Gartengestaltung: So werden Gartenträume wahr

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Attraktive Gartengestaltung: Wer sich den Traum vom eigenen Heim erfüllt hat, möchte auch den Außenbereich passend dazu gestalten. Sogar Menschen, die zur Miete wohnen, investieren oft viel in ihre Gärten. Selbst wenn sie hierbei nicht so frei agieren können, wie die Eigenheimbesitzer.

Optisch gehen die Vorstellungen manchmal weit auseinander, aber was der Traumgarten beinhalten soll, darin sind sich viele Gartenfreunde einig: eine sonnige Terrasse, blühende Sträucher und Staudenbeete, ein Stück Rasen oder eine Blumenwiese, vielleicht noch ein idyllischer Sitzplatz im Schatten eines kleinen Baumes. Einige Hobbygärtner wollen sich auch mit selbst gezogenem Obst und Gemüse versorgen oder zumindest ein paar Kräuter für die Küche ernten. Oft stehen noch ein Teich oder ein Pool auf der Wunschliste. Gourmets träumen vom großzügigen Grillplatz oder einer Outdoorküche. Leider gibt es so ein Paradies nicht von der Stange, aber mit etwas Planung und Unterstützung von Experten kommt man dem Traumgarten Schritt für Schritt näher.

Neuanlage oder Umgestaltung

Die größte Herausforderung ist wohl, einen komplett neuen Garten aus dem Boden zu stampfen, wo vorher Brachland war. Hier braucht es viel Vorstellungsvermögen. Beispielsweise muss man bei der Pflanzung von Hecken oder Bäumen berücksichtigen, dass sie im Lauf der Zeit größer werden. dadurch liegen vormals sonnige Bereiche später im Schatten. So eine Neuanlage erstreckt sich oft über mehrere Jahre, vor allem wenn man viel selber macht und das Projekt in mehreren Etappen angeht. Dazu kommen wiederkehrende Arbeiten, die regelmäßig erledigt werden sollten: Säen und Pflanzen, Schneiden, Mähen, Düngen und Jäten.

Gartengestaltung
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Hin und wieder möchte man den Garten auch umgestalten. Etwa nach einem Hausumbau oder wenn Teilbereiche andere Funktionen oder ein neues Aussehen bekommen sollen. Bei jeder Veränderung muss man die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigen: die Größe des Grundstücks, sonnige und schattige Bereiche, die Bodenverhältnisse und das Klima. Dazu kommen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gartennutzer, die sich ebenfalls im Lauf der Jahre verändern können.

Selber machen – ja oder nein?

Diese Überlegung steht meist am Anfang des Gartenprojektes. Bei eingefleischten Selbermachern kann sie auch plötzlich auftauchen, wenn diese wegen privater oder beruflicher Veränderungen nicht mehr so einsatzfähig sind wie bisher. Für manche ist die Eigenarbeit beglückend, auch wenn das Ergebnis vielleicht nicht so perfekt ist. Andere wiederum haben Angst etwas falsch zu machen oder empfinden die körperliche Arbeit als zu anstrengend. Eine komplette Neuanlage ist für Laien oftmals schon aus Zeitgründen kaum alleine zu stemmen. Dafür kann man sich verschiedene Formen der Unterstützung holen. Die gesamte Vergabe an eine Firma ist nach wie vor die bevorzugte Variante. Immer beliebter wird auch die Kombination aus Selbermachen und tatkräftiger Unterstützung vom Profi. Mit der Eigenleistung lässt sich nicht nur Geld sparen. Man kann sich dabei von den Fachleuten auch wichtige Handgriffe abschauen und mit dem so erworbenen Wissen weitere Projekte vielleicht alleine bewältigen.

 

 

Den Traumgarten planen und bauen

Selbst wenn das Vorhaben noch in der Ferne liegt ist es gut, sich schon im Vorfeld bei jeder Gelegenheit Notizen zu machen. Etwa wenn man ein schönes Detail im Garten von Bekanten gesehen hat oder auf dem Wochenmarkt eine Apfelsorte entdeckt, von der man gerne einen eigenen Baum hätte. Gartendesigner empfehlen auch, aus Zeitungsausschnitten oder Katalogfotos, die einen ansprechen, ein sogenanntes Moodboard zu gestalten. Mit dieser visuellen Ideensammlung können die eigenen Vorlieben später auch der ausführenden Firma veranschaulicht werden.

Gartengestaltung
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Der Winter ist die ideale Zeit, um Pläne für die neue Gartensaison zu konkretisieren. Wenn das Gelände bereits bewachsen ist, lassen sich im laublosen Zustand die Struktur und mögliche Schwachstellen besser erkennen. Hat man vor, einen Gartengestalter oder Landschaftsarchitekten zu engagieren, so ist ebenfalls die Nebensaison ein günstiger Zeitpunkt. Im Gegensatz zum Frühjahr, wenn die Anfragen im Minutentakt eingehen, geht es in den Betrieben der Grünen Branche in der kalten Jahreszeit viel entspannter zu. Nicht nur, dass dann mehr Zeit für die Kundenberatung vorhanden ist – oft gibt es auch Baumaterialien und Pflanzen günstiger, wenn man frühzeitig Angebote einholt oder Sammelbestellungen tätigt.

