Münster: Westfalens Schmuckstück an einem Wochenende

Münsters Prinzipalmarkt ist bekannt für seinen exklusiven Einzelhandel.
hpgruesen / Pixabay Münsters Prinzipalmarkt ist bekannt für seinen exklusiven Einzelhandel.

Fahrrad, Uni im Schloss und Einzelhandel – das sind wohl die ersten drei Sehenswürdigkeiten, die einem einfallen, wenn man an Münster denkt. Die blumige Metropole Westfalens bietet allerdings noch viel mehr. Nämlich Potenzial für einen zweiwöchigen Sommerurlaub. Ob Sightseeing, Entspannung am Aasee, eine Radtour am malerischen Dortmund-Ems-Kanal oder eine ausgiebige Shoppingtour in der charmanten Innenstadt: Die Stadt des Kiepenkerls, der Studenten und Beamten lädt zum Staunen ein. Lesen Sie hier, was an Münster besonders liebenswert ist.

Der legendäre Markt am Domplatz

Der Markt auf Münsters Domplatz ist legendär und darf unter keinen Umständen verpasst werden, wenn man in der lebenswerten Fahrradstadt unterwegs ist. Nicht nur die reichhaltige Auswahl an frischem Obst und Gemüse, Kräutern und Gewürzen, Blumen, Taschen, Fisch und Fleisch, sondern auch die Kulisse ist atemberaubend. Die anziehenden Käsestände und das einzigartige Flair vermitteln den Besuchern das Gefühl, auf einem urigen, niederländischen Markt zu stehen. Die Anordnung der Marktstände ist sehr übersichtlich, trotz oder gerade aufgrund der Fülle des Angebotes. Im Hintergrund prangt der gigantische Dom und trägt maßgeblich zu der unvergleichlichen Kulisse bei.

Tipp: Der Markt am Domplatz öffnet mittwochs und samstags von 7:00 bis 14:30 Uhr. Früh aufstehen lohnt sich: Wer seinen inneren Schweinehund überwinden kann, sollte spätestens um acht Uhr in der Früh bereitstehen. Dann ist die Stimmung besonders schön. Bevor das große Gedränge losgeht, genießt man die volle Aufmerksamkeit der Verkäufer und das frischeste Obst und Gemüse, das man sich nur vorstellen kann!

 Das Herzstück der Stadt ist der beeindruckende Dom.
Ermerspik / Pixabay Das Herzstück der Stadt ist der beeindruckende Dom.

Salzstraße = Lieblingsstraße

Zugegeben: Wirklich spektakulär klingt der Straßenname nicht, aber das ist zu vernachlässigen. Auf der Salzstraße mitten in Münsters Innenstadt treffen Traditionskaufleute auf kulinarische Erlebniswelten (nein, ich übertreibe nicht!), geschichtsträchtige Barockfassaden auf buntes Treiben und urige Lädchen auf alltagstaugliche Geschäfte. Das alles mündet am Prinzipalmarkt mit der sagenhaften Lambertikirche. Am Brunnen vor der Kirche lässt es sich mit einem Eiskaffee aushalten. Auch die liebevoll dekorierten Schaufenster der Salzstraße laden zum Verweilen ein. Münster ist bekannt für seinen Einzelhandel, nicht zuletzt wegen der beeindruckenden Fülle an exklusiven, gehobenen Geschäften am Prinzipalmarkt. Wem das zu teuer ist, genießt entweder die Aussicht auf die wirklich beeindruckende Kulisse der Geschäftshäuser oder kehrt wieder um zur Salzstraße, auf der es bezahlbare und charmante Souvenirs aus Münster zu kaufen gibt.

Tipp: An der Salzstraße 28 befindet sich das Stadtmuseum mit regelmäßig wechselnden Ausstellungen sowie einer Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt. Der Eintritt ist frei!

Der Kiepenkerl gehört zu Münster

Unweit der Salzstraße befinden sich der große und der kleine Kiepenkerl. Das Restaurant und die Gaststätte sind unschwer an der Statue des wandernden Händlers mit seinem Korb (der Kiepe) zu erkennen. Wer gut bürgerlich speisen und im Anschluss ein kühles Bier in rustikaler, westfälischer Atmosphäre genießen möchte, sollte sich die beiden Traditionsstätten nicht entgehen lassen!

Übrigens: Kiepenkerle sind insbesondere im niederdeutschen Sprachraum dafür bekannt, dass sie die Städter mit Eiern, Fleisch und Milchprodukten versorgten. Gleichzeitig brachten sie Salz und andere Waren sowie Briefe und Nachrichten in die ländlichen Bereiche. Sie erfreuten sich daher großer Beliebtheit.

Münster lässt sich am besten mit dem Fahrrad erkunden.
flotty / Pixabay Münster lässt sich am besten mit dem Fahrrad erkunden.

Erlebenswert: Münsters Stadthafen

Kunst, Kultur, gutes Essen, Szenekneipen und kreative Agenturen finden die Besucher heute im Stadthafen von Münster. Hier ist rund um die Uhr was los! Tagsüber lädt das Kunsthaus im Speicher II zum Staunen ein. Wer anschließend noch einen Kaffee trinken möchte, genießt den herrlichen Blick auf das Wasser. Auf den Terrassen der Restaurants und Cafés lässt es sich bei dem richtigen Wetter nämlich gut aushalten. Wer es auf dem Markt verpasst hat, sich mit Käse einzudecken, der kann das in der Hafenkäserei nachholen. An jedem ersten Wochenende im Monat findet dort außerdem eine offene Führung statt. Neben einer Käseverköstigung, die man online im Voraus buchen kann, bietet der Shop außerdem interessante Sorten wie „der milde Maat“, „der lustige Lieutnant“, „der smarte Smutje“ u.v.m. an.

