Wandern in der Rhön

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Wandern in der Rhön//
Wandergenuss pur auf den Extratouren durch die Rhön. Foto: Barbara Homolka

Die Rhön lädt zum Wandern ein. Entweder über den Fernwanderweg Hochrhöner oder über eine der 25 Extratouren, die als Tagestouren in Angriff genommen werden können.

Wandern – das klingt zunächst mal ziemlich miefig und piefig. Sobald Sie sich Ihren ersten Hund angeschafft haben, werden sich Ihre Prioritäten verschieben. Der Hund muss ja laufen. Und Sie selbst – ein paar Kilo weniger wären nicht schlecht. Also rein in die Wanderstiefel, aufi, der Berg ruft. Oder zumindest ein Mittelgebirge, die Rhön. Die sich übrigens also so gar nicht spießig erweisen wird, sondern als hochinteressant.

Die Rhön – einst Zonenrandgebiet, heute Biosphärenreservat

Zu Zeiten des Kalten Krieges war in der Rhön die Welt zu Ende. Die Mittelgebirgslandschaft wurde hier je durchschnitten von der innerdeutschen Grenze. Hüben wie drüben war die Teilung von viel Säbelrasseln begleitet. Die Rhöner lebten mit Militarisierung und Teilung ihrer Heimat bis zur Wende. Das heutige UNESCO-Biospährenreservat ist ein Kind der Wiedervereinigung. Schon 1991 adelte die UNESCO die Drei-Länder-Rhön der Bundesländer Thüringen, Bayern und Hessen mit dem Titel „Biosphärenreservat“. Was zuerst nach Naturschutz oder Nationalpark klingt, ist auf den zweiten Blick ein umfassendes Entwicklungskonzept für die gesamte Region. Es hat sowohl die Natur, als auch den Menschen, der in und mit ihr lebt, im Blick. Nachhaltige Entwicklung, Kultur, Kommunikation und Forschung haben einen hohen Stellenwert. Zum Konzept gehören auch Angebote, die den Naturraum für jeden erlebbar machen. Dies geschieht mit Informationszentren, Lehrpfaden und Führungen. Oder aber auch mit sportlichen Angeboten – per Rad, aus der Luft, auf Skiern oder ganz klassisch per Pedes.

Der Hochrhöner – einer der schönsten Wanderwege Deutschlands

Kaskadenschlucht in der Rhön
Die Rhön ist ein äußerst abwechslungsreiches Wandergebiet mit Hochebenen, Gipfeln und tiefen Schluchten.             Foto: Barbara Homolka

Der Hochrhöner ist ein circa 180 Kilometer langer Weitwanderweg, der mitten durch das Herz Deutschlands geht – genauer gesagt von Bad Kissingen nach Bad Salzungen. Er führt über die höchsten Erhebungen des Mittelgebirges, allen voran die Wasserkuppe und den Kreuzberg. Der Hochrhöner lenkt den Blick auf pittoreske Orte oder schickt den Wanderer über den Felsrücken der Milseburg. Wenn Sie den Hochrhöner erwandern wollen, haben Sie die Wahl zwischen zwei Varianten: Entweder über die Kuppenrhön im Westen oder aber über Ostroute, die durch die Hochrhön führt. Das Wandermagazin kürte den Hochrhöner bereits 2010 zu Deutschlands schönstem Wanderweg.

Die Extratouren durch die Rhön – in kleinen Häppchen die Rhön erkunden

Der klassische Rhöntourist kommt als Kurz- oder Wochenendurlauber. Deshalb wurden zusätzlich zum Hochrhöner die Extratouren“ geschaffen. Sie sind alle zwischen neun und 20 Kilometer lang und als Tagestouren zu bewältigen. Manche eher flach, andere mit anspruchsvollen Anstiegen zwischendrin. Dadurch kann jeder Wanderer die für ihn passende Tour durch die Rhön finden. Jede dieser Extratouren – 25 sind es mittlerweile – sind einem anderen thematischen Schwerpunkt gewidmet.

