Shitstorm-resistente Promis

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Der Promi hat es heute zuweilen schwer, denn wo er früher in Ruhe seinen Ruhm genießen konnte und hier und da einen TV-Auftritt absolvierte, wird er heute quasi auf Schritt und Tritt mit Neidern und Hatern konfrontiert. Und wie wir alle wissen, kennen diese keine Grenzen, schreiben voller Hass und Abscheu, bleiben ihren Stars hartnäckig auf den Fersen und sind umtriebiger als Sherlock Holmes, wenn es darum geht Lug und Trug, Foto-Fakes und Schleichwerbung zu entlarven.
Phasenweise könnte man Mitleid mit den Promis bekommen. So viel Hass und Neid ergießt sich auf manche von ihnen in regelmäßigen Abständen. Doch halt – fällt uns was auf? Sie stört das alles offensichtlich nicht genug, um weniger aktiv im Social-Media-Zirkus mitzumischen. Nach dem Shitstorm ist vor dem Shitstorm. Augen zu und Schirm auf, heißt da wohl die Devise. Warum nur? Nun, weil es sich trotz allem lohnt… Ein kleiner Einblick in die Welt der C-Promis und ihre Social-Media Welt:

shitstorm
Mit einem Regenschirm aus Werbeverträgen lässt sich der Shitstorm leicht aushalten.

Stars, die eigentlich keine sind: Sarah Lombardi, Rocco Stark, Angelina Heger und…..

Sie haben schon klangvolle Namen, diese neuen Stars, die eigentlich gar keine sind, aber von den Klatsch-Magazinen – oh pardon – Promi-Magazinen – werden sie dazu gemacht. Und das geht so: C- oder D-Promi hat eine Facebook-Fanpage (verifiziert natürlich, denn kleine Promis bekommen auch so ein blaues Häkchen ins Profil, auch wenn sie nur ein bisschen prominent sind). Auf diesen veröffentlichen sie ihren Alltag, der vor allem aus schick gekleidet und frisiert herumstehen oder irgendwas essen oder trinken zu bestehen scheint. Ereignet sich aufgrund dieser immer wieder kehrenden Motiven hier und da mal ein Shitstorm wird dies dankbar von der neuen Boulevard-Onlinepresse aufgegriffen und der entsprechende Post veröffentlicht. Es ist halt auch praktisch: Öffentliche Facebook-Posts darf man tatsächlich überall teilen und da die Möchtegern-Stars so offenherzig im Teilen ihrer Bilder sind, haben die einschlägigen Magazine immer Stöffchen.

Die beliebtesten Nicht-Promis, die jenen Magazinen fast täglich „Inhalte“ liefern sind: Daniela Katzenberger, Sarah Lombardi, Pietro Lombardi und phasenweise weniger gesangsstarke Persönlichkeiten wie Angelina Heger oder ein Rocco Stark. Sie fragen sich zurecht, wer das alles sein soll. Nun, dazu später mehr.

 

 

Promis und Klatschblätter geben sich also das Händchen. Magazin hat nix zum Schreiben -> Fb gucken, Bilder der einschlägig bekannten Skandalnudeln raussuchen. Ein paar freche provokante Worte dazu, besonders ein klickstarker, den Leser in die Irre führender Titel: und schon haben wir wieder Traffic! Super gemacht, junge Redakteure.

Neider und Hater halten also sogar die Karriere der Nicht-Stars am Laufen. Denn fiese Kommentare und empörte Shitstorms lassen die Promizeitungen aufhorchen und schon sind Herr und Frau C-Promi wieder Thema. Es ist wie ein ewiger Kreislauf. Und diese Nicht-Promis müssen eigentlich auch  gar nichts weiter tun als „provokante“ Bilder posten.
Was sind das nun für provokante Bilder? Beispielsweise, wenn Sarah Lombardi oder Frau Katzenberger den noch kleinen Nachwuchs vors Tablet setzen. Oder wenn das Kind zu lange Schnuller trägt oder zu viel herumgetragen wird. Oder wenn es falsch  gekleidet ist, oder wenn es die falsche Ernährung (nach Foto) bekommt. Oder wenn es die falsche Frisur hat. Oder halt, weil es die falsche Mama hat. Die Hater und Fans sind sich sowieso meist einig: Die Kinder der „Stars“ sind süß und unschuldig und Opfer ihrer karrieregeilen Eltern. Hach.

