Vorsatz für 2018: Lebensmittelverschwendung stoppen!

Food Waste Lebensmittelverschwendung
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Food Waste und seine Folgen gehen uns alle an!

Food Waste, die Lebensmittelverschwendung, betrifft uns alle. Es ist ein Gesellschaftsproblem, zu dessen Lösung jeder etwas beitragen muss und kann. Lesen Sie hier erschreckende Fakten zu diesem Thema, ergänzt mit vielen nützlichen, alltagstauglichen Tipps.

Essen im Müll – Zahlen und Fakten

Gleich vornweg: Nicht nur wir als Verbraucher müssen unseren Umgang mit den Lebensmitteln überdenken. Die gesamte Versorgungskette, angefangen von der Landwirtschaft und Verarbeitung bis hin zum Handel, ist dafür verantwortlich, dass jährlich tonnenweise Nahrungsmittel im Müll landen. Hier nur ein paar Zahlen, um das Ausmass zu verdeutlichen:

Trauriges Smiley, als Emoticon:(Laut einer WWF-Studie werden in Deutschland jede Sekunde (!) rund 313 Kilogramm geniessbare Lebensmittel weggeworfen. Knapp 40 % davon wird in Privathaushalten entsorgt. (Quelle: spiegel.de, 18.06.2015)
Trauriges Smiley, als Emoticon:(Auf der Webseite Stadt Wien können Sie sich informieren, welch entsetzliches Ausmass Food Wasting weltweit hat: Ein Drittel aller weltweit produzierten Nahrungsmittel gelangt nicht zu den Verbrauchern, sondern landet im Abfall. Das heisst, dass 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr weggeworfen werden! Ausführliche Infos finden Sie unter dem angegeben Link.
Trauriges Smiley, als Emoticon:(Noch ein paar Zahlen, die Sie wahrscheinlich gar nicht lesen möchten, aber die wir alle kennen sollten:
Einer Berechnung der Heinrich-Böll-Stiftung zufolge landet in Deutschland jährlich das Fleisch von 230’000 Rindern, 4 Millionen Schweinen und 45 Millionen Hühnern im Müll!! Es werden also Tiere gezüchtet, getötet und sinnlos entsorgt … (Quelle: Zeitschrift Köstlich vegetarisch, Ausgabe Dezember 2015)
Trauriges Smiley, als Emoticon:(Bilanz.ch schreibt, dass wir Europäer, ebenso wie die Nordamerikaner, pro Jahr rund 95 bis 115 Kilo Nahrungsmittel pro Kopf wegwerfen. Zum Vergleich: In Teilen Asiens und Afrikas sind es 6 bis 11 Kilo.
Trauriges Smiley, als Emoticon:(Es ist normal, dass bei der Erzeugung von Lebensmitteln Energie, Wasser und Rohstoffe verbraucht und Treibhausgase entwickelt werden. Das trifft natürlich auch für ungenutzt weggeworfene Nahrungsmittel zu. So fördert die sinnlose Entsorgung weitere Umweltschäden.

 

Wie kommt es, dass so viele Lebensmittel im Müll landen?

Im Privathaushalt Es wird zu viel und ohne Plan eingekauft und falsch gelagert, es werden durchaus ess- und verwertbare Teile von Lebensmitteln, vor allem von Obst und Gemüse, nicht gegessen. Resteverwertung ist in Vergessenheit geraten.
In der Produktion Beschädigte Ware wird achtlos entsorgt und es gibt zu viel Überproduktion.
Im Gastgewerbe Es wird falsch geplant (was sich nicht immer ganz vermeiden lässt) und die Gäste haben selten die Wahl zwischen kleinen und grossen Portionen.
Im Handel Auch hier passieren Fehlplanungen sowie unsachgemässe Lagerung, zudem gibt es beschädigte Verpackungen und Hygienemängel,

 

Tipps gegen Food Waste – was man im Alltag gegen Lebensmittelverschwendung tun kann