Unsere Top-Five – ausgewählte Extratouren durch die Rhön

Jede der Extratouren durch die Rhön ist sehr erlebnisreich und ist es wert, begangen zu werden. Dennoch möchten wir Ihnen einige dieser Touren besonders ans Herz legen. Hier kommt unsere persönliche Top-Five:

5. Extratour Gukaisee

Wasserkuppe Rhön, Berg der Flieger
Die Wasserkuppe offeriert dem Wanderer einen einmaligen Blick über die Rhön.                              Foto: Barbara Homolka

Gukaisee und Wasserkuppe stehen im Mittelpunkt dieser 20 Kilometer langen und sehr anspruchsvollen Tour. Die Wasserkuppe ist auch heute noch Sehnsuchtsort aller Segelflieger. Hier machten die Flugpioniere Anfang des letzten Jahrhunderts ihre ersten größeren und kleineren Hopser und entdeckten schließlich das Wunder der Thermik, das den motorlosen Flug erst möglich macht. Aussichten mit wow-Effekt erwarten Sie außerdem auf der Abtsrodaer Kuppe, dem Pferdskopf, dem Feldberg und dem Schafstein.

4. Kreuzbergtour

Kreuzberg in der Rhön
Der Kreuzberg ist der Heilige Berg der Franken.                          Foto: Barbara Homolka

Der 928 Meter hohe Kreuzberg wird auch der „Heilige Berg der Franken“ genannt. Hoch droben mit Blick auf das Land thront die Kreuzigungsgruppe auf dem Berg. Der zertifizierte Premiumwanderweg hat eine Länge von rund 13 Kilometern und führt durch eine einzigartige Kulturlandschaft. Die Aufstiege sind durchaus sportlich anspruchsvoll, der Wanderer wird dafür aber mit grandiosen Aussichten auf die Rhön und Wandern auf verwunschenen Pfaden mehr als entschädigt.

3. Hochrhöntour

Die Natur wird in der Hochrhön sich selber überlassener
Die Hochrhön bietet zahlreichen geschützten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.                    Foto: Barbara Homolka

Auch die Hochrhöntour ist ein zertizfierter Premiumwanderweg mit rund 15 Kilometern Länge. Einstieg ist am Wanderparkplatz Schornhecke. Die Tour führt auf schmalen Pfaden durch eine typische Rhöner Landschaft mit Wiesen, Weiden, Schafherden und viel unberührter Natur. Auf den Bergwiesen finden sich zahlreiche geschützte Pflanzen. Auch Birkhuhn und Wachtelkönig brüten hier. Aus diesem Grund sollten Sie den ausgewiesenen Wanderweg nicht verlassen.

2. Extratour Rotes Moor

Rotes Moor in der Rhön
Das Rote Moor ist gerade im Herbst besonders geheimnisvoll.                  Foto: Barbara Homolka

Die Extratour Rotes Moor hat eine Länge von rund 18 Kilometern. Ihren Namen hat sie vom Roten Moor, einem Hochmoor, in dem bis 1984 Torf abgebaut wurde. Heute ist das renaturierte Rote Moor ein beeindruckendes Naturschutzgebiet – und nur einer der Höhepunkte der Tour, die am Parkplatz Moordorf startet. Vom Roten Moor geht es steil hinab in die Kaskadenschlucht, einem weiteren Highlight. Überall auf der Tour eröffnen sich dem Wanderer fantastische Ausblicke auf die Rhönlandschaft und Einblicke in Flora und Fauna der Rhön.

1. Point-Alpha-Weg

Weg der Hoffnung
Ein berührendes Stück deutscher Geschichte begegnet dem Wanderer auf dem Point-Alpha-Weg.       Foto: Barbara Homolka

Die rund zwölf Kilometer lange Extratour Point Alpha stellt die Deutsche Teilung in den Mittelpunkt und verläuft ab Geisa entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Neben der Natur- und Kulturlandschaft ist sowohl das Grenzmuseum Point Alpha als auch der „Weg der Hoffnung“ des Künstlers Dr. Ulrich Barnickel sehr beeindruckend. Ein lebendiges und berührendes Stück deutscher Geschichte befanden auch die Leser des Wandermagazins, die den Point-Alpha-Weg deshalb bei der Wahl zu Deutschlands schönstem Wanderweg 2017 auf den dritten Platz hoben.

Barbara Homolka

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