Herbstastern: Sternchenblüten bis zum Frost

Die Sommeraster (Aster amellus) ‘Grunder’ blüht bis in den Herbst hinein. (Foto: Martina Meidinger)

Im herbstlichen Garten geht es sehr farbenfroh zu. Bunte Blätter leuchten um die Wette mit reifen Früchten. Die Hauptblütezeit ist zwar vorbei, aber es gibt noch ein paar Nachzügler im Staudenbeet, die erst jetzt ihren Flor zeigen. Dazu gehören Stauden-Sonnenblumen, Chrysanthemen und natürlich die Herbstastern. Als Mitglieder der Korbblütler-Familie haben sie einen körbchenförmigen Blütenstand. Er ist gut zu erkennen als gelbes Knäuel, welches von sogenannten Zungenblüten umgeben ist. Diese wiederum definieren die Blütenfarbe und der Name Aster (von lat. astrum: Stern) weist auf ihre strahlenförmige Anordnung hin.

Astern* sind eine vielseitige Pflanzengattung, der etwa 180 Arten angehören. Die Zahl der Gartensorten ist unüberschaubar. Wer Gefallen an ihnen findet, kann schon ab Mai blühende Vertreter finden. Die Alpen-Aster (Aster alpinus), die Vorsommer-Aster (Aster tongolensis) oder die Wild-Zwergaster (Aster sedifolius) zeigen bereits im Frühling ihre Sternchenblüten. Weiter geht es mit sommerblühenden Arten wie der Pyrenäen-Aster (Aster pyrenaeus) oder der Berg-Aster (Aster amellus). Bei den Sommerastern gibt es einige Sorten, die bis in den Herbst hinein blühen.

Herbstastern passen gut zu kleinen Gehölzen mit Fruchtschmuck.
Herbstastern sind gute Kombinationspartner für niedrige Gehölze mit herbstlichem Fruchtschmuck. (Foto: Martina Meidinger)

Blüten bis der Winter kommt dank Herbstastern

Als Herbstastern werden Arten bezeichnet, bei denen die Blütezeit etwa ab September beginnt. An diesen Vertretern hat man auch im Oktober noch viel Freude, denn sie halten bis zu den ersten Frösten durch. Bekannte Klassiker sind die Raublatt- oder Neuengland-Aster (Symphyotrichum novae-angliae) und die Glattblatt- oder Neubelgien-Aster (Symphyotrichum novi-belgii). In vielen attraktiven Farben und mit Wuchshöhen zwischen 60 und 160 cm lassen sich diese Stauden abwechlungsreich kombinieren. Immer beliebter werden Kleinblütige Herbstastern wie die Myrten-Aster (Symphyotrichum ericoides) oder die Amethyst-Aster (Symphyotrichum x amethystinus), welche als besonders robust gelten und eine unglaubliche Blütenfülle vorweisen können. Noch filigraner erscheint die Schleier-Aster (Symphyotrichum cordifolium), die auch halbschattige Standorte toleriert. Die meisten anderen Herbstastern-Arten sind ausgesprochene Sonnenkinder, außerdem lieben sie gleichmäßig feuchte und nährstoffreiche Böden.

Weiße Blüten leuchten auch an trüben Herbsttagen.
Die weißen Blüten der Glattblatt-Aster (Symphyotrichum novi-belgii) ‘Schneekuppe’ leuchten auch an trüben Herbsttagen. (Foto: Martina Meidinger)
Raublatt-Astern gibt es in vielen schönen Farben.
Die Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae) ‘Andenken an Paul Gerber’ ist eine bewährte Sorte aus dem Jahr 1950. (Foto: Martina Meidinger)

Astern für die erste Reihe: Kissen-Astern

Hohe Astern sind perfekte Leitstauden für herbstliche Beete. Etwas niedriger bleibende Pflanzen wie Sonnenhut, Knöterich oder Katzenminze lassen sich gut ringsherum gruppieren. Es gibt aber auch niedrige Astern, die wiederum gute Partner für hohe Stauden oder Gräser sind. Diese sogenannten Kissen-Astern eigenen sich außerdem wunderbar als Einfassungspflanzen. Das Farbspektrum der Sorten reicht auch hier von Blauviolett in allen Schattierungen über Hell- und Dunkelrosa bis hin zu Purpur. Weiß blühende Sorten sind ebenfalls erhältlich. Kissen-Astern sind expansionsfreudige Pflanzen, deshalb sollte man für sie ausreichend Platz einplanen.

Kissen-Astern passen gut zur Hohen Fetthenne.
Je nach Sorte können Kissen-Astern zwischen 20 und 50 cm hoch werden. Die dunkelvioletten Sorten harmonieren gut mit den rostroten Blüten der Hohen Fetthenne. (Foto: Martina Meidinger)

Astern für Töpfe und Kästen

Ab dem Spätsommer gibt es diverse Astern auch im sogenannten Beet- und Balkonsortiment der Zierpflanzengärtnereien. Hierbei handelt es sich um reine Saisonware, die vorwiegend zur Verwendung in Pflanzgefäßen herangezogen wird. Aufgrund spezieller Kulturtechniken besitzen sie besondere Eigenschaften, allerdings lässt ihre Winterhärte zu wünschen übrig. Wenn Sie so eine Balkon-Aster doch einmal über den Winter gebracht haben, wundern Sie sich vielleicht, wenn diese im nächsten Jahr viel höher wird und später blüht. Das kommt daher, dass es keine geeigneten Sorten gibt, die von Natur aus in einen Balkonkasten passen.