Wer sind diese „Stars“?

Kleiner Exkurs, denn Sie wollten wissen, wer diese oben genannten Personen sind. Nun, Daniela Katzenberger gehört auch dazu. Die werden Sie sicher kennen. Dann sind da noch Sarah und Pietro Lombardi, die irgendwann mal bei DSDS Kandidaten waren und auf Platz 1 und 2  und im gemeinsamen Bett gelandet sind. Sie waren kurz das Traumpaar der DSDS-Nation, dann „betrog“ leider die hübsche dunkelhaarige, etwas naive Sarah ihren noch naiveren Pietro mit einem Jugendfreund, trotz Ehe und gemeinsamen Kind mit Pietro. Seit dem shitstormed es unablässig rund um Sarah. Die junge Mutter kann kaum einen Instagram- oder Facebook-Post absetzen, ohne dass es wieder stormed. Aber sie ist merkwürdig resistent. Trotz verschmolltem Gesichtsausdruck mit traurigen Augen postet sie unablässig weiter und kassiert unablässig Häme, Spott und Hass. Wie kann man das aushalten, wo sie sich doch oft darüber beklagt und auch ihre Mutter öfters einschreitet? Nun, weil es sich lohnt. Finanziell. Doch dazu gleich mehr.

Sehr gut zu diesem Prominentenstatus passt Angelina Heger. Die Dame hat leider noch weniger vorzuweisen, denn sie kann noch nicht mal singen. Und das können Sarah und Pietro ja wirklich! Auch wenn sie nichts mehr daraus machen. Der große Ruhm als Sänger blieb für sie beide merkwürdigerweise aus und man könnte schon vermuten, dass es auch daran liegt, dass sich das Geld so im Alltag leichter mit Social-Media-Gedöns verdienen lässt.
Nun wir waren gerade bei dem kleinen süßen Schnuckelchen Angelina Heger, von der man fast wirklich sagen könnte: Sie hat sich hochgeschlafen. Denn schließlich beruht ihr Ruhm tatsächlich nur darauf, dass sie mit einem der Bachelors geturtelt hat und ja, intim geworden ist. Die Kameras bei dieser Sendung sind ja nicht sehr zurückhaltend und die Mitkandidatinnen wissen auch immer direkt Bescheid, wer mit wem. Jedenfalls ist Angelina Heger eine verschmähte Bachelor-Kandidatin, die immerhin fast Gewinnerin des inszenierten Paarungszirkus geworden wäre und vom umschwärmten Prinz aus 10 + Kandidatinnen erwählt worden wäre. Ihr Selbstbewusstsein und ihre Eifersuchts-Tyraden machten sie vor ein paar Jahren so zum kleinen Star. Seither hat sie aber ihre Karriere mit null Talenten oder Ausbildungen gefördert. Stattdessen verdient sie ihr Geld, mit was? Richtig: Social-Media-Gedöns.

