Boondocking – Freies Campen in wilder Natur

Campingidylle am frühen Morgen in der freien Natur
StockSnap / Pixabay

Camping ist für viele der Inbegriff von Freiheit. Egal ob mit dem Reisemobil oder mit dem Wohnwagen. Wer campen geht ist ungebunden, kann bleiben wo es gerade schön ist und versorgt sich dabei selbst. Das Leben auf dem Campingplatz ist aber nicht jedermanns Sache. Wer sich bierselige Nachbarn im weißen Feinripp ersparen möchte und dabei auch noch eine große Portion Freiheit schnuppern will, für den ist Boondocking vielleicht genau die richtige Alternative zum herkömmlichen Camping.

Ursprüngliches Wildcamping für Naturliebhaber

Boondocking kommt aus dem Englischen und bedeutet, dass man mit seinem Fahrzeug frei und wild mitten in der Natur übernachtet. Weit weg vom nächsten Campingplatz und am besten auch noch ganz weit weg von der nächsten Stadt. Großartigen Komfort darf man dabei natürlich nicht erwarten. Eine Feuerstelle und ein Plumpsklo sind bereits Luxus. Meist fehlen die aber auch und man ist ganz auf sich allein gestellt. Belohnt wird man dafür aber mit absoluter Ruhe, unvergesslichen Sonnenuntergängen, Lagerfeuerromantik und einem grenzenlosen Sternenhimmel.

Campingbus in der einsamen Wildnis
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Amerika als Vorreiter

Was in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch immer meist verboten ist, ist in Amerika schon weit verbreitet. Beinahe 2000 „free Campgrounds“, also kostenfreie Übernachtungsplätze, verteilen sich von Ost nach West quer über das Land. Zusätzlich ist es in vielen Bundesstaaten der USA mittlerweile ausdrücklich erlaubt, die Nacht abseits der Zivilisation in State Forests oder in Indianerreservaten zu verbringen. Einzige Regeln: Die Wildcamper müssen in den State Forests einen Mindestabstand von 400 Metern bis zur nächsten Hauptstrasse einhalten, Feuer dürfen nur an ausgewiesen Stellen errichtet werden, es darf kein Müll hinterlassen werden und in den Indianerreservaten herrscht striktes Alkoholverbot.

Schluss mit Gartenzwergidylle

Angestachelt von den unbegrenzeten Campingmöglichkeiten in Amerika, wird auch unter den deutschsprachigen Campern der Wunsch nach dem Campen in freier Wildbahn immer lauter. Spießige Gartenzwergidylle auf dem Campingplatz ist out. Der junge Campernachwuchs sucht wieder das individuelle Abenteuer abseits fester Plätze. Und ein paar Schlupflöcher gibt es hierfür auch schon. Zwar ist es nach wie vor nicht erlaubt, mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen einfach am nächsten See oder mitten im Wald zu nächtigen, aber wer beispielsweise mit dem Zelt unterwegs ist, findet schon heute immer öfter erlaubte Plätze für das Wildcamping.

Freies Camping mit dem Zelt vor beeindruckender See- und Bergkulisse
Pexels / Pixabay

Erlaubtes Free-Campen in Deuschland, Österreich und der Schweiz

Vorreiter für das wilde Campen in Deutschland ist der Naturpark Pfälzer Wald, sowie der Nationalpark Sächsische Schweiz. In beiden Regionen ist es mittlerweile erlaubt, abseits der Wanderwege ganz legal zu campen. Und auch andere Regionen ziehen nach. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein darf man als Wanderer, Radfahrer oder Kanufahrer ohne Probleme eine Nacht in der freien Natur verbringen. Allerdings halt ausschließlich nur mit dem Zelt. In Österreich und in der Schweiz ist das freie Campen aber leider nach wie vor verboten und die Strafen sind mitunter empfindlich. Hier sollte man lieber noch die Finger vom Wilcamping lassen.

Abwarten und doch auf den Campingplatz?

Wer gar nicht auf sein Reisemobil oder den Wohnwagen verzichten möchte, der wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz leider auch künftig erst einmal noch auf offizielle Stellplätze oder Campingplätze angewiesen sein. Juwelen abseits von Massencamping mit Bierzeltatmosphäre gibt es natürlich und das Campen auf diesen Plätzen ist auch richtig schön. Man muss sie halt nur finden. Alle anderen können dagegen schon heute mit dem Zelt in die deutschen Naturparks losziehen und ein wenig freie Campingluft schnuppern. Oder einfach nach Amerika fahren – dem Land der unbegrenzen Campingmöglichkeiten.

Monica Albrecht

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1 Kommentar

  1. Hallo Monica (:
    Ich selbst war früher als Kind immer campen und habe mir erst vor 3 Wochen nach Jahren wieder ein Zelt zugelegt (hauptsächlich für meine große Reise, welche mir noch bevor steht) und musste es direkt testen.
    Wildcampen war mir da die perfekte Alternative zum doch manchmal ödem Campingplatz und so verbrachte ich ein wundervolles Wochenende mit meinem Freund an einem See, mitten im Nirgendwo und es war einfach unbeschreiblich schön.
    Ich hoffe, dass Deutschland sich bald an Schweden orientiert und es einfach zulässt.
    Leider kann ich aber auch verstehen, dass es halt nicht überall legal sein kann, besonders weil viele ihren Müll nicht wieder einpacken oder einfach ein Feuer ohne Schutz entfachen..

    Das Wildcampen in der sächsichen Schweiz erlaubt ist, wusste ich bis eben gart nicht. Aber dann wird mein nächstes Wochenende wohl dort verbracht 😉 – war bis jetzt nämlich nur zum Wandern dort und habe mich direkt verliebt (:

    Danke für den tollen Artikel!

    Liebste Grüße
    Lu

    https://oceanhippieblog.wordpress.com/

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