Offizier, Manager und Musiker – wie geht das unter einen Hut? Kann man sich schwer vorstellen, aber ist so. Der Buchautor schlägt einen Bogen zwischen musikalischen Grundregeln und Management. Ein interessanter neuer Ansatz.
Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller ist Manager, Keynote Speaker, Musiker & Komponist, Ex CEO, Ex Offizier, Executive Coach C-Level und Unternehmer.
Dieses erste Buch von ihm richtet sich an Manager und alle, die sich für diesen Beruf interessieren. Auslöser für seinen neuen Ansatz musikalische Prinzipien mit erfolgreichem Management zu verbinden, resultiert aus einem drastischen Umbruch in der heutigen Arbeitswelt.
Von außen betrachtet ist es lustig, intern natürlich weniger, aber die Gen Y und Z machen es der Führungselite in den deutschen Unternehmen anscheinend recht schwer und lassen sich nicht mehr führen wie noch in den 80er Jahren.
Wie sich bereits herumgesprochen hat, stellt diese Generationen erstmalig Ansprüche an ihre Arbeitgeber und braucht auch Support, Coaching, Teamwork und keine starren Anweisungen. Bislang ist es sogar so, dass die junge Generation sich das auch leisten kann, denn vielerorts gibt es einen großen Mangel an Nachwuchs.
Die Work-Life-Balance hat sich geändert und heutige junge Arbeitnehmer wollen mehr Freizeit, weniger Führung, mehr Entfaltungsmöglichkeiten. Und diese Veränderung verlangt eine vollkommen andere Führungsmethode als früher.
Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller bietet mit seinem „musikalischen“ Ansatz der Führung für dieses Dilemma eine echte Lösung. Die „Führungsprinzipien“ in der Musik sind nämlich eher ein Miteinander, ein Zuhören und weniger hierarchisch als die in der Wirtschaft.


