Die Zwiebel – ein bewährtes Volksheilmittel

Zwiebeln
Zwiebeln und ihre Bedeutung in der Volksmedizin, Foto: pixabay.de

Die Küchenzwiebel – eine gute Wahl bei beginnender Erkältung

Zwiebeln finden sich in jedem Haushalt. Sie sind nicht nur unverzichtbar in der Küche, sondern bewähren sich seit Tausenden von Jahren auch als wirksames Heilmittel. Vor allem jetzt, wenn die Schnupfenzeit wieder beginnt, sollten Sie immer reichlich braune Zwiebeln daheim haben.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte der Küchenzwiebel

Die Zwiebel wurde bereits vor über 5000 Jahren als Gemüsepflanze, Heilmittel und Gewürz angebaut und gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt.

Wie Archäologen nachweisen konnten, wurden die Zwiebel schon von den alten Ägyptern geschätzt und als Opfergabe und Zahlungsmittel verwendet. Toten legte man Zwiebeln mit ins Grab, wahrscheinlich sollten sie als Nahrung auf dem langen Weg ins Jenseits dienen. Zwiebelreste wurden beispielsweise im Grab des Tutanchamun entdeckt. Es soll sogar alte Keilschriften geben, die Zeugnis darüber ablegen, dass man vor Tausenden von Jahren schon Zwiebelfelder anlegte. In Babylon bekamen die Armen neben Brot auch Zwiebeln zugeteilt.
Quelle: Wikipedia

Im alten Rom kannte man das Gemüse ebenfalls als Grundnahrungsmittel der weniger wohlhabenden Bevölkerung. Die römischen Legionäre waren es schliesslich, die die Zwiebel nach Mitteleuropa brachten. Bald schon wurde sie hier als eines der wichtigsten Gemüsearten geschätzt. Und nicht nur das: Dank ihrer Heilwirkung kam sie bei allerlei Beschwerden zum Einsatz. Ob die im Mittelalter getragenen Zwiebel-Amulette tatsächlich gegen die Pest halfen, das sei dahingestellt. In der Volksheilkunde hat die braune Zwiebel dagegen ihren berechtigten Platz. Schon Hildegard von Bingen empfahl sie vor allem bei Erkältungskrankheiten.

Gut zu wissen: Rohe Zwiebeln werden mitunter bei Verdauungsbeschwerden empfohlen – Hildegard von Bingen war da ganz anderer Meinung: Sie hielt roh gegessene Zwiebeln vor allem für Magenkranke als schädlich und giftig!

Zwiebeln helfen bei Erkältung

Zwiebeln lindern erste Erkältungssymptome, Foto: pixabay.de

Dass die Haushaltszwiebel typische Erkältungssymptome lindern und die Heilung unterstützen kann, ist unbestritten. Es einige Studien, die die Wirksamkeit der Zwiebeln als bewährtes Hausmittel bei Erkältungskrankheiten nachweisen, aber sowieso haben die meisten von uns schon diesbezüglich eigene positive Erfahrungen machen können. In der Kräuterheilkunde hat die Zwiebel seit dem Mittelalter einen festen Platz und selbst einige moderne Hausärzte empfehlen heute bei leichten Beschwerden Zwiebelsaft. Nicht umsonst wurde die Zwiebel zur Arzneipflanze des Jahres 2015 gekürt.

Dass Zwiebeln ein Heilmittel gegen Schnupfen, Husten und allgemeinen Erkältungssymptomen sind, konnte ich schon viele Male selber feststellen. Was ich hier aufschreibe, sind also auch eigene Erfahrungen. Bei ersten Anzeichen von Schnupfen und Halsweh sind Zwiebeln äusserst wirksam.

WICHTIG: Bei schweren oder langanhaltenden Erkältungskrankheiten oder wenn Fieber dazu kommt, müssen Sie natürlich Ihren Arzt aufsuchen!

Zwiebelsaft bei Husten und Halsweh

  • Zwei grosse Zwiebeln grob hacken mit mit 2 EL Honig verrühren. Zugedeckt einige Stunden, am besten über Nacht, stehenlassen, bis sich Saft bildet. Diesen löffelweise über den Tag verteilt einnehmen.

Zwiebelsäckli bei Ohrenschmerzen

  • Eine grosse Zwiebel fein hacken oder in kleine Würfelchen schneiden und in eine Socke geben. Über Wasserdampf auf Körpertemperatur erwärmen und auf sowie hinter das Ohr legen. Mit einer Mütze oder einem Schal fixieren und etwa 20 bis 30 Minuten einwirken lassen. Danach die Haut abwaschen, trocknen und das Ohr weiter warmhalten, bzw. mit etwas Watte verschliessen.

