Wasser – ein unglaublicher Stoff

Wasser Foto: K. Heidelberger

Bisher hab ich mir wenig Gedanken über Wasser gemacht. Es war da, wenn ich es brauchte, manchmal, auch wenn ich es gerade nicht gebrauchen konnte. Dann kam ein Auftrag, der alles veränderte. Ich sollte viele Seiten Text zum Thema Wasser schreiben. Also hab ich recherchiert, tief, gründlich und lange und habe Unglaubliches, Faszinierendes und Verblüffendes herausgefunden.

Sicher haben Sie schon davon gehört, das Leben entstand im Wasser. Dies geschah vor Millionen von Jahren (vermutlich) in den dunklen Tiefen des Urozeans, dort wohin kein ultravioletter Sonnenstrahl vordrang. Moleküle oder Atome, jedenfalls leblose Stoffe entwickelten sich zu Lebewesen. Zuerst kamen zellkernlose Bakterien auf die Welt, irgendwann ward die erste Lebensform mit Zellkern und Zellmembran „geboren“. Deren Nachfolger bevölkern in unzähligen Lebensarten heute die ganze Welt. Faszinierend oder?

Wertvolles Trinkwasser

Vielleicht käme Wasser noch heute ohne Leben aus, kein Lebewesen kann jedoch ohne Wasser sein. Immerhin bestehen wir, ja auch Sie, zu etwa 65 Prozent aus Wasser. Das heißt, wenn Sie ungefähr 70 Kilogramm wiegen, schleppen Sie rund 45 Liter, sprich, viereinhalb Wassereimer voll mit sich herum. Ständig verlieren wir davon etwas, etwa 300 Milliliter beim Ausatmen, rund 500 Milliliter über die Haut und jede Menge auf der Toilette. Füllen Sie Ihren Wasservorrat rechtzeitig wieder auf – trinken Sie Wasser – Experten empfehlen 2 Liter täglich.

Hierzulande ist dies einfach. Wir öffnen den Wasserhahn, füllen ein Glas und genießen frisches, klares Trinkwasser. So schlichtes Leitungswasser mögen Sie nicht? Na ja, Sie können sich auch eine Flasche Luxuswasser bestellen, zum Beispiel entsalztes Tiefseewasser aus Hawaii Namens Kona Nigari zum ungefähren Literpreis von 365 Euro. Oder Sie fahren ins Adlon nach Berlin und gönnen sich an der Bar ein Rokko No Mizu, das etwa 124 Euro pro Liter kosten soll. Unglaublich oder?

Übrigens, bei einer Trinkmenge von täglich 2 Litern Wasser kommen in 80 Lebensjahren rund 58.4000 Liter zusammen.

Reichlich Wasser im Wasserkreislauf

Glücklicherweise gibt es genügend Wasser für alle auf der Erde, zumindest theoretisch, denn es ist sehr ungerecht verteilt. Kluge Köpfe haben eine Gesamtwassermenge von etwa 1.566.324.000 Kubikkilometer ausgerechnet.

Zum Vergleich: Ein, für olympische Wettbewerbe genormtes Schwimmbecken misst 50 x 25 x 2 Meter. Mit 1 Kubikkilometer Wasser könnten wir 400 solcher Olympiabecken füllen.

Wasser wird nicht knapp, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Schwerkraft und Atmosphäre halten es auf der Erde und auf seinem immerwährenden Kreislauf reinigt es sich selbst. Fraglich ist nur, ob wir, also die Menschheit und andere Lebewesen warten können, bis das ganze belastete  Abwasser wieder sauber ist.

Ach ja, der Wasserkreislauf. So ein Wasser kommt ganz schön rum auf dem Planeten. Es dringt zu den tiefsten Orten hinunter und bis zu den höchsten Schichten der Atmosphäre hinauf, bereist alle Kontinente, fließt durch alle Meere und lagert als Grundwasser unter der Erdoberfläche. Mal ist es flüssig, dann kommt es eiskalt gefroren daher oder verdampft, löst sich sozusagen in Luft auf. Ursprünglich kam es auf der Erde gar nicht vor (vermutlich), sondern stammt aus dem All, und zwar aus der Gegend zwischen Mars und Jupiter.

Wussten Sie, dass es im Grundwasser von lauter Rädertierchen, Strudelwürmer, Wassermilben und anderen Tierchen nur so wimmelt? Allein im deutschen Untergrund-Wasser sind etwa 500 verschiedene Arten Grundwassertiere bekannt. Nein, das ist nicht eklig, denn diese winzigen, durchsichtigen, blinden Lebewesen halten das Grundwasser sauber. Verblüffend, oder?

 

H2O – Anomalien und besondere Kräfte

Wasser ist ein begabter Landschaftsgestalter. Tiefe Schluchten und liebliche Täler hat es in die Landschaft gegraben und herrliche Tropfsteinhöhlen erschaffen. An den Ufern seiner Flüsse breiten sich saftig grüne Auen aus und vor malerischer Bergkulisse ruht es in Seen; wo es sich rarmacht, entstehen Wüsten. Finden Sie es auch so entspannend, dem Wasser zuzusehen, wie es auf dem See glitzert, in einem Bach plätschert oder über Kaskaden Felswände herabstürzt? Spätestens, wenn es sein Flussbett verlässt oder als Starkregen vom Himmel fällt und in Keller und Wohnzimmer eindringt, ist es mit der Entspannung vorbei.

Geologen, Biologen, Chemiker, Physiker – mit seinen Anomalien, Zuständen und Kräften beschäftigt das Wasser ganze Scharen von Wissenschaftlern. Es wird ausgenutzt, benutzt, aufbereitet, als Abwasser entsorgt, hat einzigartige Eigenschaften und viele Seiten. Nein, Seiten hat es eigentlich nicht, denn es ist ja formlos, unfassbar und unglaublich vielseitig.

Übrigens wussten Sie, wie gefährlich Diwasserstoffmonoxid (auch Dihydrogenmonoxid) sein kann, obwohl es nicht verboten ist? Ich bin im Netz auf eine Seite gestoßen, auf der Sie (mit Augenzwinkern) alles darüber lesen können. Vergessen Sie während der Lektüre nicht, Diwasserstoffmonoxid: H2O, also Wasser.

Hätten Sie gedacht, dass flüssiges Wasser eigentlich flüssiges Eis ist und eigentlich bei -70° Celsius sieden müsste? Wieso und noch mehr Wissenswertes erklärt Pr. Dr. Dr. Harald Lesch in diesem Video auf seine einzigartige, unterhaltsame Art und Weise.

Katrin Heidelberger

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