So erkennen Sie Burnout Symptome

Ausgebrannt
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Sind Sie erschöpft, mutlos, ohne Motivation und von Versagensängsten geplagt? Vielleicht bahnt sich ein Burnout an oder Sie sind schon mittendrin! Hier finden Sie eine Auflistung von möglichen Burnout Symptomen. Sie können sich in diesem Artikel aber auch für einen Angehörigen über das Thema Erschöpfungsdepression informieren. Denn leider gehört es zum Wesen einer Burnout Entwicklung, dass die Betroffenen selbst die eigene Situation völlig falsch einschätzen.

Während sie sich permanent um andere Menschen kümmern oder mit der immer stärker werden beruflichen Anforderung zu kämpfen haben, lassen sie die eigenen Bedürfnisse völlig außer Acht. Damit ist auch schon gesagt, dass Burnout nicht nur für helfende Berufe eine Gefahr ist, wie man lange Zeit propagierte. Auch Hausfrauen und Mütter, pflegende Angehörige oder ehrenamtlich Tätige können Gefahr laufen, auszubrennen.

Es können körperliche sowie seelische Symptome auftreten. Meistens leiden die Betroffenen unter einer großen Bandbreite von allen möglichen Beschwerden. Der Gang zum Arzt erfolgt oft sehr spät, denn die tägliche Pflichterfüllung schränkt die Möglichkeiten einer privaten Terminplanung sehr ein. Damit sind wir schon bei einem Symptom, das so gut wie bei allen Betroffenen vorkommt: die Zeit scheint nicht mehr auszureichen. Weder für die ordentliche Erfüllung der beruflichen Verpflichtungen noch für Freizeit. Nachdem das Gefühl immer stärker wird, im immer schneller werdenden Hamsterrad zu stecken, werden Einsparungen vorgenommen, um die Situation zu entschärfen und mit der Ressource Zeit besser zurecht zu kommen. Diese ist schließlich nicht dehnbar, kann also nicht so einfach verlängert werden. Aber auf das wöchentliche Fitnessprogramm, auf den Besuch bei Oma, auf den Stammtischtermin oder auf den Volkshochschulkurs kann man vermeintlich verzichten. Wenn Sie also an sich oder an einem Angehörigen feststellen, dass Verabredungen immer öfter abgesagt oder erst gar nicht eingegangen werden, kann das auf eine Burnoutentwicklung hindeuten.

Burnout Symptome
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Burnout Symptome können sich psychisch und körperlich bemerkbar machen

Wenn weitere Symptome dazukommen, wäre es wichtig, den Betroffenen eindringlich aufzufordern, einen Arzt aufzusuchen. Da bei den meisten Burnout Patienten die körperlichen Symptome im Vordergrund stehen, müssen diese auf jeden Fall abgeklärt werden, denn Rückenschmerzen, Kreislaufprobleme, Durchfall oder Schlafstörungen können auch rein körperliche Ursachen haben. Der Patient sollte dem Arzt aber auch weitere Informationen über seinen seelischen Zustand geben, sofern der Arzt nicht ohnehin danach fragt. Meistens stehen im Vordergrund: Konzentrationsprobleme, Ängste, Gereiztheit und Stimmungsschwankungen. Anhand der körperlichen Untersuchungsergebnisse in Kombination mit den psychischen Symptomen wird der Allgemeinmediziner vermutlich eine Überweisung zum Neurologen ausstellen. Ein Arzt dieser Fachrichtung ist auch genau der richtige Ansprechpartner.

 

Zusammenfassung von  möglichen Burnout Symptomen:

Körperlich (somatisch):

  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Durchfall und/oder Magenprobleme
  • Herzrhythmusstörungen
  • Ständige bleierne Müdigkeit
  • Bluthochdruck

 

Seelische Symptome (psychisch):

  • Fehlende Motivation für den Beruf
  • Konzentrationsprobleme
  • Lustlosigkeit
  • Versagensängste
  • „innere Kündigung“
  • Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Gereiztheit
  • Hang zur Ironie
  • Ungeduld
  • Rückzug von Freunden und Familie
  • Rückzug von Hobbies
  • Das Gefühl, Wochenende oder Urlaub reicht nicht mehr

Wichtig: Diese Auflistung ist nicht vollständig. Burnout ist eine individuelle Erkrankung. Die Symptome können von Patient zu Patient unterschiedlich sein, gleichzeitig oder einzeln auftreten und unterschiedlich stark in Erscheinung treten. 

Die Ähnlichkeit zu den Symptomen einer Depression ist nicht zufällig.

Interessant ist die Tatsache, dass es dem Grunde nach keine offizielle Diagnose gibt, die Burnout heißt. Nach der international gültigen Katalogisierung und Verschlüsselung von Diagnosen (ICD) wird Burnout der Ziffer für „Erschöpfungsdepression“ zugeordnet und daran lässt sich schon erkennen, wohin der Hase läuft. Tatsächlich handelt es sich bei Burnout um eine Art von Depression, wobei unterschiedliche Ausprägungen erreicht werden können, von leicht, über mittelschwer bis schwer. Jede Art von Depression muss ärztlich behandelt werden, also auch ein Burnout. Es reicht nicht, einfach abzuwarten, denn der ausgebrannte Zustand wird nicht von selbst besser werden.

Ich möchte daher noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Gang zum Arzt dringend anzuraten ist, wenn Sie einige oder schlimmstenfalls sogar alle oben aufgeführten Burnout Symptome bemerken.

Jutta Schneider

Es gibt interessante Bücher, welche die Thematik ausführlicher beleuchten:

 

 

 

 

 

 

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