Freundliches Smiley, als Emoticon:)Je mehr Menschen sich der unentschuldbaren Verschwendung von Nahrung bewusst werden, desto mehr Ideen, was man dagegen tun kann, gibt es. In Internetforen und Facebook-Gruppen werden nicht benötigte Lebensmittel verschenkt und Erfahrungen ausgetauscht. Wenn Sie einen Facebook-Account haben, geben Sie einmal ins Suchfeld «Food Waste» ein. So finden Sie sicher auch eine Gruppe in Ihrer Nähe. Wenn nicht: Warum gründen Sie nicht einfach eine? Die Nachfrage ist gross und jemand muss den Anfang machen.
Freundliches Smiley, als Emoticon:)Was vor allem in der Pizzeria schon lange möglich ist, wird auch in immer mehr Restaurants zur Normalität: Sie können sich die Reste einpacken lassen. Mitunter wird das sogar beim Abräumen der nicht leer gegessenen Teller angeboten. Haben Sie ein Restaurant mit diesem Service entdeckt, sagen Sie es weiter!
Freundliches Smiley, als Emoticon:)Reklamieren Sie nicht, wenn abends im Supermarkt nicht mehr alle Brotsorten zur Verfügung stehen. Denken Sie daran, dass möglicherweise die Backwaren, die zum Ladenschluss noch vorrätig sind, im Müll landen!
Freundliches Smiley, als Emoticon:)Haben Sie vor den Ferien zu viel eingekauft, werfen Sie Obst, Gemüse und andere Lebensmittel nicht einfach weg: Sicher freuen sich Nachbarn, Freunde oder Arbeitskollegen darüber! Vielleicht kann man sich allgemein mit den Nachbarn absprechen, dass nicht gebrauchte Nahrung in einem Korb im Treppenhaus weitergegeben wird. Vor allem Familien mit Kindern dürften ebenso dankbare Abnehmer sein, wie alte Menschen.
Freundliches Smiley, als Emoticon:)Gemüse können Sie roh kaum einfrieren, aber es lässt sich gut verarbeiten und dann tiefkühlen. Kochen Sie zum Beispiel einen grossen Topf Gemüsesuppe und frieren diese portionsweise ein. Ist es nicht herrlich, nach einem langen Arbeitstag oder einem Winterspaziergang rasch einen feinen, selbst gemachten Eintopf geniessen zu können? Günstiger und gesünder als Fast Food, ist selber kochen ausserdem.
Freundliches Smiley, als Emoticon:)Sie haben mal wieder viel zu viel Obst eingekauft? Machen Sie sich einen leckeren Smoothie! Das geht natürlich auch mit vielen Gemüsesorten.
Freundliches Smiley, als Emoticon:)Wussten Sie, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Verfalldatum ist? Die meisten Lebensmittel können Sie weit über diese Angabe hinaus, sofern sie richtig gelagert wurden, problemlos verwenden. Natürlich dürfen Sie keine verschimmelten, schlecht riechenden und sichtbar vergammelten Lebensmittel essen, solche werden sich aber in einem normalen Haushalt kaum finden lassen.
Freundliches Smiley, als Emoticon:)Planen Sie Ihre Einkäufe sorgfältig und machen Sie sich einen Einkaufszettel. Kaufen Sie nur, was Sie in den nächsten Tagen wirklich kochen und essen werden. Das gilt in erster Linie für leicht verderbliche Nahrung wie Joghurt, Obst oder Gemüse. Für lang haltbare Lebensmittel ist eine Vorratshaltung durchaus sinnvoll.
Freundliches Smiley, als Emoticon:)Behalten Sie Ihre Vorräte im Blick: Achten Sie darauf, wenn Sie Ihren Vorratsschrank auffüllen, dass die Ware mit dem längsten Ablaufdatum im Schrank oder Regal zuhinterst steht.
Übrigens: Einige Lebensmittel halten ewig, ganz gleich, was als Verfallsdatum angegeben ist. Dazu gehören Honig, Butterschmalz, Salz, Wasser in Glasflaschen, Maisstärke, Nudeln (mit Ausnahme von Vollkornprodukten, die etwas weniger lang haltbar sind), Reis und Zucker.
Freundliches Smiley, als Emoticon:)Reste lassen sich sehr vielseitig verwenden und helfen erst noch, dadurch Geld zu sparen. Haben Sie bisher das, was bei der Zubereitung oder beim Essen übrig blieb, einfach achtlos in die Tonne geworfen, stoppen Sie diese Lebensmittelverschwendung: Zaubern Sie ab sofort etwas Leckeres daraus. Sind Sie eine erfahrene Hobbyköchin oder ein leidenschaftlicher Koch, wird Ihnen das ohnehin nicht schwerfallen. Aber auch Kochanfänger schaffen das spielend: Reste eignen sich vor allem für Eintöpfe, Aufläufe, als Pizzabelag oder für Salate. Sie können dabei richtig kreativ werden!

