3D-Druck – Haus und Auto aus dem Drucker!

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Haben Sie schon einen 3D-Drucker zu Hause oder in der Firma stehen? Wahrscheinlich nicht! Der Drucker der Zukunft erinnert an den Replikator in Star Trek. Der 3D-Druck hält mit Siegeszug in die Industrie ein. Er birgt in sich unglaubliches Potenzial, dass allmählich erst entdeckt wird.

Wie funktioniert das?

Der 3D-Drucker arbeitet mit einer speziellen Fertigungstechnologie. Mit Daten baut er Gegenstände schichtweise auf. Es entstehen Keramiken, Metallarbeiten oder Kunstharz. Die Komplexität der Gegenstände ist beim Schichtbauverfahren egal.

Was für Folgen hat das für unsere Industrie?

Der herkömmliche Produktionsablauf wird anders gestaltet! In der Produktion sinken die Kosten der Einzelstücke, die sich sonst nur in Tausendermengen produzieren lassen! Mit dem 3D-Druck können Einzelstücke kostengünstig, individuell angefertigt werden.

Weitere Folgen sind Zeitersparnis, umweltschonende Produktionen und sinkende Transport- und Logistikkosten. Regional nahe Arbeitsplätzen werden geschaffen. Rohmaterial kann aus der Region genutzt werden und Warenverkehr geht digital vonstatten.

Der Prototyp

Bereits in den 1980er erschien ein Prototyp, der die Industrie aufhorchen ließ. Er ermöglichte eine einfache Visualisierung von Ideen. Im Idealfall entfallen produktive Arbeitsgänge wie Gießen, Fräsen, Schleifen, Drehen oder Bohren.

Der 3D-Drucker – Die neue industrielle Revolution?

Wofür ist Industrie noch notwendig? Mit dem 3D-Drucker wird der Mensch unabhängig von großen Konzernen. Ob Kontaktlinsen, Geschirr oder Schuhe: Der 3D-Drucker, fertigt alles. Ziel ist eine Demokratisierung von Produktionsverhältnissen. Aber schafft er es, die industrielle Massenproduktion zu verdrängen?

Der Weg in die Entglobalisierung!

Der moderne 3D-Drucker kann zur Entglobalisierung führen und damit zu einer Rückkehr zur Regionalisierung. Ist es mit dem 3D-Drucker noch nötig, Produktionskapazitäten außerhalb, in Niedriglohnländer auszulagern? Es ergibt sich die Möglichkeit, Teile so zu produzieren, dass sie den regionalen Bedürfnissen angepasst sind. Sie können produziert werden, wo sie gebraucht werden. „Druck on demand“ ist das Zauberwort.

Eine neue Art Daten, die CAD-Daten, modifizieren das Internet zu einem „Netz der Dinge“ und nicht mehr zu einem reinen Netz der Informationen. Das führt mitunter zu einem immensen Schaden der Wirtschaft durch illegale 3D-Kopien! Mit dem 3D-Druck können passgenaue Einzelstücke gefertigt werden! Der 3D-Druck ermöglicht eine physische Verknüpfung mit Datenströmen. Die Technologie wird auch von der Bundesregierung immens gefördert!

Was für Auswirkungen wird das haben?

Für den handelsgeeigneten 3D-Druck sind zukünftig neue Kontrollinstrumente nötig, um die Qualitätsstandards auf einem hohen Niveau zu halten und zu überprüfen. Dazu kommt die Kontrolle von Materialeigenschafte und einer geringen Durchflussleistung gedruckter Materialien. 3D-gedruckte Gegenstände müssen zumeist manuell nachbearbeitet werden. Industrieriesen halten sich in diesem Bereich aus Konkurrenzangst noch relativ bedeckt.

Was ist Additive Manufacturing?

Der Herstellungsprozess mit einem 3D-Drucker wird als Additive Manufacturing bezeichnet. Er basiert auf unterschiedlichen Technologien. Preiswerte Technik wird immer leichter verfügbar. In Kombination mit neuer Designsoftware und Innovationen im Bereich der druckfähigen Materialien, wird der Markt umgebaut. Ein gigantisch wachsender Markt entwickelt sich daraus.

Das Haus aus dem Drucker

Haus
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In China sind große 3D-Drucker im Einsatz, mit denen Autos, Häuser und Villen gedruckt werden! Architekten stellen zwar Kunden mit gedruckten Modellen einen Entwurf vor, gedruckte Häuser, gibt es hier jedoch noch nicht. Innerhalb von 24 Stunden wird ein stabiles Haus erbaut und das aus recyceltem Abfall. Häuser werden mit 60% weniger Baumaterial und 60% reduzierten Bauabfällen gebaut! Am Personal spart man bis zu 80%. Das Ganze schont enorm die Umweltressourcen!

