Auf der Straße der Romanik durch das Land der Ottonen

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Wer auf der Straße der Romanik durch Sachsen-Anhalt reist, begibt sich ins Kernland der europäischen Geschichte und auf die Spuren der ersten deutschen Könige. Wie eine Acht windet sich die touristische Route durch das Bundesland, vorbei an mittelalterlichen Burgen und Ruinen, an Königspfalzen, Klöstern und Dorfkirchen. Dabei durchquert sie reizvolle Landschaften wie den Harz, die Magdeburger Börde und die Weinbauregion Saale-Unstrut.

Romanik – Baustil aus der Herrschaftszeit der Ottonen

Es ist eine Reise ins Land der Ottonen, jenem Herrschergeschlecht der Liudolfinger, das aus den Karolingern hervorging und die europäische Kultur seiner Zeit prägte. Baumeister von damals schufen massive Gebäude, mit dicken Mauern, kleinen Fenstern und schlichten Fassaden. Einige davon stehen noch heute als Ruine oder gut erhalten an der Straße der Romanik. Zu den charakteristischen Merkmalen, dieses, romanisch genannten, Baustiles zählen Rundbögen bei Fenstern und Portalen sowie Säulen mit Würfelkapiteln.

Burg Querfurt - Straße der Romanik
Foto: K. Heidelberger Burg Querfurt
Havelberger Dom
Dom Havelberg Foto: K. Heidelberger

 

Genau genommen ist die Bauepoche der Romanik jedoch nicht auf die Herrschaftszeit der Ottonen beschränkt, sondern wird in die Zeit vom 10. bis 13. Jahrhundert eingeordnet. Wobei die Anfänge wohl weiter zurückliegen und auch später wahrscheinlich noch im romanischen Stil gebaut wurde. Der Übergang von der Romanik zur Gotik lässt sich gut am Havelberger Dom erkennen.

 

Verlauf der Straße der Romanik

Karte Straße der Romanik
Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons
In kaum einer anderen Region findet sich eine solche Dichte an erhaltener Bausubstanz aus jener mittelalterlichen Epoche, wie im heutigen Sachsen-Anhalt. Dessen Landesregierung hat 1993 das Tourismusprojekt Straße der Romanik ins Leben gerufen, folglich steht 2018 der 25. Geburtstag an. Die etwa 1000 Kilometer lange Kulturstraße gliedert sich in Nord- und Südroute, beide kreuzen sich im Raum Magdeburg. In der Stadt, die König Otto I. seiner Frau Editha als Morgengabe schenkte und deren Dom wahrscheinlich das Grab der Königin birgt.

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Schätze aus längst vergangener Zeit

Rund neunzig ausgewiesene romanische Bauschätze säumen die Straße der Romanik. Darunter sind Berühmtheiten wie der Halberstädter Dom mit seinem Domschatz, die Quedlinburger Stiftskirche mit dem Schlossmuseum oder der Merseburger Dom mit handschriftlich dokumentierten Zaubersprüchen. Im Burgmuseum der gut erhaltenen Burg Falkenstein ist ein Exemplar des mittelalterlichen Rechtsbuches Sachsenspiegel zu sehen. Besonders imposant ist Burg Querfurt mit dem Turm „Dicker Heinrich“. Auf deren Fläche würde die berühmte Wartburg rund siebenmal passen. Sie hat sich einen Namen als Filmburg gemacht und bildet die Kulisse Veranstaltungsort für allerlei Events wie Weihnachtszauber, Ritterkämpfe und Markttreiben.

Darüber hinaus stehen auch kleine aber feine Baudenkmale an der Ferienstraße. Zu diesen gehören die Dorfkirche im halleschen Stadtteil Böllberg, die Doppelkapelle in Landsberg und das romanische Haus in Bad Kösen. In der Nachbarschaft der Attraktionen befinden sich oft weitere steinerne Zeugnisse aus dem Mittelalter.

 

Ausstellungen und Kultur in alten Mauern

Nicht nur der alten Gemäuer wegen lohnt sich die Reise auf der Straße der Romanik, sie ermöglicht auch kulturelle Erlebnisse. Denn innerhalb der dicken Mauern verbergen sich zahlreiche Kunstschätze, die in Dauerausstellungen und bei Führungen präsentiert werden. Dazu kommen unter anderem Sonderausstellungen, Konzertreihen, und Mittelalterfeste. Ein jährlicher Höhepunkt ist der Romaniktag am Pfingstmontag.

Anlässlich des Jubiläums sind 2018 zusätzliche Veranstaltungen, wie eine Festwoche im Mai geplant. Deren Auftakt bildet die Eröffnung der Ausstellung „Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen“ im Kloster Memleben. In der ehemaligen Königs- und Kaiserpfalz Memleben starben 936 der erste deutsche König Heinrich I. und 973 dessen Sohn Kaiser Otto der Große. Dessen Sohn Otto II. wiederum stiftete zusammen mit seiner Ehefrau Theophano in Gedenken an seinen Vater das Benediktinerkloster Memleben.

Die Straße der Romanik ist Teil des europaweiten Netzwerkes TRANSROMANIKA, das romanische Straßen von acht Ländern vereint. Sie können die Kulturstraße mit dem Auto oder Motorrad aber auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bereisen. Extra für Wanderfreunde sind 16 Etappen einer Tour der Romanik ausgewiesen.

Krypta im Kloster Memleben:

Krypta Kloster Memleben
Fotograf: Boxler, Frank
Bildeigner Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH

 

 Folgen Sie einfach dem markanten Wegweiser.

 

 

 

Routenpläne, Veranstaltungskalender und noch mehr Informationen finden Sie unter Sachsen-Anhalt-Tourismus.                                                                                                                                                                                                                                                                             Katrin Heidelberger

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