Hobbys pflegen bis ins hohe Alter

Hobbys pflegen
Kreativität im Alter stärkt Wohlbefinden | Foto: pixabay.de

Kreativität im Alter – halten Kunst und Musik gesund?

Versonnen betrachtet Elfriede ihre Enkelin, die ganz in sich versunken ein farbenfrohes Bild malt, nur um im nächsten Moment stolz vor deren Nase damit herumzuwedeln. „Schenk‘ ich dir, Omi!“, ruft sie aus. „Malst du mir auch eins?“

Viele ältere Menschen kennen derartige Situationen sicher. Wie häufig aber greifen sie tatsächlich zu Papier und Stift? Oder stricken der Puppe der Enkelin ein neues Mützchen? Setzen sich wieder ans Klavier, auf dem sie schon damals alle verzauberten? Kurz, lassen ihrer Kreativität freien Lauf?

Kreativität steigert Lebensfreude

Leider schwindet im Laufe des Lebens häufig die Lust schöpferisch tätig zu sein – der Beruf, die Familie, die Umstände werden als Gründe angegeben, warum keine Zeit oder Raum mehr für Kreativität existiert. Doch gerade mit Eintritt in das Rentenalter ist wieder viel Freiraum für Aktivitäten möglich, die vielleicht in Vergessenheit geraten sind. Zahlreiche Studien belegen beispielsweise, dass das aktive Musizieren – sei es im Chor, Orchester oder in Bands – die Lebensqualität verbessert, die Identität stabilisieren oder gar neu definieren kann. Etwas zu (er)schaffen, mit den eigenen Händen und dem Geist, macht Kreativität aus und verbindet dabei, ganz nebenbei, unsere beiden Gehirnhälften. Man entdeckt neue Seiten an sich, fokussiert sich auf Positives, weg von eventuellen altersbedingten körperlichen Einschränkungen oder Trauer über den Verlust des Lebenspartners oder von Freunden. Wissenschaftler der Universität Heidelberg betonen, dass die Erfahrung, schöpferisch tätig zu sein, ebenso anregend wie beglückend auf ältere Menschen wirke.

Dienstleister erkennen Trend 60 plus

Dem Altenbericht der Bundesregierung Deutschland zufolge tragen in den letzten zehn Jahren gerade auch ältere Künstler wie Roland Kaiser oder Nana Mouskouri dazu bei, gängige Altersbilder aufzubrechen und neu zu definieren. Viele Bildungseinrichtungen, z. B. Volkshochschulen, Seniorenkollegs oder auch private Freischaffende haben längst den Trend und die gesundheitsfördernde Wirkung erkannt und bieten unterschiedlichste Kurse für ein älteres Publikum an. Forschungen zufolge ist der Anteil der über 60-jährigen Schüler seit dem Jahr 2000 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Die Menschen trauen sich wieder zu, auch in hohem Alter noch mit dem Erlernen neuer Fähig- und Fertigkeiten zu beginnen.

Soziale Kontakte stärken das Wohlbefinden

Handarbeit im Alter
Nähen für die Enkel | Foto: pixabay.de

Es scheint also unumstritten, dass kreatives Schaffen dabei hilft, gesund zu bleiben und zu werden. Neben den körperlichen Aspekten, die bereits wissenschaftlich belegt sind, spielt natürlich auch die soziale Komponente eine große Rolle, denn wie bei allen Unternehmungen ist es hier ein Leichtes, mit anderen ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Worauf also warten? Greifen Sie zu Stift und Papier, lassen Sie die Maschen fallen oder verzücken Sie Ihre Zuhörer mit Beethovens Sonaten. Vielleicht sogar gemeinsam mit den Enkeln.

Katharina Menzel

Über Katharina Menzel 3 Artikel
Katharina ist mit ihrem ganzheitlichen Wort- und Kreativstudio „Wirkungsebenen“ als selbstständige Freiberuflerin tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Lektorat, PR- und Marketingberatung sowie Textarbeiten aller Art, insbesondere für die Branchen Kultur- und Kreativwirtschaft, Gesundheitswesen (Körper und Geist), Soziales, ökologische Land- und Tierwirtschaft, Reisen und Freizeit. Neben ihren vielfältigen Tätigkeiten schreibt sie ihre eigene Alltags-Sportkolumne #Guddigehtlos. Die gelernte PR-Referentin und Online-Marketing-Managerin liebt Musik und Bücher, das Meer, die Britischen Inseln und ... Kaffeeeeee.

3 Kommentare

  1. Also ich kann das nur bestätigen, meine Oma strickt, singt noch in einem Chor und ist eigentlich immer gut drauf. Ich fände es schön, wenn man die Angebote, die es für Senioren gibt, einfach mal noch bekannter machen würde. Ich denke, wenn viele Omis und Opis von den Sachen wüssten die es so gibt, dann würden, dass auch viel mehr nutzen.

    • Hallo Jenny, vielen Dank für deinen Kommentar! Es freut mich sehr, dass du eine so lebensfrohe Oma hast 😉 Du hast vollkommen recht – gerade dort gibt es noch viel ungenutztes Potential auf beiden Seiten: einerseits müssten die Anbieter selbst die Bekanntheit ihrer Angebote steigern und andererseits könnten auch die Senioren aktiv nach Möglichkeiten suchen. Aber der Anfang ist getan 😉

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