Kurzum: In Münsters Stadthafen treffen moderne Architektur, Industrie- und Speicherbauten aufeinander, die Köstlichkeiten, Events und lockeres Verweilen für jeden anbieten.

Spaziergänge, Entspannung und Tretbootfahren am Aasee

Raus aus dem Getummel! Unweit der Innenstadt liegt die pure Idylle: Wer genug hat von Kultur, Shopping und Radfahren, der lässt es sich an den Aaseeterrassen gut gehen. Nach einem Spaziergang um den ganzen oder halben (der See ist mittig mithilfe einer Brücke zu überqueren) Aasee können Schleckermäuler ohne schlechtes Gewissen Kuchen oder Eis genießen. Das A2 am See bietet einen herrlichen Ausblick und eine reichhaltige Speisekarte. Gourmets kommen im italienischen Ristorante Il DiVino auf ihre Kosten. Zum Abstrampeln der Kalorien bietet die Segelschule Overschmidt den Verleih von Tretbooten an – ein Highlight für die ganze Familie!

Tipp: Wer es zum Aasee geschafft hat, schafft es vielleicht auch noch zum Mühlenhof, der von dort aus leicht fußläufig erreichbar ist. Das Freilichtmuseum erzählt auf spannende und anschauliche Weise die Geschichte des Münsterlandes. Rund 30 Bauwerke – größtenteils Originale – können von innen wie von außen bestaunt werden und zeigen die Lebens- und Arbeitsweisen der Menschen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert.

Unweit der Innenstadt trifft man in Münster auf ein herrliches Stück Natur: der Aasee
hpgruesen / Pixabay Unweit der Innenstadt trifft man in Münster auf ein herrliches Stück Natur: der Aasee

Kurioses und Wissenswertes:

  • „Entweder regnet es in Münster, oder es läuten die Glocken. Geschieht beides gleichzeitig, ist Sonntag“, so der westfälische Volksmund. Ob das wirklich der Wahrheit entspricht, darüber scheiden sich die Geister: Denn während die gesamte Niederschlagsmenge nicht über dem Durchschnitt der Bundesrepublik liegt, ist die Anzahl der Regentage in Münster relativ hoch. Das ist aber egal, denn es gibt kein falsches Wetter in der Stadt: Domschatzkammer, Allwetterzoo und Museen lassen sich auch mit Regenschirm und Jacke ausgestattet wunderbar erkunden!
  • Wem es nicht reicht, die Stadt mit dem Rad, dem Bus oder zu Fuß zu erkunden, der sollte die Serien und Bücher um Münster kennenlernen! Denn Münster ist die Stadt der Krimis: Der legendäre Tatort um Thiel und Boerne, Professor(!) Boerne, sowie der noch nicht ganz so historische, aber nicht weniger erfolgreiche Wilsberg sind ein Muss für Münster- und Krimiliebhaber! Darüber hinaus erfreuen sich auch fleißige Leseratten an spannenden Mordfällen in und um Münster.
  • Kennen Sie noch Schwan Petra aka Peter? Die gefiederte Dame erlangte durch ihre Liebe zum Schwanentretboot auf dem Aasee im Sommer 2006 weltweite Berühmtheit. Im November des gleichen Jahres wurde der vermeintliche Schwanerich namens Peter samt Tretboot in den Münsteraner Zoo umgesiedelt. Dort wurde festgestellt, dass es sich um eine Schwanendame handelt. Petra verschwand 2009 spurlos und wurde erst vier Jahre im nahegelegenen Osnabrück entdeckt. Dort lebt sich noch heute mit ihrer neuen Liebe.
  • Münsters hervorragend ausgebauten Fahrradwege führen durch städtische und ländliche Gefilde. Die landwirtschaftliche Seite der Metropole erzählt ihre eigene Geschichte und verlockt zu ausgiebigen Radtouren durch Feld, Wiesen und Wälder.

Verena Hohmann

Über Verena Hohmann 7 Artikel
Verena Hohmann ist freie Redakteurin. Sie lebt heute mit ihrem Mann und Sohn in Münster (Westf.), nachdem sie ihr Studium buchstäblich quer durch Deutschland schickte. An den Universitäten in Erfurt und Düsseldorf studierte die gelernte Bestattungsfachkraft schließlich Linguistik/Allgemeine Sprachwissenschaften mit den Schwerpunkten Psycho-/Neurolinguistik und Fremdsprachen. Wie es sich für eine echte Münsterländerin gehört, genießt sie in ihrer Freizeit ausgiebige Radtouren und Picknicke im Grünen. www.verena-hohmann.de

2 Kommentare

  1. Wie peinlich ist denn das völlig falsche Bild, das angeblich den Dom zeigen soll, aber noch nicht einmal ein Bild von Münster ist.
    Das passiert, wenn man fremde Bilder benutzt und nicht ordentlich recherchiert. Es gibt für Sie noch viel zu lernen über Münster.

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