Pflegebedürftige rückenschonend umsetzen

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Wenn die Eltern oder andere Angehörige plötzlich pflegebedürftig werden, stellt das die Familie vor ganz neue Probleme und Herausforderungen. Mit  Hilfsmitteln und kleinen Tricks wird vieles leichter und vor allem rückenschonender für die Pflegepersonen.

Gottseidank ist man heute viel besser auf pflegebedürftige Personen eingestellt, als dies noch vor 20 Jahren der Fall war. Früher waren die Angehörigen relativ allein mit der Situation. Heute gibt es in allen Orten Beratungsstellen und vor allem Pflegedienste, die man beauftragen kann. Heute entscheiden sich 75 % aller betroffenen Familien dafür, die Angehörigen zuhause zu pflegen. Das geschieht nicht immer nur aus reiner Nächstenliebe, sondern hat oft auch finanzielle Gründe. Denn die Pflegekassen (in Deutschland) zahlen nicht so viel, dass eine 24h-Versorgung der Pfleglinge damit abgedeckt wäre. Der Pflegebedürftige muss die fehlenden Summen aus der eigenen Tasche bezahlen und das heißt oftmals, dass die Angehörigen ab einem gewissen Punkt mit zur Kasse gebeten werden. Um dies zu vermeiden, entscheiden sich viele Betroffene, die Pflege zuhause erfolgen zu lassen und nicht im Pflegeheim.

Leider helfen in vielen Fällen die beauftragten Pflegedienste vor Ort alleine auch nicht weiter, wenn ein älterer Mensch den ganzen Tag Hilfe benötigt. Diese kommen meist morgens und abends zum Waschen der Patienten. Den Rest des Tages aber können sie nicht helfen. Das bedeutet, Essen bereiten, Toilettengänge, allgemeine Betreuung, Haushalt etc. müssen andere Personen übernehmen. Es gibt zwar Angebote zur Haushaltshilfe und Freizeitbetreuungsangebote, aber all dies reicht im Grunde nicht aus, um Personen, die sich nicht mehr selbst versorgen können, sicher durch den Tag zu bringen. Es muss also entweder eine 24-Betreuung im eigenen Haus organisiert werden – und diese muss in der Wohnung des Senioren gut untergebracht werden können, was nicht immer umsetzbar ist – oder die Angehörigen übernehmen den Rest der Pflege und Betreuung. Alternativ gibt es natürlich die Möglichkeit, die Senioren in eine Tagespflege zu geben und sie nur nachts zuhause schlafen zu lassen. Will man dies aber dauerhaft so haben, ist es ähnlich kostspielig wie die Unterbringung im Pflegeheim.

All diese Faktoren sind finanzieller und praktischer Natur. Aber selbstverständlich wollen viele Angehörige ihre Pfleglinge nicht in ein Heim bringen, weil sie befürchten, dass diese sich dort nicht wohl fühlen könnten. Dies muss im Einzelfall abgewogen werden und natürlich ist Heim nicht gleich Heim. Allgemein wird geraten, sich verschiedene Pflegeheime anzusehen und zu prüfen, in welchen Zustand die Bewohner sind und zu beobachten, ob sie einen zufriedenen Eindruck machen oder nicht.

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Pfleglinge rückenschonend umsetzen

Eines der Hauptprobleme bei der Pflege ist, dass die Pfleger sich selbst körperlich überlasten. Besonders hauptberuflich Pflegende müssen oft den Dienst früher quittieren als gewünscht, wegen Rückenproblemen. Inzwischen wird in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern alles dafür getan, dass die Pflege möglichst rückenschonend für die Pfleger erfolgen kann. Und so gibt es mittlerweile einige sinnvolle Hilfsmittel, die den Transfer der Patienten erleichtern. Es gibt Rutschbretter und Rutschtücher, mit denen Patienten, die gar nicht mehr stehen und gehen können, leichter vom Bett in den Rollstuhl kommen.

Kann der Patient aber noch ein wenig gehen und sich auf die Beine stellen, so sollte man ihn so lange wie möglich mit den Beinen arbeiten lassen. Zum Aufrichten aus dem Bett gibt es daher diverse erprobte Hilfsmittel.

In den Krankenhäusern kommt oft der Etac Turner zum Einsatz: An diesem zieht der Patient sich hoch, kann sich über eine Drehscheibe drehen und dann auf den bereit gestellten Rollstuhl setzen.

