Und wovon träumen Sie so?

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Neulich kam ein Film im TV, den ich mir unbedingt ansehen musste, denn das Thema behandelte einen häufig wiederkehrenden Albtraum von mir und so einiger anderer mir bekannter Personen. Der Film hieß: „Abi 97, gefühlt wie damals“. Und es ging darum, dass das Abitur 20 Jahre später noch mal wiederholt werden musste!

Der Name versprach sich endlich dem allgemein belastenden Albtraum-Szenario zu widmen, war aber in dieser Hinsicht eine Enttäuschung. Leider ging es nur als Rahmenhandlung darum, dass eine Gruppe nicht mehr ganz junger Menschen ihr Abitur nachholen sollten. Abgesehen von diesem Kritikpunkt war der Film ganz nett, wenn gleich Supercomedy-Talent Rick Kanavian merkwürdig blass und verkrampft wirkte.

Kommen wir zum eigentlichen Thema des Films. Fünf ehemalige Freunde bekommen einen Brief und erleben genau das, was für viele Menschen ein regelmäßig wiederkehrender Albtraum ist: Sie müssen das Abitur nachholen! Wegen eines Formfehlers! Und natürlich ist nur diese eine Jahrgangstufe betroffen und sonst niemand! Panik, Horror – Aufwachen!

Albträume,
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Dieses Szenario ist wie bereits erwähnt nicht nur mir bekannt, sondern auch vielen anderen  Menschen jedweden Alters, vorausgesetzt, sie haben mal ihr Abitur gemacht!  Andere wiederum kennen diese Albträume nicht, sie beschäftigen sich nachts mit anderen Horror-Themen. Vielleicht mit einen von diesen hier:

 

Also wovon träumen Sie nachts? Erzählen Sie es uns ruhig, unten in den Kommentaren. Gemeinsam leidet es sich leichter. Doch kommen wir zum Abi-Thema.
Dazu muss man folgendes sagen: Das Abitur zu bekommen, war für mich kein großes Problem. Ich erinnere mich auch nicht an eine stressige Zeit, kann also die immer wiederkehrende Thematik gar nicht verstehen.

Gut, ich war nicht besonders fleißig und hätte einen besseren Notendurchschnitt erreichen können. Allein, was hätte es gebracht? Ich wollte kein NC-Fach studieren und für Germanistik und Pädagogik reichte es allemal. Bevor jetzt irgendwer nach meinem Notendurchschnitt fragt, dem sei gesagt: Unsere Schule (Gymnasium am Ölberg) war eh verschrieen, besonders schwer zu sein. Man bekam nicht so schnell gute Noten wie in Bonn und manch einer wechselte deswegen auch gerne die Schule.

Nun, besonders interessierten mich Leistung und gute Noten nicht, die Wochenend-Partys, die ersten Bandgründungen und die Treffen mit Freunden waren irgendwie spannender als Lernen, dennoch musste ich mir nie Sorgen um mein Abitur machen. Umso merkwürdiger der immer mal alle Schaltjahre wiederkehrende Albtraum, worin es um folgendes geht:

Abitur wiederholen wegen eines Formfehlers!

Unsere Jahrgangstufe muss das Abitur noch einmal machen, weil es irgendeinen Formfehler gab (haargenau wie im Film). Das Abitur wurde aberkannt und man muss eben noch einmal ran. Ich und meine Schulkameraden haben natürlich alle längst Berufe und sind eingespannt, trotzdem scheint es die anderen nicht so zu stören wie mich. In manchen meiner Träume ist die Abitur-Wiederholzeit 3 Jahre lang! Ja, im Grunde muss die gesamte Oberstufe wiederholt werden und meine Schulkameraden finden das völlig normal! Sie gehen sogar schon monatelang wieder jeden Tag in die Schule, trotz eigenem Beruf und Familie. Sie kriegen das irgendwie hin oder lassen etwas sausen. Das kommt in meinen Träumen jedenfalls nie raus. Fakt ist: Sie sind regelmäßig da. Ich nicht. Ich schaffe es nicht, jeden Tag um eine bestimmte Uhrzeit in der Schule aufzulaufen, ich vergesse Termine, den Stundenplan, war in manchen Fächern schon wochenlang nicht mehr anwesend und komme gar nicht mehr mit!

Alle anderen finden’s normal…

Meine lieben Schulkameraden (im Traum sind sie weniger sympathisch als in der Realität) sind fleißig, pflichtbewusst und vor allem: Sie stellen das ganze kranke Szenario gar nicht in Frage! Sie machen alles brav mit! Ich versuche immer zu insistieren: „Hey wir sind erwachsen, wir haben studiert, andere Ausbildungen gemacht, stehen mitten im Beruf – das alles hier macht keinen Sinn! “
Aber es scheint niemand sonst so zu denken wie ich bzw. sie haben sich gut damit arrangiert. Kafka lässt grüssen – und das war übrigens eines der Prüfungsthemen.

Was bleibt ist ein unangenehmes, albtraumhaftes Gefühl, dann Kopfschütteln und eine Erleichterung am nächsten Morgen.

Was kann dieser Traum wohl bedeuten? Sicher nichts Persönliches, denn viele Menschen träumen ganz ähnlich, auch viele Ältere, bei denen das Abitur noch viel weiter zurückliegt.

Traumforscher erklären den Inhalt oft damit, dass die Abiturphase eine entscheidende Prüfungsphase war. Das Abitur entschied natürlich über den weiteren Lebensweg und es heißt nicht umsonst: Reifeprüfung. Die erste große Prüfung im jungen Leben (neben dem Führerschein, wo ich durchgerasselt bin, aber nie davon träume!!) stellt wohl einen Einschnitt dar. Wir haben die Zeit merkwürdigerweise gar nicht so stressig erlebt, trotzdem hat sie anscheinend einiges mit unserem Unterbewusstsein gemacht. Wie geht es Ihnen bei diesem Thema? Kommentieren Sie gerne, vielleicht bekommt man so dieses Thema los…

Interessieren Sie sich für Traumdeutung? Dann lesen Sie doch mal Freuds Standardwerk!

 

 

Über J. Florence Pompe 38 Artikel
J. Florence Pompe ist freiberufliche Texterin seit 2010. Nach dem Studium der Germanistik und Pädagogik arbeitete sie einige Jahre in einem kleinen Lehrmittelverlag. Als Texterin führt sie mehrere eigene Wordpress-Blogs und arbeitet für Kunden redaktionell. Am liebsten schreibt sie über Mode, Schmuck, Interieur, Design und Kunst. Alles, was mit Farben und Formen zu tun hat, fasziniert sie. Zum Thema Mode hat sie eine besondere Affinität, da sie in ihrer Jugend viel genäht hat und sich mit Stoffen und Schnitten gut auskennt. Website: www.papillon-texte.de

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