Wacholderbeeren: Ein uraltes Allheilmittel

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Wissenswertes über den Wacholder

Wacholder ist eine uralte Heilpflanze, die besonders in der kalten Jahreszeit in jeden Haushalt gehört. Wer die Wacholderbeeren selber sammeln möchte, hat im Oktober und November die Gelegenheit dazu. Aber bitte informieren Sie sich erst, ob die Pflanze in Ihrer Gegend möglicherweise geschützt ist. Trotzdem der Gemeine Wacholder weit verbreitet ist, dürfen seine Früchte nicht in allen Regionen geerntet werden.

Um den Wacholder ranken sich viele Geschichten, so hiess es früher, dass, wenn man einen Wacholderstrauch einmauert, das Haus vor neidischen Nachbarn geschützt werde. Im Mittelalter glaubte man ausserdem, dass er vor allerlei Gefahren schützt: So sollten Räucherungen Seuchen verhindern und über der Türe und im Stall aufgehängt, so war man sich sicher, hielt die Pflanze Hexen sowie den Teufel aus dem Haus und vom Vieh fern.

Allerdings wurde der Wacholder nicht nur aufgrund des Aberglaubens geschätzt: Schon die alten Ägypter, Römer und Griechen wussten um die Heilwirkung der Wacholderbeeren. Sie behandelten damit zum Beispiel Schlangenbisse oder Entzündungen im Mund.

Wacholderbeeren – Beeren, die eigentlich gar keine sind

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Bei den Wacholderbeeren handelt es sich eigentlich gar nicht um Beeren, sondern um die Zapfen des Wacholderbaumes oder -strauches. Zum Reifen brauchen diese bis zu drei Jahre. Sind sie reif, können sie ganz einfach geerntet werden, indem man ein Tuch darunter ausbreitet und die Äste schüttelt, dann fallen die Früchte herunter. Der Wacholder hat sehr spitze Nadeln, deshalb sollten Sie Handschuhe tragen!

Zu Hause trocknen Sie die Wacholderbeeren im Schatten an einem trockenen, luftigen Ort und bewahren sie anschliessend in einem fest schliessenden Glas auf.

Der Wachholder als Gewürz

Wachholderbeeren gehören vor allem in deftige Gerichte, die durch die im Gewürz enthaltenen ätherischen Öle bekömmlicher werden. Typische Speisen, denen Sie Wacholderbeeren zufügen sollten, sind Sauerkraut, Marinaden für Wildgerichte, Fleisch und Pasteten.

Wacholderbeeren – ein Allheilmittel

Tausende von Jahren kannte man die kleinen würzigen Zapfen als wertvolle Naturmedizin. Wacholderbeeren stärken die Abwehrkräfte, unterstützen die Verdauung, entgiften, lindern Gelenkbeschwerden und helfen bei Grippe und Erkältungskrankheiten. Vieles, was über unzählige Generationen überliefert wurde, hat auch heute noch seine Gültigkeit. Die Anwendungen sind denkbar einfach, sodass es gar nicht nötig ist, lange in der «Hexenküche» zu stehen.

Wichtiger Hinweis!

Während einer Schwangerschaft und bei Nierenproblemen sollten Sie auf Wacholder verzichten! Eine innerliche Anwendung von mehr als einem Monat ist nicht zu empfehlen. Sollten Sie langdauernde oder ernsthafte Beschwerden haben, müssen Sie auf jeden Fall ihren Arzt zu Rate ziehen!

