Soleier – traditionell und einfach immer lecker

Soleier aß man früher nicht nur zu Ostern – sie hatten das ganze Jahr über Saison. Heute sind die würzig eingelegten Eier nur noch wenigen Leuten ein Begriff. Dabei sehen sie lustig aus und schmecken besser als einfache, hart gekochte Eier.

Soleier sind in Salzwasser und Gewürze eingelegte Eier, die man heute vorzugsweise an Ostern isst. Früher, in den 1950er Jahren und davor bekam man sie oft in Kneipen, die sonst keine Speisen angeboten haben. Sie waren eine einfach herzustellende Mahlzeit, nahrhaft, gesund, unkompliziert und lange haltbar. Man konnte auch ständig neue nachkochen. Man brauchte ja nicht mehr als Eier, Salz und verschiedene Kräuter und Gewürze, je nach Geschmack. Hinter der Theke thronte dann immer ein großes Glas oder ein großer Krug mit den eingelegten Eiern.

Für Kinder sind Soleier eine lustige Angelegenheit: Sie haben eine spinnennetzartige Maserung. Diese entwickelt sich aber nur, wenn man braune Zwiebelschalen ins Wasser gibt. Gibt man Rotkohl hinzu, wird die Maserung bläulich.

Soleier selbst herstellen – verschiedene Rezepte

Das Web bietet eine große Auswahl an leckeren Variationen für Soleier. An sich sind es immer hartgekochte Eier, deren Schale man dann rundherum anschlägt, aber ohne dass sie sich ablöst. So legt man sie in einen vorgekochten Würzsud. Dieser besteht traditionell aus Salz, Zwiebelschalen, Kümmel, Pfeffer, Lorbeerblättern. Dazu darf noch kommen: Piment, Wacholderbeeren, Gewürznelken. Heutzutage wird auch gerne ein wenig experimentiert, so darf auch Scharfes ans Ei, wie Chilli und Paprika. Man bereitet die Eier mindestens 1 Tag vor dem Verzehr vor. Besser ist es sie einige Tage ziehen zu lassen. Sie sollten dann an einem kühlen, lichtgeschützten Ort ziehen.

Genießbar sind sie, solange der Sud noch frisch riecht. Wird das Wasser trübe und ein wenig schleimig, sollte man die Eier nicht mehr essen. Es hilft aber auch ein Geruchstest: Riecht das Ei langsam sehr schwefelig und nicht mehr in erster Linie salzig und würzig, ist es nicht mehr genießbar. Das kann schon nach 1 Woche passieren, etwa wenn das  Gefäß zu viel Licht oder Wärme abbekommen hat. Früher aß man eingelegte Eier aber noch nach Monaten.

Soleier zwiebeln glas gewuerzsole salz
By Doktor Zion (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

Soleier – einfachstes Grundrezept

Hat man keine Loorbeerblätter und Wacholderbeeren im Haus, so kann man auch dieses einfache Grundrezept nehmen. Sogar den Kümmel kann man weglassen und die Eier nur mit Salzsud und Zwiebelschalen herstellen.

Zutaten Soleier:

10 Eier

1 Liter Wasser

1 EL Salz

1 EL Kümmel

1 Handvoll braune Zwiebelschalen

Zubereitung Soleier:

Erst den Sud gut aufkochen, ca. 5 Minuten lang. Dann die Eier extra in Wasser hart kochen, etwa 10 Minuten lang. Die Eier auf einem Teller leicht aufschlagen oder mit einem Messer anschlagen. Dann in ein hohes Gefäß geben und mit dem Sud übergießen. Die Zwiebelschalen sollen sich darin gut verteilen. Also am besten immer 2 Eier hineingeben und etwas Sud darübergießen. Das Gefäß wird dann gut verschlossen und die Eier können darin ziehen.

Vielfältige Würzvariationen:

Der Sud lässt sich auch mit Essig, Senfkörnern, mediterranen Kräutern, Zucker, Honig, Paprikaschoten, Chilischoten und Gewürzen nach Geschmack variieren. Googeln Sie auch mal nach Pickled Eggs, denn auch in England haben sie eine lange Tradition. Wichtig ist einfach, das Anschlagen der Eier nicht zu vergessen, denn sonst kann der würzige Sud nicht in das Ei ziehen!

Auch in Rote-Beets-Sud kann man sie einlegen, dann werden sie schön violett!

Pickled beet eggs large
By Brianjester (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Tipp: Soleier sind auch ein leckerer Happen bei Parties und Events. Immer dann, wenn die Gäste einen kleinen Hunger haben, das große Menü oder Buffet aber noch nicht eröffnet ist. Auch bei Hochzeiten und Empfängen, wo bereits vormittags Sekt gereicht wird, kann ein solch kleiner Snack den Kreislauf stabilisieren und ein flaues Gefühl im Magen bekämpfen.

 

 

 

 

J. Florence Pompe ist freiberufliche Texterin seit 2010. Nach dem Studium der Germanistik und Pädagogik arbeitete sie einige Jahre in einem kleinen Lehrmittelverlag.
Als Texterin führt sie mehrere eigene WordPress-Blogs und arbeitet für Kunden redaktionell.
Am liebsten schreibt sie über Mode, Schmuck, Interieur, Design und Kunst. Alles, was mit Farben und Formen zu tun hat, fasziniert sie. Zum Thema Mode hat sie eine besondere Affinität, da sie in ihrer Jugend viel genäht hat und sich mit Stoffen und Schnitten gut auskennt.

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