Die Mönche von Weltenburg und ein Bier von Weltklasse

Quelle: Klosterbrauerei

Das Weltenburger Kloster Barock Dunkel ist ein „Bestes Bier der Welt“. Es stammt aus der weltweit ältesten Klosterbrauerei und wird nach altüberlieferter Rezeptur gebraut. Benediktinermönche haben es vor mehr als 950 Jahren erfunden und die Preisrichter des World Beer Cups von Amerika prämierten es mehrfach mit der Goldmedaille als bestes Dunkelbier.

Mindeststandard für die Goldmedaille des World Beer Cups: „Ein Weltklasse-Bier, das genau den vorgegebenen Stil veranschaulicht, zeigt die richtige Balance von Geschmack, Aroma und Aussehen“.

Weltenburger Barock Dunkel – getrunken in der Klosterschenke

Nein, dies ist kein Werbeartikel für eine Biermarke. Ich war selbst an der Braustätte in Weltenburg, hab es selbst getrunken und selbst bezahlt. Zuvor wanderte ich im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge und überquerte mit der historischen Seilfähre die Donau. Im Biergarten der Klosterschenke fand ich einen schattigen Platz und bestellte ein Barock Dunkel. Jeden Tropfen des köstlichen Bieres hab ich genossen, hab meinen Durst gelöscht und dabei ein gutes Werk getan. Denn heute ist die Klosterbrauerei Weltenburg Teil einer Stiftung, die unter anderem den Jugend- und Freizeitsport der Region unterstützt.

Getrunken im Biergarten der Klosterbrauerei Foto: K. Heidelberger

Doch zurück zum Barock Dunkel:

Benediktinermönche gründeten die Klosterbrauerei an der Donau

Laut Chronik gründeten die Benediktiner an der Donau anno 1050 die Klosterbrauerei Weltenburg. Bier gebraut hatten sie sicher schon vorher, denn bereits im Jahr 1035 wird vom Tod eines Braumeisters berichtet. Gemäß dem Brauch der Zeit, bewirteten die Mönche Pilger und Besucher des Klosters mit frisch gebrautem Bier und tranken es gewiss auch selbst. Mit seinen nahrhaften Zutaten half es ihnen bestimmt auch während der Fastenzeit, denn „Flüssiges bricht Fasten nicht“.

Aus jener Zeit stammt die Rezeptur des Barock Dunkel, das noch immer den Geschmack von Millionen Biertrinkern aus aller Welt trifft und vielfach ausgezeichnet ist. Bis nach Brasilien reicht sein Ruhm, dort wird es sogar in Lizenz-Brauereien gebraut.

Hopfen, Gerste und Wasser – Zutaten aus der Region

Foto: Klosterbrauerei

 

 

 

Schon damals, lange vor dem Erlass des Reinheitsgebotes, kamen nur Hopfen, Gerste und Wasser ins Bier. (Von der Hefe wussten die Mönche ja noch nichts). Heute kombinieren die Weltenburger Brauer die überlieferte klösterliche Braukunst mit moderner Technik und erzeugen insgesamt 210.000 Hektoliter Bier an den beiden Produktionsstandorten der Brauerei.

 

 

Nach wie vor wird das Klosterbier Barock Dunkel auf dem Areal des Klosters Weltenburg gebraut. Zu etwa 90 Prozent besteht es aus Wasser, konkret aus nitratarmem Jura-Quellwasser. Dieses Brauwasser stammt aus dem hauseigenen, 80 Meter tiefen Brunnen und empfiehlt sich mit besonderem Härtegrad für dunkle Biere – sagt Braumeister Ludwig Mederer.

Ganz in der Nähe des Klosters wachsen beste Rohstoffe fürs Bier heran. Auf den Jurahöhen des Altmühltals gedeiht die Braugerste und gleich hinter den Klostermauern beginnt das Hopfenland Hallertau, wo auch der Hopfenlieferant der Klosterbrauerei ansässig ist. Seit Jahren ordern die mittlerweile weltlichen Brauherren aus Weltenburg Ihren Brauhopfen beim selben Hopfenbauer und nehmen fürs Barock Dunkel die Sorte Perle.

Überlieferte Braukunst und moderne Technik

Der Bierbrauprozess findet im modernen Sudhaus der Klosterbrauerei statt – Braumeister Mederer erklärt ihn in diesem   Video.

Kurz zusammengefasst: Malzschrot und Brauwasser werden gemaischt und zu Bierwürze verarbeitet. Übrig bleiben die Schalen des Malzkorns, Treber genannt, die Bauern gern ans liebe Vieh verfüttern. Die Würze wird gekocht, wobei Hopfen zugegeben wird. Nach einer Stunde wird die Würze heruntergekühlt, Hefe kommt dazu und leitet den Gärprozess ein.

Foto: Klosterbrauerei

 

Dunkles geröstetes Gerstenmalz, Hopfen der Sorte Perle, frisches Brauwasser verleihen dem Bier Geschmack und Aroma, Hefe macht den Alkohol. Bevor das frisch Gebraute trinkfertig ist, muss es noch einige Wochen nachreifen und lagern. Diesem Zweck dienen große Edelstahltanks im restaurierten Felsenkeller, der sich unter 40 Meter Gestein befindet. Von dort gelangt der edle Gerstensaft durch eine Pipeline direkt zur Zapfanlage der Klosterschenke und weiter ins Glas – frischer geht es kaum.

 

 

 

Vielleicht besuchen Sie ja das Kloster, wenn Sie das nächst mal in Niederbayern sind, schauen sich alles selbst vor Ort an und probieren ein preisgekröntes Barock Dunkel.

Mein Kollege Harry Pfliegl hält noch einige Tipps zur Weltenburger Enge bereit.

 

Steckbrief des Weltenburger Barock Dunkel nach Herstellerbeschreibung

  • Biertyp: untergäriges, dunkles Bier
  • Geschmack: vollmundig, malzaromatisch, feinherb mit leichter Süße,
  • Aroma: intensiv, kräftig und packend im Duft; feincremig im Geschmack
  • Farbe: warmbraun wie Bernstein
  • Schaum: feinporig, kompakt
  • Empfohlene: Trinktemperatur 8 Grad

Katrin Heidelberger

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1 Kommentar

  1. Ein großartiges Bier! Sowohl das Barock als auch das Asam Bock und das Weihnachtsbier. leider wohne ich nicht mehr in Bayern und muss bei den seltenen Besuchen entsprechend einkaufen 😉

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