Pflaumen haben jetzt wieder Saison

Pflaumen vielseitig und gesund
Pflaumen, vielseitig und gesund Foto: congerdesign, pixabay.de

Pflaumen – von Gesundheitstipps bis Zwetschgenwähe

Pflaumen sind jetzt wieder überall zu haben. Vor allem auf Märkten erhalten Sie viele verschiedene Pflaumensorten, zu denen auch Mirabellen und Zwetschgen gehören.

Die Herkunft der Pflaume

Wie Archäologen nachweisen konnten, wurden Pflaumen schon in der Jungsteinzeit gegessen. So herrlich süss wie heute, waren diese damals freilich noch nicht, handelte es sich doch um Wildformen.

Die Römer kannten Pflaumen bereits als Heilmittel, so schrieb zum Beispiel Marcus Valerius Martial:

«Iss Pflaumen für des Alters morsche Last, denn sie lösen den hart angespannten Bauch»

Wie die Pflaume den Weg nach Mitteleuropa fanden, das ist nicht schlüssig geklärt, aber es wird vermutet, dass wir die leckeren, süssen Früchte Karl dem Grossen verdanken, der sie von seinen Kriegszügen mit nach Hause genommen hat. Das Zentrum des Pflaumenhandels soll damals Damaskus gewesen sein, jedenfalls belegen Funde, dass schon vor mehr als 2500 Jahren in Syrien Pflaumen angebaut wurden. Unsere Kulturpflaume entstand wahrscheinlich aus einer Kreuzung von Kirschpflaume und Schlehe.

Wie viele Arten von Pflaumen es heute gibt, kann nur geschätzt werden, es dürften mehr als 2000 Seiten. Immer wieder kommen neue hinzu.

Die bekanntesten Pflaumensorten

  • Zwetschgen
    Sie sind kleiner als die meisten Vertreter der Pflaumenfamilie, haben eine längliche Form und schmecken je nach Sorte säuerlich-herb oder würzig und süss. Als Belag von Kuchen und Wähen sind sie unschlagbar.
  • Pflaumen
    Etwas grösser als Zwetschgen und in runder Form, eignet sich die Pflaume vor allem zum roh essen oder als Kompott und Mus zubereitet. Ihr bernsteinfarbenes Fruchtfleisch zerfällt beim Kochen schnell.
  • Rote Pflaumen
    Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in Italien, Chile und Südafrika. Die Früchte passen dank ihres fein herben Aromas gut zu Käse.
  • Gelbe Pflaumen
    Die runden gelben Pflaumen mit ihrem hellgelben Fruchtfleisch haben ein süsses Aroma und sind ideal, um roh gegessen zu werden. Sie passen auch gut in Süssspeisen, zum Beispiel ins Müesli. Bitte nicht verwechseln mit den:
  • Mirabellen, die auch aus gelbe Zwetschge bezeichnet werden.
    Die gelben, runden Mirabellen eignen sich dank ihres saftigen, würzigen Fruchtfleisches sehr gut zum Einkochen.

Wenn Sie die Früchte kaufen, sind sie durch eine natürliche wachsähnliche Schicht geschützt. Solange diese nicht abgewaschen wird und unbeschädigt ist, können Sie die Pflaume im Gemüsefach des Kühlschrankes ein paar Tage aufheben.

Pflaumen – nützlich für die Darmgesundheit

Die Naturheilkunde kennt Pflaumen vor allem als wirksames Mittel gegen Verstopfungen. Getrocknete Pflaumen, am Abend vorher eingeweicht und zum Frühstück ins Müesli gemischt oder solo gegessen, bringen die Verdauung in Schwung. Diese Wirkung verdanken wir der Zellulose und dem Pektin, zwei Nahrungsfasern, die unverdaulich sind und im Darm aufquellen, wodurch die Verdauung angeregt wird. Gleichzeitig können die Nahrungsfasern Giftstoffe aus dem Darm aufnehmen und abtransportieren. Reichlich enthaltende Mineralien und Fruchtsäuren unterstützen die Entgiftungsorgane bei ihrer Arbeit. Somit sind Pflaumen empfehlenswerte Hausmittel bei den verschiedensten Verdauungsbeschwerden und bei Verstopfung.

Früher nahm man bei innerer Unruhe und seelischen Verstimmungen eine Woche lang täglich getrocknete Pflaumen zu sich. Sie dienten Heilkundigen auch bei der Behandlung von Beschwerden der Leber sowie bei Gicht. Heute kennen wir andere Mittel, aber wer bevorzugt auf Naturprodukte zurückgreift, kann das natürlich probieren. Inzwischen ist bekannt, dass ein gesunder Darm tatsächlich Auswirkung auf unsere Psyche und allerlei körperliche Leiden hat.

Die Pflaume liefert rasch neue Energie

Pflaumen liefern rasch Energie
Müde? Pflaumen liefern rasch neue Energie! Foto: Sabine Itting

Sicher kennen Sie das auch: Bei körperlicher, aber vor allem auch bei geistiger Arbeit, könnten Sie einen Energie-Kick gebrauchen. Deshalb greift man gern zu Traubenzucker. Naschen Sie ein paar Zwetschgen, erzielen Sie die gleiche Wirkung, denn diese haben einen sehr hohen Fruchtzuckergehalt. Schon zwei, drei Pflaumen machen wach und fit. Sollten Sie allerdings unter Fructose Intoleranz leiden, sind Zwetschgen und Pflaumen nicht zu empfehlen. Und wenn Sie gerade eine Diät machen, sollte der Verzehr von getrockneten Pflaumen eingeschränkt werden:

Mit 100 Gramm frischen Pflaumen nehmen Sie fast 50 Kalorien zu sich,
100 Gramm Trockenpflaumen liefern sogar 225 Kalorien.