Gesunde Wacholderbeeren – Omas bewährte Hausmittel

Wacholderbeeren gesund
Wacholderbeeren, Foto: Sabine Itting
    • Wacholdertee hilft nicht nur bei Magenbeschwerden, sondern stärkt auch das Immunsystem und das ist in der kalten Jahreszeit besonders wichtig. Für Wacholdertee 1 TL Wacholderbeeren zerkleinern, am besten mit einem Mörser, und mit einer Tasse siedend heissem Wasser übergiessen. Zugedeckt eine Viertelstunde ziehen lassen, durch ein Sieb abgiessen und eventuell mit etwas Honig süssen.
      Um die Abwehrkräfte zu stärken, sollten sie einen Monat lang täglich zwei Tassen trinken.
    • Wacholderbad ist angesagt, wenn Sie Gelenkschmerzen oder rheumatische Beschwerden plagen. Auch bei Grippe und Erkältung tut es gut: 5 EL Wacholderbeeren zerdrücken und in 1 Liter Wasser zum Kochen bringen. Vom Herd nehmen und eine Viertelstunde abgedeckt ziehen lassen. Dann durch ein Sieb ins Badewasser giessen.
      Baden Sie maximal 15 Minuten, wobei das Wasser etwa 38 Grad warm sein sollte. Dieses Bad regt die Durchblutung an und fördert die Muskelentspannung. Ausserdem wirkt es leicht entzündungshemmend. Nach dem Bad abtrocknen und unter einer warmen Decke entspannen.
    • Mundspülung kann ebenfalls aus zerstossenen Wacholderbeeren hergestellt werden: Ca. 1 EL zerkleinerter Beeren wird mit 150 ml Wasser aufgekocht und sollte dann abgedeckt ziehen, bis der Aufguss lauwarm ist. Er eignet sich bei Zahnfleischentzündungen als antiseptische Spülung.
    • Massageöl mit der Wirkung der ätherischen Öle können Sie ganz einfach selber machen. Oma schrieb in ihren Aufzeichnungen: Eine Flasche zur Hälfte mit leicht zerdrückten Wacholderbeeren füllen und mit Speiseöl aufgiessen. Warm aber nicht direkt in der Sonne stehen lassen und alle paar Tage schütteln. Nach einem Monat kann es zum Einreiben von schmerzenden Gliedern verwendet werden.
      Meine persönliche Erfahrung: Wacholder-Massageöl wärmt und wirkt dabei, zum Beispiel bei Muskelkater, Hexenschuss und Nackenverspannungen, schmerz- und krampflindernd.

Sebastian Kneipp schätzte die Wacholderbeeren um das Immunsystem zu stärken und den Körper zu entgiften:

Einerseits empfahl er, die Beeren bei Sodbrennen, Blasenbeschwerden oder Mundgeruch zu kauen, anderseits schwor er zur Stärkung der Abwehrkräfte auf eine Wacholder-Kur, bei der täglich Wacholderbeeren gekaut werden, jeden Tag eine mehr, bis zu einer Menge von max. 15 Stück, danach wieder täglich eine weniger. Begonnen und beendet wird diese Kur mit jeweils drei Beeren.

 

Abschliessend noch ein Tipp für die Räucherung mit Wacholder

Eine Wacholder-Räucherung unterstützt Sie bei konzentrierter Arbeit und kann negative Energien aus Wohn-, Arbeits- und Krankenzimmer vertreiben. Deshalb wird sie auch beim Bezug einer neuen Wohnung gerne empfohlen. Hierzu werden nicht nur die Beeren, sondern auch Zweige, Nadeln und Harz des Wacholders verwendet.

Ich habe einen schönen Film gefunden, den ich hier gerne teile: einfach anschauen und geniessen!

Sabine Itting

 


 

Über Sabine Itting 32 Artikel
Geboren und aufgewachsen in Thüringen, lebt Sabine Itting seit vielen Jahren in der Schweiz, wo sie als Texterin, Autorin und Online-Redaktorin tätig ist. Ihre Liebe zum Landleben und ihr Interesse an Traditionen, Denkmalschutz, Naturheilkunde, Reisen und Wandern, spiegeln sich in ihren Texten wieder. Ihr Projekt «Naturerlebnis Alpen – Schweizer Wanderforum» ist inzwischen mit einem eigenen Online-Magazin im Netz zu finden. Sie ist Inhaberin vom «Schweizer Textservice» und schreibt für Webseiten, Blogs und Printmedien.

2 Kommentare

    • Ich habe gelesen, dass der Wacholder in manchen Regionen geschützt ist, ob das überall der Fall ist, weiss ich leider nicht. Meine Grossmutter hatte einen Strauch im Garten und kannte sich vielleicht deshalb so gut damit aus. Ich habe die letzten Jahre immer Wacholderbeeren in Bio-Qualität aus dem Gewürzregal oder auf Märkten gekauft, und dieses Jahr konnte ich sie auf einem Privatgrundstück in den Alpen ernten. Allerdings waren nicht viele reif, da muss ich nach ein, zwei Jahre nochmal hin 😀

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