Reformation? Wir haben doch Halloween!

Jack, O'lantern
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Gerade am Tag der Reformation, der in Deutschland begangen wird, rückt Halloween immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Man könnte es als „importiertes Fest“ bezeichnen, dass seinen Weg aus den USA hierhergefunden hat.

Wieso USA? Halloween ist irisch!

Ursprünglich stammt Halloween nicht aus den USA. Als Volksbrauch wird Halloween am Abend und in der Nacht vor Allerheiligen, vom 31. Oktober zum 1. November begangen. Eigentlich handelt es sich bei Halloween um ein irisches Fest, das erst mit der irischen Renaissance 1830 nach Amerika kam. Irische Einwanderer brachten das Brauchtum mit sich. Manche bezeichnen es als heidnischen Brauch, da es der Keltenzeit entstammt. In den USA hat sich das Fest derart etabliert, dass es ebenso in Europa Verbreitung gefunden hat.

Jack O’Lantern und der Teufel!

Kennen Sie die leuchtenden Kürbisköpfe an Halloween? Dieser Brauch entstammt einer alten irischen Sage. Der böse Jack Oldfield fing den Teufel mit einer List ein. Er versprach ihn wieder frei zu lassen, wenn dieser ihm nicht in die Quere käme. Der Teufel gab ihm das Versprechen. Das jedoch hatte Folgen. Als Jack Oldfield starb, wollten ihn weder Himmel, noch Hölle haben. Für den Himmel war Jack zu böse und der Teufel wollte ihn nicht, da Jack ihn betrogen hatte. Der Teufel bot ihm einen Kompromiss, indem er ihm eine Rübe und glühende Kohlen gab, damit Jack durch das Dunkel wandern konnte.

Da in den USA eher Kürbisse als Rüben angebaut wurden, began man damit Kürbisse auszuhöhlen, ein Gesicht hineinzuschnitzen und von innen zu beleuchten. Dieser Kürbis wird Jack O’Lantern genannt und dient zum Abschrecken böser Geister.

Süßes oder Saures!

Der Trick & Treat-Brauch, den Sie unter „Süßes oder Saures“ kennen gehört ebenso wie Jack O’Lantern in die Reihe etablierter Halloweenbräuche. Kinder und Erwachsene verkleiden sich an Halloween und von Tür zu Tür. Wer keine Süßigkeiten spendet, muss damit rechnen Streiche gespielt zu bekommen.

Allerheiligen vs. Halloween?

Wo finden sich die Gegensätze von diesen drei feierlichen Tagen? Halloween gehört wie die Weiberfastnacht zu den sogenannten „Unruhnächten“. Das steht im krassen Gegensatz zum christlichen Allerheiligenfest. Denn jenes gehört zu den „stillen Tagen“, an denen öffentlich keine Unterhaltungsveranstaltungen erlaubt sind, die keinen ernsten Charakter haben. Zusätzlich wiegt, dass alte Bräuche wie das Martinsingen am 10. und 11. November verdrängt werden. Bei diesem wird übrigens auch von Tür zur Tür gegangen. Die Sänger erwarten Gebäck, Früchte oder Süßigkeiten als Gegenleistung.

Wegen des Unruhnachtscharakters gibt es an Halloween immer wieder Vorfälle von Vandalismus, Hausschmierereien, Eierwerfen, sowie Brandstiftung und Sachbeschädigung zu denen die Polizei hinzugezogen wird.

Was feiern Sie?

Feiern Sie Reformation, Halloween oder Allerheiligen? Steht das alles im Widerspruch? Wer was feiern will, muss am Ende jeder für sich und mit seinem Gewissen vereinbaren. Halloween gibt sehr schöne Möglichkeiten in der Küche kreativ zu werden und sich mit Familie und Freunden zu treffen. Andererseits darf ein Tag, wie die Reformation deswegen nicht unter den Tisch gekehrt werden. Was sich am Ende durchsetzen wird, das zeigt die Zeit. Eines ist jedoch sicher. Halloween steht besonders bei Einzelhändlern hoch im Kurs, denn so sehr der Gegensatz zu Bestehendem existiert, Halloweenverkäufe boomen.

Claudia Wendt

 

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Über Claudia Wendt 17 Artikel
Claudia Wendt ist in Mecklenburg-Vorpommern, in Wismar, geboren und aufgewachsen. Sie ist als Autorin, Texterin und Bloggerin tätig. Sie beschäftigt sich mit allem rund ums Kochen, Schreiben und Bloggen. In ihrem "Wagashiblog" widmet sie sich ganz ihrer Leidenschaft für japanische Süßigkeiten.

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