolle. Das heißt im Klartext: Weg ist weg.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Zuhause nach Ihren Möglichkeiten abgesichert wird. Mit unseren 10 Tipps können Sie die Sicherheit Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung bereits erhöhen. Haben Sie noch andere leicht umsetzbare Ideen? Verraten Sie es uns in den Kommentaren.

Michaela Hövermann

Michaela Hövermann ist freiberufliche Texterin und Journalistin. Nach Beendigung ihres Studiums im Jahr 2000 hat sie ihren Traum wahrgemacht und angefangen zu schreiben. Ihre Schwerpunkte sind unter anderem Wirtschaft und Karriere, Technik, Sicherheit, Pädagogik, Psychologie, Liebe, Beziehung und Partnerschaft sowie Gesundheitsthemen. Portfolio: https://michaelahoevermann.contently.com/

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