Und dieses regelmäßige Posten von Fitnessgetränken, hübschen Klamotten und neuen Frisuren brachten dem kleinen Sternchen, das es im Dschungelcamp nicht lange ausgehalten hatte, weil es kein Reis vertrug… und sich zu jung fühlte (sie war damals auch schon 22 Jahre alt) immerhin so viele Einnahmen ein, dass sie sich nun ein eigens Haus für sich und ihre zwei Hunde in Brandenburg kaufen konnte. Schöne, neue Social-Media-Welt! „Lerne nichts, gehe in irgendeine Doku-Soup, lass dich casten und kultiviere dein Aussehen. Dann kannst du mit Nichts reich werden.“

Apropos Aussehen: Das ist Angelinas Pluspunkt. Sie sieht zuckersüß aus. Leider ist nicht alles echt. Das Näschen war mit 15 noch breiter und fleischiger und die Oberweite war nicht ganz so üppig. Schlimmer ist jedoch, dass bei dieser Promi-Dame jegliche Inhalte und Aussagen fehlen. Egal, wie viele Shitstorms sie kassiert, und sich anhören muss, dass sie eigentlich nichts kann und auch nichts leistet, sie macht unbeirrbar weiter und verdient ihr Geld mit Fitnessdrinks, hübschen Klamotten und neuen Frisuren.

Neben Pietro Lombardi ist als männlicher Social-Media-Star noch Rocco Stark zu nennen. Der erste Sohn von Uwe Ochsenknecht hat lediglich einen Auftritt im Dschungelcamp in seiner Medien-Karriere zu verzeichnen. Seither hat man noch nicht mitbekommen, dass es mit der Schauspielkarriere geklappt hätte, obwohl die Gene in der Familie liegen und er starke Ambitionen hatte. Doch es tut sich nichts in der Rocco-Welt, als das übliche Social-Media-Gedöns. Immerhin wissen wir von ihm jetzt, warum man sich heute hartnäckig den bösartigen Shitstorms entgegenstellt: Weil es sich lohnt! Finanzell… Denn Rocco Stark ist einer der wenigen, die zugeben, dass es sich lohnt. Er postete einmal freimütig, dass er sich mit einem Fb-Werbepost die Miete für einen Monat erwirtschaftet. Schöne neue Social-Media-Welt.

Bei den anderen Nicht-Promis wie Sarah munkelt man, dass sie pro Post für Fittea eine runde Summer von 3000 € erhält. Gut, wir wissen es nicht genau. Aber 300 € wären auch schon viel oder nicht? Apropos Fittea. Das ist das Getränk, das in den letzten Jahren erstaunlich viele Ex-Casting-Kandidaten und zukünftige Superstars werbeträchtig in die Kamera hielten. Diese Firma krallt sich anscheinend als erstes die noch aufstrebenden Promis. Fittea heißt jetzt übrigens Fitvia. (Nein, wird extra nicht verlinkt, wir machen nicht auch noch Werbung für überteuerte Fitness-Tees).

Geld verdienen mit Outfits posten und Duftkerzen

Ein weiteres Beispiel wie man quasi von zuhause aus gutes Geld verdienen kann, in dem man rund um die Uhr Selfies postet, ist Daniela Katzenberger. Muss man ihren Werdegang erzählen? Vielleicht. Nun, sie ist als blondgefärbte Trash-Queen mit eigener Doku-Soup bekannt geworden. Damals wollte sie angeblich in den amerikanischen Playboy und lauerte Hugh Hefner vor seinem Haus im Amiland auf. Die deutschen Kameras immer dabei. Da dies alles so schräg war und ihr Styling so unecht, wurde sie ein klein wenig berühmt in Deutschland.

Inzwischen hat sie Lucas Cordalis, den weniger erfolgreichen Sohn von Costa Cordalis, rein kirchlich geheiratet, eine Tochter bekommen und trotzt hauptberuflich den täglichen Shitstorms auf ihren Socia-Media-Kanälen. Katzenberger provoziert ihre Fans und Nicht-Fans immer wieder durch Flunkerei und knallharte Lügen. So verschwieg sie, dass sie vor einem Jahr ihrem Lucas wirklich nur kirchlich das Ja-Wort gab und ihre Ehe ohne Standesamt natürlich ungültig ist vor dem Gesetz. Für die Katze eine Bagatelle, für die Fans nicht. Schließlich verdiente die Katze eine Menge Geld mit der großen TV-Inszenierung ihrer Eheschließung. Doch die eigentlich dunkelhaarige Daniela schummelt auch sonst, wo es geht. Mit neuartigen Beauty-Apps mogelt sie Gesicht und Körper schlanker, zaubert sich vollere Lippen, hohe Wangenknochen und ein elfenhaftes Gesicht. Die Wahrheit kommt nur leider immer wieder bei den Paparazzi-Fotos heraus. Wenn man sieht, dass La Katzenberger trotz Werbevertrag mit bodychange recht füllig daher kommt und ihr natürlich hübsches Gesicht wesentlich breiter, dafür die Wangenknochen unauffälliger und die Lippen schmaler sind.