Mit dem 3D-Drucker können aus natürlichen Materialien wie Sand Gebäude erstellen. Besonders interessant ist dieser Aspekt für die NASA bezüglich einer Marsbesiedelung, da in dem Fall Material vor Ort verwendet werden kann, anstatt teure Baumaterialien zu transportieren.

Möglichkeiten des 3D-Drucks

Welche Folgen hat der 3D-Drucker für die Zukunft? Slums verschwinden und Kriegsflüchtlinge wohnen in menschenwürdigen, winterfesten Unterkünften! Soziale Wohnungen werden einfacher bereitgestellt, sodass bezahlbarer, ausreichender Wohnraum vorhanden ist! Eigenheimverschuldung fällt weg, da sich der Hausbauer einfach ein Haus drucken kann! Keiner müsste noch in Containern oder unter Wellblechdächern wohnen. Eine Revolution rollt auf den Immobilienmarkt zu! Was hier momentan fehlt, ist ein Wettbewerber aus Deutschland!

Die 3D-Druckindustrie steht noch ganz am Anfang der Effizienzspirale. Die chinesische Marke Windsun plant mehrere 3D-Druck Fabriken. In den nächsten Jahren werden laut Siemens die Herstellungspreise des 3D-Druckers weiter sinken und die Druckgeschwindigkeit zunehmen. Der 3D-Drucker ist auf dem besten Weg zur Masenproduktion. Maschinen werden bei Veränderungen von Kundenwünschen dann nicht extra umgerüstet. Nur wenig Klicks am Bildschirm sind für das neue Produkt nötig!

Gedruckte Autos

Auto
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Local Motors hat bereits im September 2014 das erste fahrbare Auto gedruckt, dass gerade mal aus 49 Teilen bestand. Ein normal gebautes Auto besteht aus 5000-6000 Teilen. Diese müssen aufwendig zusammengefügt werden, während beim 3D-Druck direkt die zusammengefügten Teile gedruckt werden. In Micofabriken sollen später individuelle Fahrzeuge hergestellt werden können. Innerhalb von zwölf Stunden wird ein Auto gedruckt. Alte Autos werden recycelt und beim Neukauf wird eine Gutschrift herausgegeben.

In China entsteht ein Massenmarkt für gedruckte Autos! Elektro-Autos der Firma Sanya Sihai kosten nur 2000 Dollar! Bei anderen Autoherstellern werden gerade mal gedruckte Werkzeuge genutzt, um die Herstellungskosten zu senken, oder zum Teil nur gedruckte Bauteile verwendet. Der Autoindustrie wird dagegen ein harter Konkurrenzkampf bevorstehen!

Das Unternehmen Print2Taste präsentierte inzwischen seinen Lebensmitteldrucker. Dabei werden Teig oder Brei in den Drucker gefüllt. Eine Spritzdüse dosiert, ähnlich wie ein Spritzbeutel das Essen und schichtet dieses. So können zum Beispiel Kekse in Tierformen entstehen, die dann nur noch gebacken werden müssen.

Mit der Food Ink hat bereits das erste Restaurant für gedruckte Lebensmittel eröffnet. Auf der 3D Food Printing Conference präsentierte sich dieses der Öffentlichkeit. Den Start hat das Unternehmen 2015 in London genommen.

Einfluss des 3D-Druckers

Ob Pharmaindustrie oder Medizin, in Kunst oder Maschinenbau, bei Konsumgütern oder Mode, der 3D-Druck wird auf jeden Industriebereich auf die eine oder andere Art Einfluss nehmen.

Die Zukunft von vielen Unternehmen kann davon abhängen, ob sie das kreative Potenzial des 3D-Druckers nutzen oder nicht!

Fazit

Auf 3D-Druck Messen oder Kongressen lässt sich ein Bild davon gewinnen, was auf die Wirtschaft zukommt! Jedes Unternehmen sollte sich Chancen und Bedrohungen durch den 3D-Drucker vor Augen führen und diese analysieren! Nur so können entsprechende strategische Entscheidung für das Unternehmen und das Unternehmensmarketing getroffen werden!

Claudia Wendt

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Über Claudia Wendt 17 Artikel
Claudia Wendt ist in Mecklenburg-Vorpommern, in Wismar, geboren und aufgewachsen. Sie ist als Autorin, Texterin und Bloggerin tätig. Sie beschäftigt sich mit allem rund ums Kochen, Schreiben und Bloggen. In ihrem "Wagashiblog" widmet sie sich ganz ihrer Leidenschaft für japanische Süßigkeiten.

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