Viel Gesundes steckt in Zwetschgen und Pflaumen

Pflaumen tun nicht nur dem Darm gut und sind mehr, als einfach Energielieferanten. In den vielseitigen Früchten stecken nämlich noch jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. Die wichtigsten sind: Kalium, Kalzium, Zink, Phosphat, Magnesium, Eisen, Beta-Carotin, Folsäure und Vitamin C sowie B-Vitamine. Keines davon ist in einer besonders grossen Menge vorhanden, hier macht es ganz klar die Mischung!

Wichtiger Hinweis: Bei längeranhaltenden Beschwerden oder Erschöpfungszuständen sowie bei starkem Krankheitsgefühl müssen Sie natürlich Ihren Arzt aufsuchen!

Selber naschen oder verschenken – so werden Pflaumen zur leckeren Süssigkeit

Ob zum Kindergeburtstag, abends vorm Fernseher oder als Wanderproviant: etwas Süsses gehört für die meisten von uns einfach dazu. Nun sind Zwetschgen an sich schon lecker, besonders köstlich werden Sie mit einer feinen Marzipanfüllung.

  • Die gewaschenen und trocken getupften Zwetschgen mit einem spitzen Messer auf- aber nicht durchschneiden.
  • Den Kern entfernen.
  • Eine etwa haselnussgrosse Menge Marzipan hineinstecken. Fertig.

Wenn Sie zu einer Gartenparty eingeladen sind und noch schnell ein originelles Geschenk suchen, kommen die gefüllten Zwetschgen zusammen mit einer Flasche Zwetschgenschnaps bestimmt gut an.

Natürlich dürfen Pflaumen- und Zwetschgenkuchen auf einer Kaffeetafel nicht fehlen. Deshalb habe ich abschliessend noch ein Rezept für Sie, welches ganz einfach und schnell gemacht und zudem sehr lecker ist.

Gestürzte Zwetschgenwähe

Zwetschgenwähe, Symbolbild RitaE / Pixabay

Die Zutatenliste ist sehr kurz: Sie brauchen eine Platte Blätterteig aus dem Kühlregal. 600 g entsteinte Zwetschgen sowie 1 EL Butter und 5 EL Zucker.

So wird’s gemacht:

  • Beim Backen mit Pflaumen und Zwetschgen steht natürlich zuerst einmal das Entsteinen an. Die gewaschenen Früchte halbieren Sie mit einem scharfen, spitzen Messer und lösen die Steine heraus.
  • Die Butter in einer Wähenform schmelzen, alternativ geht auch eine flache, feuerfeste Pfanne.
  • Zucker gleichmässig über die geschmolzene Butter streuen.
  • Die Zwetschgen mit der Schnittfläche nach oben darauf verteilen.
  • Mit dem Blätterteig bedecken und die Teigränder an den Rand der Pfanne drücken. Eventuell überstehende Ecken wegschneiden.
  • Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen.
  • Im vorgeheizten Backofen bei ca. 180 Grad Umluft backen.
  • Ab 20 Minuten Backzeit die Wähe im Auge behalten, je nach Herd können die Zeiten etwas abweichen. Nach ca. 25 Minuten sollte die Zwetschgenwähe fertig sein.
  • Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Das Stürzen erfordert etwas Fingerspitzengefühl: Es geht einfacher, wenn Sie die Form kurz auf dem Herd erhitzen, bis sich die Wähe bewegen lässt. Dann auf einen grossen Teller oder eine Tortenplatte stürzen.

Am besten schmeckt diese Zwetschgenwähe warm und mit frischem Schlagrahm serviert.

Sabine Itting

 

Über Sabine Itting 31 Artikel
Geboren und aufgewachsen in Thüringen, lebt Sabine Itting seit vielen Jahren in der Schweiz, wo sie als Texterin, Autorin und Online-Redaktorin tätig ist. Ihre Liebe zum Landleben und ihr Interesse an Traditionen, Denkmalschutz, Naturheilkunde, Reisen und Wandern, spiegeln sich in ihren Texten wieder. Ihr Projekt «Naturerlebnis Alpen – Schweizer Wanderforum» ist inzwischen mit einem eigenen Online-Magazin im Netz zu finden. Sie ist Inhaberin vom «Schweizer Textservice» und schreibt für Webseiten, Blogs und Printmedien.

4 Kommentare

  1. Doch, das geht auch mit Zwetschgen, ist bisschen eine klebrige Angelegenheit, aber wenn man die Form, wie beschrieben, kurz anwärmt, funktioniert es 🙂

    • Zwetschgenknödel habe ich ja schon ewig nicht mehr gegessen. Das wäre auch mal wieder was <3 Muss grad mal gucken, ob ich ein gutes Rezept finde! Liebe Grüsse, Sabine

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