Schädliches Blaulicht von Handys und co.

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Das blaue Licht in LED-Lichtern sowie modernen Displays bringt nicht nur unseren Bio-Rhythmus durcheinander, sondern schädigt auch die Netzhautzellen bei intensiver Nutzung. Leider dringt blaues Licht ungehindert ins Auge. Bei LEDs und Display ist der Blauanteil viel höher als im Sonnenlicht.

Während wir nur ein paar Sekunden in die Sonne schauen, haben wir bei blauem Licht leider nicht diesen Warneffekt und merken nichts von der langfristigen Schädigung. Besonders schlecht fürs Auge ist kalkweißes LED-Licht. Inzwischen gibt es einige Maßnahmen zum Schutz unserer Augen.

Durch eine photochemische Reaktion bilden sich beim Schauen in blaues Licht freie Radikale, die die Netzhaut schädigen. Die Netzhaut besteht aus einer Schicht von Nervenzellen hinter dem Augapfel. Diese Neuronen, auch Fotorezeptoren genannt, nehmen das Licht als Impulse wahr und leiten es ins Gehirn weiter. Normalerweise wird die Netzhaut durch Pigmentzellen geschützt. Wir haben eine natürliche Sonnenbrille im Auge integriert, die blaues Licht absorbieren kann. Aber wenn wir zu lange und intensiv in dieses Licht schauen, reduziert sich der Schutz. Die Schäden werden nicht mehr ausreichend repariert. Langfristig werden so Zellen zerstört. Das Auge altert vorzeitig.

Die Wirkung auf das Auge ist an sich schlimm genug, aber es gibt auch andere gesundheitliche Beeinträchtigungen, die durch das blaue Licht hervorgerufen werden. Der unregelmäßige Lichtzyklus bringt die Schlafhormone durcheinander. Nicht nur Schlaflosigkeit ist die Folge, sondern auch Depressionen, manisch-depressive Erkrankungen und andere psychische Störungen.

Besonders schlecht ist es, wenn das blaue Licht abends oder nachts in die Netzhaut eindringt, dann, wenn andere Lichtquellen und natürliches Licht fehlen. Abstand und Intensität der Lichtquelle sind die Faktoren, die eine große Rolle spielen, um die Augen zu schonen. Auch seitliches Einstrahlen durch LEDs ist sehr gefährlich.
Rotes Licht schädigt die Augen weniger. Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Herbert Plischke, Hochschule für angewandte Wissenschaften München:

“Das ist aus Tierversuchen bekannt: Tiere hat man mit toxischen Blaulichtanteilen bestrahlt und hat die Augen untersucht. Eine weitere parallele Gruppe hat man vorher mit Rotlichtanteilen bestrahlt, und die haben dann die gleiche, toxische Dosis erhalten und es wurden wesentlich weniger Schäden festgestellt.”

In handelsüblichen LEDs sind Rotanteile wegen Energieersparnis zu wenig enthalten. Prof. Plischke  schlägt Menschen mit geschädigter Makula deshalb  Halogenleuchten vor.

Was ist mit “warmweißen” LEDs?

Sie haben einen geringeren Blauanteil, aber ihnen fehlt der Rotanteil, den klassische Glühbirnen hatten. Ob eine LED allerdings mit einer Glühbirne mithalten kann, sehen Sie erst, wenn Sie angeschaltet ist. Oft wird auf der Packung mehr versprochen, als gehalten.

Eine qualitativ hochwertige LED hat einen hohen Farbwiedergabe-Index, “Ra” oder “CRI” genannt. Er sollte nahe der 100 sein.
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Maßnahmen zum Schutz der Augen am Arbeitsplatz

  • Der Bildschirm sollte so positioniert werden, dass man von oben auf ihn herab schaut, etwa 15 Grad schräg. Ebenso sollte er zu den Augen einen Abstand von mindestens 50 cm haben.
  • Den Arbeitsplatz gut beleuchten. Zu helles Licht allerdings, vor, hinter oder seitlich vom Bildschirm ist ebenso schlecht. Hier bitte abdunkeln. Die Helligkeit des Bildschirmes bitte eher niedrig einstellen. Gut ist, wenn die Helligkeit des Bildschirmes im Zimmer nicht heraussticht.
  • Blaufilter und Nachtfilter am Gerät einschalten! Wer keinen integriert hat, kann ihn sogar extern vor dem Bildschirn anbringen.
  • Augen mit Nährstoffen versorgen: Lutein und Zeaxanthin sind bekannt. Gesund ist viel grünes Gemüse.
  • Pausen machen: 20 Minuten arbeiten am Bildschirm, 20 Sekunden Pause und am besten auf etwas Entferntes schauen.
  • Brillen mit Blaulicht-Filter: Wer nicht an jedem Gerät einen Blaufilter aktivieren oder anbringen kann, hat mit den Blaulicht-Brillen eine gute Alternative. Allerdings wird es schwierig für alle Brillenträger, sie brauchen ein aufklappbares Gestell. In jedem Fall sollte man nur Brillen mit der EU-Norm EN166 kaufen.

Haftungsausschluss und Hinweis zu gesundheitsbezogenen Themen: Diese Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information. Es ist keine Empfehlung oder Bewerbung der diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel oder Naturheilmittel. Der Text erhebt weder den Anspruch auf Vollständigkeit, noch kann die Aktualität und Richtigkeit der Information garantiert werden. Der Artikel ersetzt keinesfalls eine fachliche Beratung durch Ärzte oder Apotheker. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer einen Arzt Ihres Vertrauens! Wir und unsere Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

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