Wild- und Heilpflanzen richtig sammeln

Heilkräuter sammeln
Foto: Pixabay.com

Lang hat er gedauert, der Winter 2017/18 aber jetzt scheint er sich doch langsam zurückzuziehen. Dort, wo der Schnee bereits geschmolzen ist, strecken sich die ersten Blüemli und Kräuter der Sonne entgegen: Nun können wir wieder Heilpflanzen und Wildkräuter sammeln. Beachten Sie folgende Tipps und Informationen, dann steht dem Sammeln und Geniessen von Wildpflanzen nichts im Wege.

 

12 wichtige Tipps rund ums Sammeln von Wildpflanzen und Heilkräutern

  • Wildkräuter gibt es zu fast jeder Jahreszeit. Vor allem werden Sie aber von Frühling bis in den Spätherbst gesammelt. Suchen Sie eine bestimmte Pflanze, informieren Sie sich vorher, wann diese Saison hat. Während einige, wie das Gänseblümchen oder die Brennnessel beinahe immer zu finden sind, wachsen andere nur kurze Zeit. Dazu gehören der beliebte Bärlauch oder die Knoblauchrauke, die Sie nur im Frühling finden können.
  • Je nach Region und Höhenlage wachsen die Pflanzen zeitversetzt. Deshalb können wir hier keine zuverlässigen Daten angeben. So wurde zum Beispiel im Flachland das Mädesüss schon im April entdeckt, während man es in den Bergen noch im September finden kann.
  • Witterung und Tageszeit spielen bezüglich Geschmack und Qualität eine Rolle: Allgemein gilt, dass Kräuter vormittags gesammelt werden sollten, der Tau ist dann getrocknet und die Pflanzen sind frisch und stecken voller gesunder Vitalstoffe. Falls Sie doch feuchte Pflanzen mit nach Hause nehmen, sollten Sie sie rasch verarbeiten.
  • Vor allem jene Heilkräutern, die als gesunder und leckerer Tee genutzt und als  Vorrat gelagert werden sollen, können Sie auch am Nachmittag pflücken. Für die Vorratshaltung werden sie an einem warmen, schattigen und luftigen Ort ausgebreitet oder zu Büscheln gebunden aufgehängt und getrocknet.
  • Blumen und Blüten werden gesammelt, wenn sie in voller Blüte stehen, weil sie dann ihr ganzes Aroma entfalten.
  • Nutzen Sie zum Sammeln keine Plastiktüten oder Plastikdosen: ideal sind Körbe und Netze.
  • Einige Pflanzen haben Doppelgänger und sollten nur dann mit nach Hause genommen werden, wenn Sie sich absolut sicher sind. So kann beispielsweise der Bärlauch mit Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechselt werden. Was für Kräuterfans und Pflanzenkenner unvorstellbar ist, ist für weniger Erfahrene gar nicht so abwegig: Tatsächlich kommt es immer wieder zu schweren Vergiftungen nach dem Genuss von vermeintlichem Bärlauch.
  • Als Anfänger nehmen Sie am besten an einer geführten Kräuterwanderung teil und lernen die wichtigsten einheimischen Heilpflanzen kennen.
  • Ein Bestimmungsbuch gehört, wenn Sie Heilkräuter suchen möchten, immer in den Rucksack. Auch erfahrene Kräuterfans können nicht alle heimischen Pflanzen kennen. Dann ist es gut, wenn man vor Ort rasch nachschlagen kann.
  • Sammeln Sie nicht an befahrenen Strassen oder auf Feldwegen, wo Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern häufig Gassi gehen. Auch am Feldrand ist Vorsicht geboten, es sei denn, es wird Biolandwirtschaft betrieben. Ansonsten riskieren Sie, nicht nur gesunde Wildkräuter, sondern auch eine unerwünschte Portion Spritzmittel auf den Teller zu bekommen.
  • Sammeln Sie mit Bedacht: Für viele Lebewesen sind die Wildpflanzen überlebenswichtig, also hinterlassen Sie bitte keine abgeernteten Flächen und nehmen Sie jeweils nur einzelne Pflanzen oder Blätter mit.
  • Beachten Sie unbedingt, dass in Naturschutzgebieten das Pflücken jeglicher Pflanzen grundsätzlich verboten ist! Ausserdem dürfen Sie, egal wo diese wachsen, keine geschützen Blumen und Kräuter mit nach Hause nehmen.

Achtung – giftige Pflanzen!

Informieren Sie sich, bevor Sie beginnen, in der Natur essbare Pflanzen zu suchen, welche unbedingt zu meiden sind: Manche Gewächse müssen Sie gar nicht erst essen, um Ihre Gesundheit zu gefährden, denn einige reizen schon bei Berührung die Haut oder Atemwege so heftig, dass Sie einen Arzt aufsuchen müssen. Es ist ohnehin gut, diese Pflanzen zu kennen, damit Sie diese auch auf Spaziergängen meiden und Ihre Kinder davor warnen können. Zu diesen Pflanzen gehören vor allem der Riesenbärklau, auch als Herkulesstaude bekannt, und Ambrosie.

Heilkräuter sammeln
Foto: Pixabay.com – Riesenbärenklau

Foto: Pixabay.com – Ambrosie

Zu den häufigsten Giftplanzen, die in der Schweiz, in Deutschland und Österreich angetroffen werden, gehören Maiglöckchen, Schierling, Herbstzeitlose, Wolfsmilch, Greiskraut, Hahnenfuss, Eisenhut, Lerchensporn, Buschwindröschen, Schwalbenwurz, Weisswurz und der Aronstab. Bitte teilen Sie uns im Kommentarfeld oder per Mail mit, wenn Sie Pflanzen kennen, die in dieser Aufzählung fehlen! Wir werden diese dann gerne ergänzen.

Nützliche Bücher zum Thema Heilpflanzen, Wildkräuter und Wildgemüse:

Mindestens eines dieser Bücher sollten Sie besitzen, bevor Sie sich auf den Weg machen, gesunde Wildpflanzen zu sammeln!

Sabine Itting

 

Geboren und aufgewachsen in Thüringen, lebt Sabine Itting seit vielen Jahren in der Schweiz, wo sie als Texterin, Autorin und Online-Redaktorin tätig ist. Ihre Liebe zum Landleben und ihr Interesse an Traditionen, Denkmalschutz, Naturheilkunde, Reisen und Wandern, spiegeln sich in ihren Texten wieder. Ihr Projekt «Naturerlebnis Alpen – Schweizer Wanderforum» ist inzwischen mit einem eigenen Online-Magazin im Netz zu finden. Sie ist Inhaberin vom «Schweizer Textservice» und schreibt für Webseiten, Blogs und Printmedien.

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