Zwiebelsocken bei ersten Erkältungssymptomen

  • Zwiebeln in dicke Scheiben schneiden und auf die Fusssohlen legen. Mit Söckchen oder einer Mullbinde fixieren. Angewärmte Baumwollsocken darüber ziehen und zugedeckt ausruhen, bis die Socken ausgekühlt sind. Sie können die Füsse auch auf eine Wärmflasche stellen und die Einwirkzeit damit etwas verlängern.

Gut schlafen trotz Erkältung

  • Legen Sie, wenn Sie unter Schnupfen leiden, nachts eine aufgeschnittene Zwiebel neben das Bett. Die Zwiebel enthält ein ätherisches Öl, welches die verstopfte Nase befreit und das Durchatmen erleichtert.

Zwiebeltee bei kratzendem Hals und Husten

  • Er ist sicher nicht der wohlschmeckendste Tee, aber ich konnte schon öfter die Erfahrung machen, dass er wirklich die Beschwerden lindert: Für 500 ml schälen Sie eine mittelgrosse Zwiebel und schneiden sie in grosse Stücke oder dicke Scheiben. Diese kochen Sie in einem halben Liter Wasser kurz auf und lassen sie 5 Minuten ziehen. Danach abseihen. Mit einem Teelöffel Honig süssen. Drei bis vier Tassen über den Tag verteilt trinken.

Ein Tipp: Manuka Honig ist dank seiner antiviralen und antibiotischen Eigenschaften ein sehr wertvolles Mittel in der Naturmedizin. Möchten Sie Manuka Honig zum Süssen des Zwiebeltees verwenden, rühren Sie in nicht in kochend heissen Tee, sondern lassen Sie diesen erst etwas abkühlen.

 

Es gibt viele verschiedene Rezept, um die Zwiebel bei Erkältungskrankheiten zu nutzen. Hier ein weiteres Beispiel:

Welche Inhaltsstoffe stecken in der Küchenzwiebel?

Zwiebeln enthalten reichlich Sulfide, die übrigens für Schärfe und Geruch des Gemüses verantwortlich sind. Diese Schwefelverbindungen sind nur einer der Gründe, weshalb die Zwiebel zur Arzneipflanze des Jahres 2015 gewählt wurde. Weitere wirksame Inhaltsstoffe sind vor allem Kalzium, Phosphor, Zink, Calcium sowie Vitamin C und B6.

Die Zwiebel in der Volksmedizin – was Sie sonst noch wissen sollten

Unsere Grossmütter konnten bei gesundheitlichen Beschwerden nicht einfach in die Apotheke laufen. Trotzdem schafften sie es, wenn sich ein Familienmitglied verletzte oder krank wurde, zumindest Linderung herbeizuführen, bis ein Mediziner zur Stelle war. Viele Krankheiten konnten von unseren Vorfahren Mithilfe der Naturmedizin geheilt oder das Allgemeinbefinden verbessert werden. So wussten sie beispielsweise, dass Zwiebeln Herz- und Kreislauf stärken, die Libido stimulieren und die Blutbildung ankurbeln können. Zwiebeln wurden früher auch bei Blasen- und Nierenbeschwerden eingesetzt.

Ausser Zwiebeltee kochte man schon im Mittelalter bei diversen Krankheiten eine stärkende Zwiebelsuppe. Dazu wird ein Pfund (500 Gramm) Zwiebeln in kleine Würfel geschnitten und in 2 Teelöffeln zerlassener Butter geröstet, mit 1,5 Litern Gemüsebrühe aufgegossen und kurz aufgekocht. Anschliessend sollte die Suppe ein paar Minuten durchziehen und wird dann, eventuell mit etwas Brot, serviert.

Übrigens, Küchenzwiebeln helfen auch bei Bienen- und Wespenstichen: sofort nach dem Stich eine dicke Scheibe aufgelegt, verhindert starke Schwellungen. Bei Allergikern ersetzt dies natürlich nicht die Notfallbehandlung.

 

 

Haben Sie auch schon Erfahrungen mit Zwiebeln als Naturheilmittel gemacht? Dann freuen wir uns, wenn Sie uns Ihre Erfahrungen im Kommentarfeld mitteilen!

Sabine Itting

 

Über Sabine Itting 31 Artikel
Geboren und aufgewachsen in Thüringen, lebt Sabine Itting seit vielen Jahren in der Schweiz, wo sie als Texterin, Autorin und Online-Redaktorin tätig ist. Ihre Liebe zum Landleben und ihr Interesse an Traditionen, Denkmalschutz, Naturheilkunde, Reisen und Wandern, spiegeln sich in ihren Texten wieder. Ihr Projekt «Naturerlebnis Alpen – Schweizer Wanderforum» ist inzwischen mit einem eigenen Online-Magazin im Netz zu finden. Sie ist Inhaberin vom «Schweizer Textservice» und schreibt für Webseiten, Blogs und Printmedien.

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