Vollkornreis – Gesund oder ungesund?

Vollkornreis
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Vollkornreis – gesund oder ungesund?

Essen Sie gerne Vollkornreis? Sie denken er ist gesünder als normaler Reis? Wie gesund ist er wirklich?

Natur- oder Vollkornreis behält Silberhäutchen und Deckspelzen nach dem Ernten. Er wird auch Cargoreis genannt. Sorten wie Basmati und Jasminreis sind als Vollkornsorten erhältlich. Roter, schwarzer und lila Reis sind ausschließlich Vollkornreissorten. Ebenso brauner Reis zählt in diesen Bereich hinein.

Vollkornreis hat einen höheren Fettanteil, was bedeutet, dass er nicht zu lange gelagert werden kann. Passen Sie auf, dass das Fett nicht ranzig wird!

Vollkornreis wird gerne zu Fisch-, Fleisch- und Gemüsegerichten gereicht. Er hat einen hohen Anteil an Ballast- und Mineralstoffen, Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren. Deswegen wird ihm nachgesagt, dass er gesünder sei als polierter Reis. Das Silberhäutchen, welches sonst beim Polieren entfernt wird, konserviert die wichtigen Nährstoffe.

Ist Vollkornreis ungesund?

„Öko-Test“ hat mehrere Reissorten auf Arsengehalt getestet. Arsen gehört laut „Öko-Test“ zu den Hauptbelastungen von Reis. Dabei werden krebserregende Stoffe durch die Wurzeln der Pflanzen aus Erde und Wasser aufgenommen.

Der Vollkornreis bekam von Öko-Test die schlechtesten Bewertungen. Zum einen hatte er einen hohen Arsengehalt, zum anderen war er mit Mineralöl belastet. Außerdem enthielten 3 der getesteten Reissorten aromatische Mineralkohlenwasserstoffe, die krebserregende Verbindungen beinhalten. Arsen löst Studien zufolge Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen aus.

Die Belastungen befanden sich, wie auch die Vitamine, in den Randschichten der Reiskörner. Erhöhten Kadmium-Gehalt hatte der Naturreis von Alnatura, während Uncle Ben’s Naturreis zusätzlich Pestizide aufwies.

 

Warum ist Reis mit Arsen belastet?

Beim Nassanbau von Reis, wächst die Pflanze stehend im Wasser. Wenn das Grundwasser im Anbaugebiet belastet ist, nimmt die Pflanze Giftstoffe über die Wurzel auf. Der Reis reichert Schwermetalle aus Boden und Wasser, wie Arsen und Kadmium in der Schale an. Dadurch erhält er Mineralstoffe und Spuren von Schwertmetall.

Reiszubereitung

Um den Arsengehalt zu reduzieren, waschen Sie den Reis mehrere Male vor dem Kochen. Damit spülen Sie den Arsengehalt aus dem Reis heraus. Waschen Sie Reisden dabei in einem Sieb unter fließendem Wasser. Bringen Sie ihn mit der doppelten Menge Wasser und Salz zum Kochen. Der Reis wird gekocht, bis er das Wasser aufgesogen hat. Die Quellmethode von Reis wird zur Zubereitung nicht empfohlen.

Kriterien

2016 lagen die Grenzwerte der EU bei 200 µg/kg (Mikrogramm je Kilogramm). Bioprodukte hielten sich bisher an diese Werte. Bei Ökotest wurden die Produkte weiter abgewertet, wenn der Arsengehalt zwischen 100 und 200 µg/kg lag. Bei den Tests lagen die Messwerte vom Reis unter den amtlichen Grenzwerten.

Arsenbelastung im Vergleich

Bezüglich der Arsenaufnahme ist der Schwerpunkt nicht bei Reis zu sehen. Milch, Weizen und Trinkwasser sind niedriger belastet, werden aber häufiger konsumiert.

Was sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung merkt an, dass Reis weiterhin Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein soll. Verbrauchern wird empfohlen bei der Auswahl von Lebensmitteln Abwechslung und Vielfalt einzubringen. Variieren Sie den Verzehr von Getreidearten in Ihrem Speiseplan!

Fazit

Bioprodukte befinden sich innerhalb der empfohlenen EU-Grenzwerte. Wenn Sie Vollkornreis essen möchten, waschen Sie diesen vor dem Kochen gründlich! Nutzen Sie die Wassermethode und nicht die Quellmethode für Ihre Reiszubereitung! Ernähren Sie sich nicht zu einseitig! Wirklich wichtig ist, einen abwechslungsreichen Speiseplan zu pflegen!

 

Claudia Wendt

Über Claudia Wendt 17 Artikel
Claudia Wendt ist in Mecklenburg-Vorpommern, in Wismar, geboren und aufgewachsen. Sie ist als Autorin, Texterin und Bloggerin tätig. Sie beschäftigt sich mit allem rund ums Kochen, Schreiben und Bloggen. In ihrem "Wagashiblog" widmet sie sich ganz ihrer Leidenschaft für japanische Süßigkeiten.

2 Kommentare

  1. Der höhere Fettgehalt von Vollkornreis und damit auch die Gefahr, ranzig zu werden, ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Punkt. Schön, dass du den angesprochen hast. Ich persönlich kaufe Reis (genauso wie Nudeln, Haferflocken & Co) fast nur noch im Unverpackt-Laden. Dort bekomme ich nicht nur beste Bio-Qualität, sondern auch noch exakt die Menge, die ich auch in kurzer Zeit verbrauchen kann. Die Gefahr, dass der Reis schlecht wird, ist damit so gut wie hinfällig 🙂

    • Das ist toll! Leider gibt es in meiner Stadt die Möglichkeit nicht, Reis unverpackt zu kaufen. Deshalb bestelle ich meinen „exotischeren Reis“ über das Internet und meist auf Vorrat. Da ist das Thema des Fettgehalts relevanter.

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