Warum mag ich Robbie Williams eigentlich?

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Dass ich Robbie Williams als tatsächlich ernst zu nehmenden Musiker kennen und schätzen gelernt habe, ist eher einem komischen Zufall zu verdanken. Mein Ding sind ja seit jeher eher die härteren Jungs, etwa die Stones, Metallica oder Manowar. Oder die ganz schrägen Sachen wie der österreichsche Liedermacher Ludwig Hirsch, den ich bei einem Konzert vor EINEM zahlenden Gast erlebt hab. Das hat den nicht interessiert, er hat sein Programm durchgezogen als würde er vor einer vollen Halle spielen. Hat mich (ich hatte eine Freikarte) schwer beeindruckt und fasziniert. Robbie Williams war für mich auch trotz seiner erfolgreichen Solo-Karriere immer irgendwie der Boygroup-Milchbubi, der es halt versehentlich in die Charts geschafft hat.

Meine mittlerweile Ex-Frau wollte ihn gerne live sehen. Das war für mich zu dem Zeitpunkt eher ein Ich-geh-halt-mit-weil-du-es-möchtest-Ding und wir verbringen einen netten Abend mit allem Pipapo, auch wenn ich mit der Mucke von dem Typen nichts anfangen kann. Mir ist es dann tatsächlich gelungen, innerhalb des 15minütigen Zeitfensters, bis das Konzert ausverkauft war, zwei Tickets zu bekommen und hatte immerhin ein geiles Weihnachtsgeschenk.

Warum mochte ich Robbie Williams nicht?

Musikalisch kennengelernt habe ich Robbie Williams zu seinen Take-That-Zeiten – wo er ursprünglich ohnehin nur in der Ersatzmannschaft war. Nachdem ich mit dieser Art von Musik nichts anfangen konnte, ist mir von Robbie Williams nur ein hyperaktiv herum hampelnder Typ in Erinnerung geblieben, der zwanghaft auf sich aufmerksam machen will – frei nach dem Motto: „Hey hallo! Ich bin auch da! BITTE beachtet mich!“ Und drei Nummern als Hauptsänger in einer mehr als fünfjährigen Boygroup-Karriere sind ja auch nicht unbedingt eine beachtliche Bilanz.

Dieses Bild war eben auch noch im Hinterkopf, nachdem Robbie Williams als Solo-Künstler Karriere gemacht hat. Er hatte halt das Dussel, ein gutes Songwriter-Team und ein saugutes Management zu finden, das ihn bestens vermarktet hat. Nicht zu vergessen, dass sich Robbie Williams auch gern an die Prominenz anderer Stars drangehängt hat wie etwa beim Duett mit Nicole Kidman. Genau diese Klischees hatte ich im Kopf.

Legendenbildung – ja, aber so nicht

Es ist ja nicht so, dass Robbie Williams nicht alles getan hätte, um sich zur Legende hochzustilisieren. Vom Arbeiterkind zur internationalen Karriere – ja, ist halt schon zigmal dagewesen. Affären, Alkohol- und Drogenexzesse – ja, das hatten wir auch schon zigfach. Angesichts der Vorbilder, welchen Robbie Williams wohl nachgeeifert hat, sind das allenfalls Eskapädchen, die in diesem Business nicht der Rede Wert sind.

Nehmen wir doch im Vergleich dazu halt einfach mal die Rolling Stones: Mick Jagger und Keith Richards hatten sich zufällig an einer Bushaltestelle kennengelernt und über Platten gequatscht. Aus dieser Begegnung ist die erfolgreichste Bands in der Geschichte der Rockmusik geworden. Ähm, das ist eine Story, mit der Legenden gestrickt werden. Meine Mami hat mich bei nem Casting angemeldet, bei dem ich in die B-Besetzug gekommen bin, eher nicht.

Genauso mit Sex… ok. Robbie Williams hat mitgenommen, was ging… Drugs – es waren nette Versuche, aber Rock´n´Roll… äh nein, das sicher nicht.

Die Drogengeschichten, die regelmäßig in den Schlagzeilen zu finden waren… das waren Experimente, mehr nicht. Robbie Williams war für mich also nur ein Poser, der im Becken mit den großen Fischen schwimmen wollte.

Und dann fand ich Robbie Williams richtig geil

Reingegangen bin ich in das Konzert also ohne allzu große Erwartungen und wegen meiner Frau. Es hat allerdings keine fünf Takte gedauert, bis er mich hatte und ich die Songs von „Let me entertain you“ bis „Angels“ sowie die diversen Zugaben, an die ich mich nicht mehr erinnern kann, einfach nur geil fand.

Rausgegangen bin ich reichlich geplättet auf nen Drink mit meiner Frau. Mir war aber beim Rausgehen schon klar: Das ist ne wahnsinnig große Nummer und ist schwierig zu toppen. Ich bin heute aber noch froh, dass ich bei der Gelegenheit meine Frau in den Arm genommen habe und ihren Körper an meiner Seite gespürt hab. Das war absolut ihr Ding.

Es war eben auch ein geiles Konzert-Jahr, das damit begonnen hat, dass ich zufällig bei einer Städtereise nach London mit einem Kumpel ein Stones-Konzert im Hyde-Park mitbekommen hab. Später folgten noch Neil Young und Metallica, also Musiker und Bands, von denen ich dachte, ich würde nie die Gelegenheit haben, sie live zu sehen. Und immerhin war „Nothing Else matters“ auch der Song, der gelaufen ist, bevor wir uns das Eheversprechen gegeben haben. Trotzdem war keines der Konzerte auch nur halb so gut wie das mit Robbie Williams.

Ich war gefesselt – der Typ hat ne scheißgute Bühnenpräsenz. Mir hats gefallen und meine Frau war happy – was will ich mehr?

 

Harry Pfliegl

 

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Über Harry 25 Artikel
Nachdem Harry Pfliegl im Bayerischen Wald aufwuchs und dort sein Abitur ablegte, absolvierte er eine klassische journalistische Ausbildung. In der anschließenden, sechsjährigen Tätigkeit als (Allein-)Redakteur hatte er die Gelegenheit, sich in alle journalistischen Ressorts fundiert einzuarbeiten und große Teile des Freistaates kennenzulernen. Seit 2012 arbeitet er nunmehr als freier Texter und bearbeitet in diesem Zusammenhang mit Vorliebe Themen aus den Bereichen Reise, Gesundheit und Psychologie. Dank der fundierten Ausbildung und breit gefächerten Interessen schaut er aber auch über den Tellerrand und arbeitet sich gern in andere Themengebiete ein, wobei Sport und Technik absolute Tabuthemen sind.

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