Findige Zierpflanzengärtner verwenden dafür also Raublatt- und Glattblatt-Astern und behandeln sie mit einem Stauchmittel, um das Wachstum zu hemmen. Zudem stehen die Jungpflanzen im verdunkelten Gewächshaus, was eine vorzeitige Blütenbildung anregen soll. So kann man bereits ab August blühende und balkonkastentaugliche Herbstastern kaufen. Wenn man diese später in den Garten setzt, fallen sie – sofern sie den Winter überleben – wieder in ihre alten Gewohnheiten zurück. Wer Astern bevorzugt in Töpfe oder Kästen setzt und Wert auf kompakten Wuchs und frühe Blüte legt, muss diese speziell kultivierten Sorten also jedes Jahr neu kaufen.

Myrten-Astern sind besonders filigran.
Die Myrten-Aster (Symphyotrichum ericoides) ‘Erlkönig’ ist ein besonders zartes Geschöpf. (Foto: Martina Meidinger)
Die Amethyst-Aster gehört zu den Kleinblütigen Herbstastern.
Die Triebe der zartrosa blühenden Amethyst-Aster (Symphyotrichum x amethystinum) ‘Kylie’ kippen manchmal um und sollten deshalb abgestützt werden. (Foto: Martina Meidinger)

Späte Blüten als wichtige Insektenweide

Alle Astern-Arten bieten wertvollen Nektar und Pollen für blütenbesuchende Insekten wie Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge. Schon deshalb sollten sie in keinem Garten fehlen. Hier gibt es ebenfalls sortenbedingte Unterschiede, was den Besucheransturm betrifft. Dies lässt sich aber direkt im Garten beobachten oder im Austausch mit anderen Gartenfreunden in Erfahrung bringen. Manchmal werden insektenfreundliche Stauden in den Katalogen der Pflanzenanbieter gesondert beschrieben oder in Gärtnereien extra gekennzeichnet.

Schmetterlinge, Bienen und Hummeln lieben Herbstastern.
Nicht nur Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge, auch Bienen und Hummeln lieben Astern. (Foto: Martina Meidinger)

Staudensichtung gibt Orientierungshilfe

Damit man an Astern lange Freude hat, ist eine gute Sortenwahl wichtig. Orientierungshilfe gibt die Staudensichtung. Das ist ein Gremium von Fachleuten, welches Staudensortimente an unterschiedlichen Standorten vergleicht und bewertet. Die Ergebnisse helfen den Staudengärtnereien, eine gute Auswahl anzubieten. An den Sichtungsergebnissen der Astern fällt auf, dass die empfehlenswerten Sorten dünn gesät sind. Mögliche Minuspunkte sind Krankheitsanfälligkeit, mangelnde Standfestigkeit und geringe Vitalität. Engagierte Gärtnereien bieten in der Regel die bewährten Sorten an. Wenn Sie bei der Gartengestaltung auch im Herbst Akzente setzen wollen, dürfen Astern auf keinen Fall fehlen!

Kissen-Astern eigenen sich gut zur Beeteinfassung.
Die Kissen-Aster (Symphyotrichum dumosum) ‘Herbstgruß vom Bresserhof’ wurde von der Staudensichtung mit drei Sternen ausgezeichnet. (Foto: Martina Meidinger)

 

Mit verschiedenen Astern-Sorten und Gräsern lassen sich bunte Herbstbeete gestalten.
Ein buntes Herbstbeet mit verschiedenen Astern-Sorten im Garten Kiermeier. (Foto: Martina Meidinger)

*Früher waren die verschiedenen Astern-Arten der botanischen Gattung Aster zugeordnet. Mittlerweile wurde diese Pflanzenfamilie neu geordnet und in mehrere Gattungen unterteilt (z.B. Symphyotrichum, Kalimeris, Eurybia oder Galatella), einige Arten sind in der Gattung Aster verblieben. Es kann also sein, dass in manchen Pflanzenkatalogen oder Online-Shops statt der neuen Namen noch der frühere Name Aster geführt wird (z.B. Aster dumosus statt Symphyotrichum dumosum). Zur Namensverwirrung trägt ferner bei, dass bei den Astern der deutsche Namen und die botanische Gattung teilweise gleich lauten (Aster – Aster). Die umbenannten Gattungen sind folglich botanisch keine Astern mehr, wohl aber den deutschen Namen nach, da diese nachträglich nicht mehr geändert werden.

Martina Meidinger

Bücher der Autorin zum Thema Gartengestaltung:

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Über Martina Meidinger 5 Artikel
Martina Meidinger ist Landschaftsgärtnerin und Gartenbuchautorin. 2009 hat sie den Gartenkulturführer gegründet, ein Veranstaltungsmagazin für Gartenfreunde in Bayern, für das sie nach wie vor als Texterin und Redakteurin tätig ist. Wenn sie nicht gerade im Garten ackert, bearbeitet sie ihr Lieblingsthema an der Tastatur.

5 Kommentare

    • Vielen Dank, liebe Sabine! Es war echt schwer, eine Auswahl zu treffen. Es gibt noch zahlreiche weitere tolle Arten und Sorten und Fotos hätte ich auch noch jede Menge. Allerdings will ich die Gartenneulinge unter den Leser_innen auch nicht überfordern 😉

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