Formal, romantisch oder naturnah – die Stilfrage

Die Frage nach dem Gartenstil sollte man sich nicht erst bei der Bepflanzung stellen. Auch die Raumaufteilung und die Auswahl der Materialien für Wege, Terrassen oder Zäune sollten auf die gewünschte Stilrichtung abgestimmt werden. Besonders wichtig ist, dass die Außenanlage zur Architektur des Hauses passt. Ein mediterraner Garten vor einem rustikalen Holzhaus kann ebenso fehl am Platz wirken, wie ein farbenfroher Bauerngarten vor einer kühlen Fassade mit Kunststofffenstern. In solchen Fällen ist es oft besser, wenn man den Stil nicht mit allen Konsequenzen durchzieht, sondern behutsam an das Gebäude anpasst. Mit etwas Feingefühl lassen sich verschiedene Stilrichtungen in einem Garten auch kombinieren.

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Für die optimale Gartengestaltung: Ausstattung und Materialwahl

Zur Grundausstattung eines Gartens gehören Wege und Terrassen, dazu kommt der bepflanzte Teil sowie diverse Extras wie Gartenhäuschen oder Beleuchtung. Im Sektor Gartentechnik hat sich in den letzten Jahren viel getan. Wer möchte, kann ungeliebte Arbeiten nun automatisch erledigen lassen. Elektrische Markisen mit Sonnen-, Wind- und Regensensoren fahren sich selbständig aus und ein, um den Rasen kümmert sich ein Mähroboter und die Beregnung wird per App gesteuert. Damit das alles reibungslos funktioniert, ist ein fachgerechter Einbau wichtig. Generell sollte für Installationen von Licht und Wasser, für Abdichtungen aller Art oder beim Bau von Pools und großen Teichen immer ein Spezialist zu Rate gezogen werden.

Bei befestigten Wegen oder Terrassen ist es besonders wichtig, hochwertiges Material zu verwenden. Dünnere Platten sind vielleicht günstiger in Anschaffung und Transport, aber wenn die Pflasterfläche anschließend wackelt oder nach dem ersten Winter Wellen schlägt, weil der Unterbau nicht frostsicher ist, hat man damit nichts gewonnen. Bei Holzbauteilen wie Terrassendeck, Sichtschutzwand oder Zaunelementen hat man schnell ein Sammelsurium verschiedener Holzarten beisammen. Auch wenn die Sachen nach und nach gekauft werden, sollte man sich von vornherein auf eine Holzart festlegen. Das wertet den Garten optisch auf und vereinfacht die spätere Pflege.

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Manchen Gartenbesitzern bereitete es große Freude, ihr grünes Refugium zu dekorieren. Hier ist weniger oft mehr. Eine bewusst platzierte Skulptur kann ein toller Blickfang sein. Viele kleine Accessoires aus verschiedenen Materialien bringen hingegen leicht Unruhe in das Gartenbild. Wer praktische Elemente in einer dekorativen Ausführung wählt, kann seinem Garten eine individuelle Note verleihen, ohne dass dieser überladen wirkt. Das können beispielsweise geschmiedete Rankhilfen oder Schlauchhalter sein, Terrakotta-Pflanzgefäße, edle Gartenmöbel oder ein Wassertrog aus Naturstein. Bereits durch den Austausch der Plastik-Gießkanne gegen ein eleganteres Modell aus Metall kann man optisch viel verbessern.

Unverzichtbar bei der Gartengestaltung: die Gartenpflege

Auch für die Gartenpflege gilt: Lieber ein paar Wochen voraus planen und nicht erst, wenn das Unkraut schon meterhoch ist und die Sträucher zum Fenster hereinwachsen. Den Garten grob in Ordnung zu halten schafft man meistens nebenbei ist meist nebenbei. Für größere Aktionen wie den Strauchschnitt, eine Rasenkur oder Teichreinigung, sollte man sich schon ein Wochenende freihalten. Auch wenn man vor hat, für die Pflege einen Profi zu engagieren, empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung. Gerade zu den Stoßzeiten im Frühjahr und im Herbst suchen viele überforderte Gartenbesitzer professionelle Hilfe. Mit deren wachsenden Ansprüchen hat sich auch das Serviceangebot der Landschaftsgärtner vergrößert. Nicht nur Routinearbeiten wie Rasen mähen und Hecke schneiden können in Auftrag gegeben werde. Auch für anspruchsvollere Aufgaben gibt es Fachleute: Baumpfleger, die große Gehölze fachgerecht schneiden und sanieren können, Experten für naturnahe Blumenwiesen, Spezialisten für Rosen oder Kübelpflanzen.

Gartenpflege
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Der Effekt einer durchdachten Gartenpflege stellt sich manchmal erst nach ein paar Jahren ein. Vor allem, wenn zuvor typische Anfängerfehler begangen wurden. Wichtig ist also auch hier ein Konzept, welches kontinuierlich verfolgt wird. Ein lebendiger Garten ist kein fertiges Produkt, viel mehr gleicht er einem Prozess, in den ständig regulierend eingegriffen werden muss. Tut man dies mit Umsicht und Verstand wird der eigene Traumgarten kein Traum bleiben, sondern ganz real viel Freude bereiten.

Martina Meidinger

Bücher der Autorin zum Thema Gartengestaltung:

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Über Martina Meidinger 5 Artikel
Martina Meidinger ist Landschaftsgärtnerin und Gartenbuchautorin. 2009 hat sie den Gartenkulturführer gegründet, ein Veranstaltungsmagazin für Gartenfreunde in Bayern, für das sie nach wie vor als Texterin und Redakteurin tätig ist. Wenn sie nicht gerade im Garten ackert, bearbeitet sie ihr Lieblingsthema an der Tastatur.

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