Manager und Musiker in einem – geht das?
Wie der Autor von „Der Ton macht die Führung“ immer wieder betont, ist das Wandeln zwischen zwei Welten, also dem Management und der Musik auch für ihn immer wieder eine Herausforderung.
Wie kam es überhaupt dazu? Nach dem Abitur wollte Hanns-Ferdinand Müller gerne bei der Bundeswehr Musik studieren, was aber nicht klappte, da man ihm vorschrieb, er müsse ein Blasinstrument spielen, während seine Instrumente Piano und Cello waren.
Der Traum vom Musikerdasein blieb ungelebt und er wurde erst Offizier, später Manager. Statt mit Tönen jonglierte er mit Zahlen und Statistiken. Trotz Erfolg fehlte ihm immer etwas und er begann, eher zufällig, wieder Klavier zu spielen und wurde vermehrt auch bei geschäftlichen Terminen dazu aufgefordert. So begann in späten Jahren die Parallelkarriere und es kam zur Zusammenarbeit mit prominenten Personen und Musikern sowie zu einem Song für die deutsche Männer Handballmannschaft zur WM 2007. Mehr zu seinem Werdegang auf Wikipedia: Hanns Ferdinand Müller
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Musik und Management – beißt sich, oder?
Wie H-F. Müller mehrmals betont, hat die Managementwelt wirklich nicht viel von der freien, fließenden, oft intuitiven Welt der Musik. Trotzdem sah er schon lange Jahre vor diesem Buch die Möglichkeiten, die musikalische Führungselemente dem Management bieten könnten.
Sehr detailgenau führt er auf wo musikalische Prinzipien im Management nützlich sind:
- Ton
- Taktgefühl
- Harmonien
- Improvisation
- Timing
- Vielfalt
- Struktur
- Kreativität
- Zuhören
- Empathie
- Disziplin
- Motivation
All diese Elemente spielen in der Musik eine Rolle und – wenn man genauer hinschaut – auch im Management. Sehr anschaulich schildert der Autor seinen Ansatz. Er beschreibt wie Musiker arbeiten, funktionieren und was die Musik mit uns macht.
Lese hier einen längeren Auszug aus dem Buch: Buchauszug Hanns-Ferdinand Müller: „Der Ton macht die Führung. Wie emotionale Intelligenz, Klarheit und Entschlossenheit dich zu einer Führungspersönlichkeit machen, der Menschen wirklich folgen“ | Management-Blog
Er zeigt auf, wie viele Prinzipien aus der Musik im Management bis dato gefehlt haben und dass es jetzt genau die Skills sind, die ein Manager in der heutigen Zeit braucht. Der Manager als Bandleader und Dirigent? In etwa schon.
Von außen betrachtet, scheint es logisch, dass ein musikalischer Führungsstil der Wirtschaft nicht schaden könnte – von innen betrachtet, ist es ein sehr neuer, ungewöhnlicher Ansatz wie H.-F. Müller aus seinem eigenen Leben schildert.
Nach einem langen Tag als Manager kam es ihm oft irreal vor, sich ans Klavier zu setzen und ein paar Melodien zu spielen. Das freie, emotionale Fließen der Töne passte so gar nicht zu Erfolgsstatistiken, Budgetplanungen und wirtschaftlichem Denken.
Und ja, nur weil H.-F. Müller ein exzellenter Manager war, kann er auch sehen, wo Änderungen in der Führungsstrategie notwendig sind. Auch sein erstes Leben als Offizier bietet wichtige Erfahrungen beim Thema Führung.
Er sah früh, wo es an Menschlichkeit haperte und dass mehr Menschlichkeit mehr Erfolg und Leistung bringt. Die Führungsprinzipien aus der Musik, die idealerweise auf gegenseitigem Respekt, Zuhören und Kommunikation basieren, schienen ihm früh die besseren als die harte, individuenfeindliche Führungsmethode früherer Jahrzehnte.
Erfolgreiche Musiker und ihre Prinzipien
Seine Ausführungen sind gespickt mit Anekdoten aus dem Schaffen bekannter Musiker und Bands aus Klassik, Rock und Pop wie Bruce Springsteen, Charlie Parker, Freddy Mercury, Leonard Bernstein, Led Zeppelin.
So versucht er dem Leser nahe zu bringen, was diese Musiker so besonders machte, welchen Ansatz sie verfolgten oder wie flexibel sie live auf ihr Publikum eingehen konnten. Es geht um Soundchecks, aus denen plötzlich ganze Songs wurden, aus Momenten, aus denen der Bebop entsprang und um Führungsmethoden besonders erfolgreicher Dirigenten und kreative Prozesse, die nicht entstehen würden, wäre da nicht ein von starren Denken losgelöstes freies Agieren.
Roter Faden des Buches ist: Was kann ein Manager heute von erfolgreichen Musikern lernen, was kann er in sein Arbeitsleben integrieren?
Eines ist eindeutig gleich: Es geht in beiden Welten um die Leitung von Menschen um etwas besonders Gutes oder Erfolgreiches zu schaffen.
Der neue Ansatz von H.-F. Müller ist allerdings arbeitsintensiv, bedeutet ein ziemliches Umdenken und Hinterfragen alter Strukturen. Er bedeutet für Manager viel Analyse des eigenen Verhaltens, der eigenen Persönlichkeit und die Bereitschaft weicher, „harmonischer“ zu werden, weil es in der heutigen Zeit einfach nicht mehr anders geht.
Insgesamt ein interessantes Buch für alle, die mit Management zu tun haben.
Der Ton macht die Führung
Wie emotionale Intelligenz, Klarheit und Entschlossenheit dich zu einer Führungspersönlichkeit machen, der Menschen wirklich folgen
Autor: Hanns-Ferdinand Müller
€19,99 – Kindle Ausgabe
Inkl. MwSt.

J. Florence Pompe ist freiberufliche Texterin seit 2010. Nach dem Studium der Germanistik und Pädagogik arbeitete sie einige Jahre in einem kleinen Lehrmittelverlag.
Als Texterin führt sie mehrere eigene WordPress-Blogs und arbeitet für Kunden redaktionell.
Lieblingsthemen sind: Mode, Schmuck, Interieur, Design, Kunst und Musik.

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