Dafür postet sie jedoch täglich Selfies mit verkäuflichen Outfits. Ja, täglich trägt das Zuhause-Model nagelneue Outfits, die die Fans bestellen sollen und wollen. Auch wegen der Outfits muss man natürlich einigermaßen schlank und vorteilhaft aussehen, wobei Photoshop und Beauty-Apps enorm behilflich sind. Zu den Outfits gibt es noch andere wichtige käufliche Accessoires wie die Duftkerzen mit Schmuck darin oder Make-Up Produkte.

La Katzenberger betreut ihre Social-Media-Accounts ganz alleine. Was auch bedeutet: Löschen, löschen, löschen. Denn es hagelt ständig Kritik und neue Accounts erscheinen in Sekundenschnelle um der dauererblondeten Selfie-Queen anständig die Meinung zu geigen. Wie stressig dieser Social-Media-Alltag für Deutschlands Trash-Barbie ist, zeigen auch wieder zahllose Paparazzi-Fotos, auf denen sie mit genervtem Gesichtsausdruck wütend auf ihr Smartphone einhämmert.

Doch der Aufwand scheint zu lohnen, denn offensichtlich bringt die junge Mama Katzenberger das Geld nachhause, während der Ehegatte das Kind hütet und hin und wieder einen Tingel-Auftritt mit dem berühmteren Papa hat.

Fazit:

Während Normalos wie Sie und ich meist völlig überzogene Shitstorms wegen einer unbedachten Frage in einem Forum, einer Gruppe oder in einer Community erstmal verdauen müssen und sich fragen, ob sie virtueller Geisterfahrer sind – steckt der C-Promi einen Shitstorm nach dem anderen locker weg. Warum? Weil es sich lohnt. Finanziell. Die Shitstorms, egal wie eklig sie sind, halten die Promis im Gespräch und bringen ihnen und den Klatsch-Magazinen Bares. Wir finanzieren das mit.

Und bevor Sie sich mal wieder oder zum ersten Mal dazu hinreißen lassen, mitzustormen, schauen Sie erstmal hin, ob die betreffende Person ein Normalo ist wie Sie und Ich. Jemand mit einem durchschnittlichen Einkommen und diversen Lasten zu tragen, von denen im Web niemand etwas weiß, weil wir keine Promis sind und unser Privatleben nicht ausbreiten. Und wenn es einer dieser „Promis“ ist, dann denken Sie daran, dass Ihr Shitstorm ein wahrer Moneystorm für die gehassten und beneideten Sternchen ist.

 

Über J. Florence Pompe 34 Artikel
J. Florence Pompe ist freiberufliche Texterin seit 2010. Nach dem Studium der Germanistik und Pädagogik arbeitete sie einige Jahre in einem kleinen Lehrmittelverlag. Als Texterin führt sie mehrere eigene Wordpress-Blogs und arbeitet für Kunden redaktionell. Am liebsten schreibt sie über Mode, Schmuck, Interieur, Design und Kunst. Alles, was mit Farben und Formen zu tun hat, fasziniert sie. Zum Thema Mode hat sie eine besondere Affinität, da sie in ihrer Jugend viel genäht hat und sich mit Stoffen und Schnitten gut auskennt. Website: www.papillon-texte.de

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