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Es geht aber noch viel einfacher. Vor allem für alle Patienten, die sich selbst nicht mehr sicher umsetzen können und auch mit dem Etac Turner ihre Schwierigkeiten haben:
Mit einem quer gehaltenen Gehstock, der als Haltestange fungiert. Auf diese Weise muss die Pflegeperson dem Patienten nicht beim Aufrichten aus dem Bett helfen, indem sie ihn anhebt oder anders behilflich ist, sondern sie lässt ihn sich erst am Stock selbst hochziehen und hilft dann später genauso beim Aufstehen.
Der quer gehaltene Gehstock gibt dem Patienten Sicherheit, denn der Stock ist nicht nachgiebig, wie der Körper oder die Arme der Pflegepersonen. Er kann den Stock fest umgreifen. Mit dem Stock kann der Patient sogar geführt werden, denn die Pflegepersonen können damit eine Richtung vorgeben. Die Stange wird einfach in der Höhe gehalten, die dem Patienten angenehm ist zum Aufstehen und Gehen.

Die Pflegeperson kann so absolut rückenschonend arbeiten, denn das Gewicht des Patienten wird gleichmäßig über den Rücken verteilt. Es wird nicht ein Arm oder eine Seite der Wirbelsäule mehr belastet.  Der Rücken kann gerade halten werden, man muss sich nicht zum Patienten herabbeugen.  Beim Aufstehen des Patienten muss die Pflegeperson etwas in die Knie gehen um die Aufstehbewegung mitzumachen.

 

Der Gehstock als Haltestange

Der Vorteil des quergehaltenen Stockes ist weiterhin, dass er flexibler ist als andere Geräte. Er macht die Bewegungen von Patient und Pflegeperson mit, während andere Hilfsmittel statischer sind. Er ist ideal, wenn die Pflegeperson noch etwas laufen und stehen kann und die Arme und Hände noch einsetzbar sind. Alle Personen, die noch Kraft genug haben, sich an einer Stange hochzuziehen und dann auf den Beinen kurz stehen und ein paar Schritte gehen können, profitieren von dieser Methode. Vor allem hält man die Patienten so durch das täglich mehrmalige Aufstehen und Umsetzen mehr auf den Beinen als mit anderen Methoden.

Eine neue Erfindung, die auch darauf basiert, dass die bettlägerigen Patienten im Grunde nur eine Querstange zum Hochziehen und Aussteigen benötigen, ist der Trudi Bedside Assistent. Dieser ist ein neu entwickeltes Patent, das den Krankenhausalltag enorm erleichtern kann, weil die Patienten sich ohne Hilfe aus dem Bett in den Rollstuhl bewegen können.

Bis diese Erfindung aber auch für die häusliche Pflege angeschafft werden kann, wird es wohl noch etwas dauern. Bis dahin können sich Pfleglinge und Pflegepersonen mit dem simplen Trick eines quer gehaltenen Gehstockes behelfen. Dieser ist ja auch flexibel einsetzbar, etwa beim Fernsehsessel.

Der Gehstock ist auch ein gutes Trainingsgerät für Senioren:
Die Senioren können sie hochhalten und in verschiedene Richtungen bewegen. Sie können Ruderbewegungen imitieren. Im Sitzen vor sich aufgestellt, können sie sich daran hoch- und runterbewegen. Das feste Umgreifen des Stockes gibt dem Senioren Sicherheit.

(Anmerkung der Autorin: Wir sind in unserer Familie selbst auf diese Methode mit dem Gehstock gekommen, nachdem sich erste Rückenbeschwerden bemerkbar gemacht haben, durch das tägliche Aufhelfen aus dem Bett und Umsetzen. Da der Patient sich gut und sicher an Haltestangen hochziehen konnte, kam uns die Idee, dies mit einem quer gehaltenen Stock am Bett zu probieren und es funktionierte von Anbeginn an gut. Es gibt keine Rückenbeschwerden bei den Pfleglingen trotz mehrmaligem Umsetzen am Tag. Im Krankenhaus und bei den Pflegeberatern stieß diese so einfache und effiziente Methode auf großes Erstaunen. Allerdings trauten sich die Pfleger dort nicht, sie umzusetzen oder sie hatten andere Anweisungen. Alle, die privat pflegen, sollten sie einfach mal ausprobieren.)

 

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