Ein Tipp: Auf unserer Seite finden Sie fortlaufend Rezepte, wie Sie mit wenig Aufwand Ihre Lieben kulinarisch verwöhnen können. Holen Sie sich zum Beispiel Anregungen, wie Sie aus frischen Kartoffeln rasch Kartoffelpüree selber herstellen können und wie dieses abgewandelt werden kann. Es sind Reste davon übrig? Kein Problem, mit unseren Ideen bringen Sie damit abwechslungsreiche Gerichte auf den Tisch!

 Freundliches Smiley, als Emoticon:)Bei der Zubereitung von Obst und Gemüse fallen Abfälle an. Das ist ganz normal. Um viele wäre es sehr schade, sie einfach wegzuwerfen: Apfelschalen zum Beispiel können Sie getrocknet als Tee aufbrühen. Aus Gemüseresten lässt sich Instant Gemüsebrühe selber machen.

Ausserdem lassen sich viele Gemüsesorten mit sehr wenig Aufwand daheim aus dem, was wir bisher als Abfall bezeichnet haben, neu ziehen: Kein Food Waste, kein Geld ausgegeben, aber frisches Gemüse zum Ernten – ist das nicht eine feine Sache? Ich habe es ausprobiert und es funktioniert tatsächlich! Eine super Möglichkeit, Lebensmittelverschwendung vorzubeugen:

Sie sehen, es ist im privaten Bereich und mit guter Vernetzung gar nicht so schwer, etwas gegen Food Waste zu unternehmen. Haben Sie weitere Tipps und Anregungen? Teilen Sie diese unseren Lesern und uns bitte im Kommentarfeld mit!

Keine Lebensmittelverschwendung mehr, ist ein guter Vorsatz für 2018: Sind Sie dabei?

Sabine Itting

 

 

Über Sabine Itting 47 Artikel
Geboren und aufgewachsen in Thüringen, lebt Sabine Itting seit vielen Jahren in der Schweiz, wo sie als Texterin, Autorin und Online-Redaktorin tätig ist. Ihre Liebe zum Landleben und ihr Interesse an Traditionen, Denkmalschutz, Naturheilkunde, Reisen und Wandern, spiegeln sich in ihren Texten wieder. Ihr Projekt «Naturerlebnis Alpen – Schweizer Wanderforum» ist inzwischen mit einem eigenen Online-Magazin im Netz zu finden. Sie ist Inhaberin vom «Schweizer Textservice» und schreibt für Webseiten, Blogs und Printmedien.

5 Kommentare

  1. Guter und wichtiger Artikel. In Frankreich dürfen die großen Händler nichts mehr wegwerfen, sondern müssen Lebensmittel spenden. In der Manche hat die Regionalregierung vergangenes Jahr Hühner für ein Pilotprojekt an Familien verschenkt, um a. den Biomüll zu reduzieren und b. der Lebensmittelverschwendung entgegen zu wirken. Auch eine nette Idee, um Küchenabfälle zu recyceln 🙂

    • Da sollten sich mal andere Länder ein Beispiel an Frankreich nehmen! Warum müssen gute Lebensmittel weggeworfen werden … absolut unverständlich. Und ja stimmt, wir hatten früher auch Hühner, das sind dankbare Abnehmer für viele Küchenabfälle. Heute hätte ich eher keinen Platz für ein eigenes Huhn 🙂

  2. Schönes Ding! Gute Sache auch, dass mancher Discounter und einige Bäcker ihre Reste direkt an die Tafeln und andere Vereine spenden, wo sie gebraucht werden. Noch ein Tipp: Reste eignen sich kleingeschnippelt auch gut für Raclette 🙂

  3. Hier in der Region wird die Plattform Foodsharing schon seit ein paar Jahren gut genutzt. Mein Eindruck ist, dass sich in dieser Zeit einiges verbessert hat und das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung bei vielen Leuten geschärft wurde. Trotzdem wird natürlich immer noch zu viel weggeworfen. Wir haben Landwirte in der Familie und essen deshalb auch vieles, was gar nicht erst in den Handel kommt – das ist nämlich auch noch jede Menge. Ein guter Text zu einem wichtigen Thema – vielen Dank dafür!

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